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Legida Legida marschiert mit Bachmann auf Westring – offener Brief von "Leipzig nimmt Platz"
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Legida und Proteste
15:11 24.04.2015
Am 20. April marschierten 500 Legidisten über den westlichen Innenstadtring. (Archivfoto) Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte, wurde den Organisatoren unter Berücksichtigung der Polizeieinschätzung erneut eine Kundgebung vor dem Bundesverwaltungsgericht mit anschließendem Weg über den westlichen Innenstadtring genehmigt.

Nach einer Auftaktkundgebung um 19 Uhr auf dem Simsonplatz sollen Legida-Chef Silvio Rösler und Getreue über Harkortstraße, Martin-Luther-, Dittrich- und Goerdelerring bis zum Richard-Wagner-Platz marschieren und auf selbem Weg wieder zurück zum Simsonplatz kehren können. Nachdem bei der zehnten Legida-Veranstaltung am vergangenen Montag – so wie auch in den Wochen zuvor – kaum mehr als 500 Teilnehmer dabei waren, erwarten die Macher nun wieder 1500 Anhänger.

Grund für die erhöhte Prognose dürfte der geplante Auftritt von Lutz Bachmann, Gründer der Dresdner Pegida-Aufmärsche, am Montag in Leipzig sein. Zudem stehen laut Legida-Selbstauskunft auch Götz Kubitschek (Chefredakteur des rechtspopulistischen Magazins „Sezession“) und der unlängst bei der AfD wegen allzu radikaler Äußerungen geschasste Heiko Bernardy auf der aktuellen Redner-Liste.

Wie das Ordnungsamt am Freitag ebenfalls mitteilte, sollen darüber hinaus auch wieder Gegenveranstaltungen stattfinden. Entsprechende Kooperationsgespräche werden am Nachmittag geführt, nähere Informationen gebe es noch nicht.

Gegendemonstranten unterstreichen Gewaltverzicht

Unter den Anmeldern der Gegendemos dürften auch Vertreter des Netzwerks „Leipzig nimmt Platz“ sein, die seit Beginn der Legida-Aufmärsche maßgeblich am Protest beteiligt sind. Nach einem anonymen Gewaltaufruf zuletzt im Internet und dem immer beherzteren Durchgreifen der Polizei bei den Gegendemonstranten veröffentlichten die Initiatoren am Freitag nun einen offenen Brief an Stadtverwaltung und Polizei. Darin bitten sie um ein zeitnahes Gespräch, „damit die Spirale der Gewalt und Eskalation durchbrochen werden kann“.

Wie es weiter im Schreiben heißt, entstehe „vor dem Hintergrund von Gewaltaufrufen, die wir nicht gutheißen, der Abdrängung zivilgesellschaftlichen Protests und auch durch Verlautbarungen der Polizei“ der Eindruck, dass jegliches Engagement gegen Legida gewalttätig sei. Dagegen verwehrt sich die Initiative allerdings vehement. Vielmehr gebe es auch viele Gegendemonstranten, die nicht nur aktiv gewaltfreien Widerstand leisten, sondern die „sich Tag für Tag engagieren und nicht stumm ertragen wollen, wenn in Leipzig gegen Geflüchtete, Migranten und Nichtrechte gehetzt wird und vermummte Hooligans durch die Straßen ziehen unter der Behauptung das Volk zu sein“, so das Schreiben an Kommune und Polizei weiter. Und nicht zuletzt: „Wir wollen keine gewalttätigen Auseinandersetzungen“, so das Netzwerk am Freitag.

Bereits am Mittwoch war auf dem Portal „linksunten.indymedia“, auf dem zuletzt auch der Gewaltaufruf gegen Legida und Polizei veröffentlicht worden war, eine temporäre Friedenserklärung aufgetaucht. Im durchweg eher satirischem Ton heißt es unter anderem: „Die Leipziger Innenstadt wird zu Ehren des großen Führers Lutz B. befriedet bleiben!“

Matthias Puppe

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