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Legida Legida-Teilnehmerzahlen: Leipzigs CDU-Senioren nehmen Polizei in Schutz
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Legida und Proteste
17:27 25.01.2015
Konrad Riedel, Vorsitzender der Leipziger Senioren-Union. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Wie die CDU-Vereinigung am Sonntag mitteilte, sei sie „befremdet“ über die entsprechende Diskussion. Gleichzeitig richtete der Kreisvorsitzende Konrad Riedel den Blick auf die Gegendemonstranten: Bei der Zerstörung von Bahn-Signaltechnik und Blockaden aus brennenden Müllcontainern handele es sich um „bedenkenlos und stillschweigend hingenommene allgemeingefährliche Straftaten der ,guten’ Demonstranten“, wie es in der Mitteilung heißt. Dadurch seien viele mit der aktuellen Politik Unzufriedene am Kommen gehindert und ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit erheblich eingeschränkt  worden.

Riedel betonte, dass die Senioren-Union die ihr bekannten Ziele von Legida ablehnt. Wichtiger als die Teilnehmerzahlen seien jedoch die Gründe und Forderungen der Teilnehmer. „Aber die sind den selbsternannten besseren Menschen egal, denn sie kennen nur ihre Meinung als einzig richtige“, sagte der Kreisvorsitzende. An wen sich der Appell genau richtet, teilte er nicht mit.

Auf der anderen Seite werde die Zahl der Legida-Demonstranten kleingeredet, „statt die inhaltliche Auseinandersetzung zu suchen, mit Teilnehmern in den Dialog zu treten“, kritisierte Riedel. „Natürlich kann man auch über Zählmethoden reden, vielleicht kann man der Polizei auch helfend unter die Arme greifen – obwohl deren gängiges Verfahren auch von Wissenschaftlern praktiziert wird“, heißt es in der Mitteilung seiner Vereinigung. Die Polizei dürfe man deshalb aber nicht an den Pranger stellen. „Denn die Zahl der ,Gegendemonstranten’ wurde auf dieselbe Art ermittelt, wäre also wohl ebenfalls deutlich kleiner“, mutmaßt Riedel. Die Senioren-Union ist eine Vereinigung in der CDU, die sich als Interessenvertretung älterer Menschen versteht.

Nach der Demonstration der islamkritischen Legida-Bewegung in der Leipziger Innenstadt am Mittwoch hatte die Polizei eine Teilnehmerzahl von bis zu 15.000 Menschen angegeben. Zahlreiche Beobachter äußerten danach Zweifel an dieser Einschätzung. Am Tag danach kamen Forscher der Uni Leipzig bei der Auswertung eines Fotos, eines Videos und einer Zählung vor Ort zu dem Ergebnis, dass nicht mehr als 5000 Legida-Teilnehmer über den Ring gezogen waren.

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maf

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