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Legida Legida-Demo soll möglicherweise auf Mittwoch verschoben werden
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Legida und Proteste
23:59 14.01.2015
Legida-Anhänger bei ihrer ersten Kundgebung vor dem Stadion. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Grund sind Unstimmigkeiten über die geplante Route über den Innenstadtring.

Nach LVZ-Informationen hat sich Legida mit dem Ordnungsamt zwar auf eine Kundgebung am Montag ab 18.30 Uhr auf dem Simsonplatz am Bundesverwaltungsgericht geeinigt. Nicht einigen konnte man sich aber offenbar auf einen anschließenden Marsch über Martin-Luther-Ring, Dittrichring, Käthe-Kollwitz- und Friedrich-Ebert-Straße zurück zum Simsonplatz. Denn der Ring ist bereits „blockiert".

Mehrere Initiativen, die sich für „eine weltoffene Stadt der Vielfalt" engagieren, haben für Montag wieder Protestveranstaltungen angekündigt – darunter auf dem Ring. Mit der Anmeldung waren sie wohl schneller. Dem Vernehmen nach wird nun erwogen, die Route oder den Termin auf den kommenden Mittwoch zu verschieben. Bestätigt ist das bislang nicht.

Das Legida-Organisationsteam erwartet mehr Teilnehmer als die zuletzt 4800. „Letzten Montag sind 2000 gar nicht zu uns durchgedrungen", so Sprecher Jörg Hoyer am Mittwochmittag.

Abgrenzung gegen rechtsextremisitsche Tendenzen

Legida will sich anscheinend stärker gegen rechtsextremistische Tendenzen abgrenzen. Zurzeit würden die Erläuterungen zum Positionspapier überarbeitet, so Hoyer. „Etwa die Formulierung zum Kriegsschuldkult war missverständlich und wird nun geändert." Am Montag auf dem Stadionvorplatz hätten auch viele Legida-Anhänger „Nazis raus!" gerufen. Anlass dafür sei ein pro-rassistisches Transparent gewesen.

Erfreut zeigte sich Hoyer über das Gesprächsangebot Leipziger Bürgerrechtler. Gesine Oltmanns, Stephan Bickhardt und Uwe Schwabe haben mit ihrem Aufruf „Für ein Europa freier Bürger mit offenen Grenzen" das Tor zum Dialog geöffnet. Nächsten Dienstag ab 19 Uhr können Legida-Anhänger und Gegner in der Volkshochschule diskutieren. Hoyer: „Das Organisationsteam hatte noch keine Zeit, das Angebot zu besprechen. Aber wenn Leute, die mit uns sympathisieren, dort frei reden können, ist das in Ordnung."

Protestveranstaltungen sind für Montag angekündigt. „Wir wollen uns das städtische Leben nicht vergiften lassen durch die, die dumpf-nationalistischen Parolen hinterherlaufen", so Ex-Thomaskirchenpfarrer Christian Wolff nach einem Treffen der Protestbewegungen. Sie laden am Montag ab 16 Uhr zum Dialog auf dem Nikolaikirchhof ein. Danach beginnt um 17 Uhr ein Friedensgebet in der Nikolaikirche. Ab 18 Uhr ist eine Demo über den Ring geplant, ab 19 Uhr eine Kundgebung am Neuen Rathaus.

Klaus Staeubert und Jens Rometsch

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