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Die LVZ berichtet „Lauf geht’s!“ gegen den inneren Schweinehund
Thema Specials Lauf geht's! - In sechs Monaten zum Halbmarathon Die LVZ berichtet
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23:22 11.04.2018
Trainingsstrecke im Geschäft: Laufladen-Chef Jörg Matthé macht Einsteigern Mut. Erstmal bei „Lauf geht’s!“ anmelden und dann in der Gruppe Spaß haben, sagt er.  Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

 Runter von der Couch und rein in die Laufschuhe: Die LVZ will mit dem Projekt „Lauf geht’s!“ vor allem Einsteiger zum Leipziger Halbmarathon über 21 Kilometer am 14. Oktober an den Start bringen. Als Partner ist der Leipziger Laufladen mit seinem Experten-Team dabei. Geschäftsführer Jörg Matthé sagt im Interview, was ihn an diesem Projekt fasziniert, warum die 21 Kilometer auch Laufanfänger schaffen können und verrät Motivationstricks.

Aus aktuellem Anlass: Trainiert ein Lauf-Profi auch bei zweistelligen Minusgraden wie momentan in Leipzig?

Aber sicher, sonst wäre ja ein Lauf-Profi bei seinen Wettkämpfen im Frühjahr nicht in Form. Das Training ist natürlich im Freien reduziert, es wird mehr die Halle genutzt. Bis minus sieben Grad ist es für Hobbyläufer draußen aber ohnehin kein Problem, erst wenn es noch kälter ist, sollte nur kurz draußen gelaufen werden.

„Lauf geht’s!“ startet ja erst nach Ostern, wahrscheinlich dann ohne Minus-Grade. Was macht den Charme dieser Aktion aus?

Die größte Besonderheit ist, dass zum ersten mal tatsächlich die Zielgruppe der Einsteiger angesprochen wird. Diese Gruppe hat doch bei normalen Lauftreffs immer gewisse Berührungsängste. Die werden mit dem Projekt jetzt überwunden. Es ist die Öffnung für eine Zielgruppe, die ohne Leistungsdruck für die Gesundheit laufen will und das ohne Zeitvorgaben und Zielpläne.

Mal angenommen, es hat jemand Interesse an der Aktion und ist die letzten 25 Jahre keinen Meter gejoggt. Kann denn wirklich jeder Untrainierte mitmachen und schafft dann das Abenteuer Halbmarathon?

Über den Aufnahme-Bogen, den jeder Teilnehmer ausfüllt, ist ja zu erkennen, wer auf welchem Niveau in die jeweiligen Gruppen eingeteilt werden sollte. Dann werden medizinische Checks absolviert und es wird – wenn notwendig – auf ganz niedrigem Niveau mit dem Laufen begonnen. Deshalb: Es sollte niemand Berührungsängste haben. Erstmal anmelden, dann gemeinsam beginnen und sehen, wohin das Training führt. Der medizinische Betreuer, Dr. Wolfgang Feil, hat jedenfalls schon Läufer an den Start für den Halbmarathon oder 10 Kilometer gebracht, denen man das nie zugetraut hätte.

 Was sollten Neueinsteiger bei der Anmeldung beachten?

Wer sich über sein Lauf-Niveau nicht ganz sicher ist, sollte zunächst in eine langsamere Trainingsgruppe gehen. Wichtig ist auch, den familiären und beruflichen Rahmen abzustecken, um die Freiräume für das Training klar festzulegen. Es geht nicht nur um den einen Trainingstag, der von unserer Trainern begleitet wird, sondern immer um eine Trainingswoche, die aus Minimum drei Trainingstagen besteht.

Zum Laufen gehört natürlich eine Ausrüstung. Was ist zwingend notwendig, was ist verzichtbar? Viele wollen ja auch beim Sport immer top aussehen...

Akkurate und top-modische Bekleidung ist kein Muss, das A und O ist natürlich der Laufschuh. Gerade bei Einsteigern sollen Verletzungen vermieden werden und das Bindegewebe mit Muskeln und Sehnen muss sich zuerst stabilisieren. Und das funktioniert mit einem entsprechenden Laufschuh, der bei dieser Gruppe sicher noch nicht im Schuhschrank steht.

Was ist mit der Laufkleidung?

Da sollte besonders auf Zweckmäßigkeit geachtet werden. Wir starten ja im April, da kann es auch noch kühler und regnerisch sein, die Kleidung sollte also aus zwei bis drei Lagen bestehen. Wichtig sind auch Wechselsachen. Das muss nicht super-funktionell sein, aber wer im Training schwitzt, sollte sich danach schnell umziehen können.

Was kann ein Gruppentraining bringen? Ist Laufen nicht eher eine ziemlich einsame Sache?

Was immer unterschätzt wird: Viele können den eigenen Schweinehund tatsächlich nicht allein überwinden. Deshalb ist die Gruppe so enorm wichtig. Der Gruppendruck ist in dem Fall sehr positiv. Wenn ich weiß, da warten Trainingskameraden, mit denen ich mich vielleicht schon ganz gut verstehe, bin ich doch ganz anders motiviert und habe vor allem Spaß in der Gruppe. Und wer diesen Kurs schafft, der merkt dann spätestens danach, das Laufen ganz allein für sich auch seinen Reiz hat. Aber für Einsteiger ist die geführte Laufgruppe so wichtig, weil es viele ohne die nicht schaffen würden.

Welche Motivationstricks hat der Lauf-Crack für Einsteiger parat?

 Wer sich für den Kurs anmeldet, sollte es unbedingt allen in seiner Umgebung sagen – seiner Frau, seinem Mann, den Kindern und unbedingt auch den Kollegen. Dann kommt man aus dieser Nummer nicht mehr so ohne Weiteres raus, weil man sich damit selbst ordentlich unter Druck setzt. Und das Trainingstagebuch dann immer in der Nähe des Kühlschranks platzieren.

Und dann immer schön am Kühlschrank vorbeilaufen und niemals aufmachen...

Nicht um den Kühlschrank zu meiden, sondern weil das ein Gegenstand in der Wohnung ist, den man relativ häufig ansteuert und dann auch an das Training erinnert wird. Wer dann die ersten vier Wochen geschafft hat, der braucht keine Motivationshilfen mehr. Dann kommt unweigerlich die Gruppendynamik und damit der Spaß am Laufen.

Von André Böhmer

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