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Legida „Offensive“ plant Aufmärsche in Leipzig-Grünau und in der City
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Legida und Proteste
16:03 14.10.2015
Aufmarsch der „Offensive für Deutschland“ am 26. September in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Parolen vom 23. Legida-Aufmarsch vergangenen Montag sind kaum verhallt, da stehen der Messestadt schon die nächsten rechten Veranstaltungen bevor. Ex-Legida-Chef Silvio Rösler will seine neue Gruppierung „Offensive für Deutschland“ am Samstagnachmittag im Stadtteil Grünau zusammentrommeln und durch die Straßen marschieren. Und nicht nur das: Zwei Tage später plant Rösler bereits die nächste fremden- und islamfeindliche Zusammenkunft auf dem Richard-Wagner-Platz in der City. Das Areal vor der Blechbüchse war frei, weil seine ehemaligen Legida-Mitstreiter am Montag zu Pegida nach Dresden reisen.

Der Aufmarsch am Samstagnachmittag in Grünau wird die zweite „Offensive“-Demo in Leipzig. Bei der ersten am 26. September auf dem Leipziger Augustusplatz waren unter den 350 Teilnehmern auch Hooligans und Neonazis, die zum Teil gewaltbereit auftraten. Rings um den Aufmarsch versammelten sich damals Tausende Gegendemonstranten, protestierten weitgehend friedlich. Vereinzelt flogen aber auch Steine auf die Polizei, 21 Beamte wurden an diesem Nachmittag verletzt. Nach Angaben des Ordnungsamtes treffen sich Rösler und Mitstreiter am Samstag um 17 Uhr am Platz hinter dem Grünauer Allee-Center und wollen danach über Alte Salzstraße, Ringstraße, Ratzelstraße und Mannheimer Straße wieder zurück zum Ausgangspunkt marschieren.

Polizei: Absicherung des Alleecenter ist schwierig

Für die Polizei stellt der Demonstrationsort in der Trabantenstadt eine besondere Herausforderung dar, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de. Nach den Ausschreitungen bei der letzten OfD-Demo, will die Polizei ein erneutes gewaltsames Aufeinandertreffen der Lager am Samstag um jeden Preis verhindern. Vor Schwierigkeiten stellt die Beamten dabei besonders die Absicherung des Allee-Centers zur Haupteinkaufszeit am Samstag. Die Polizei hat dafür Unterstützung aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei angefordert, hieß es. Wie viele Kräfte zur Verfügung stehen, werde jedoch erst kurzfristig feststehen.

Nähere Angaben zur folgenden „Offensive“-Demo am kommenden Montag konnte die Stadtverwaltung noch nicht machen. „Am Freitag werden erste Gespräche mit den Anmeldern geführt“, sagte Christoph Sorger, Mitarbeiter im Referat Kommunikation der Stadtverwaltung. Nach eigenen Angaben will die Gruppe mit der Demo am Montag eine Lücke füllen, die Legida aufgrund der Reise nach Dresden hinterlasse. „Montag ist Demotag in Leipzig. Damit das so bleibt, springen wir für Legida ein.“ Anmelder Silvio Rösler hofft aber offenbar auch, aufgrund des zeitgleichen Pegida-„Geburtstages“, ohne größere Gegenproteste in Leipzig auflaufen zu können.

Über die Demonstrationen am Samstag und Montag hinaus haben Röslers Rechtspopulisten weitere Aufmärsche beim Ordnungsamt angezeigt. Unter anderem am 1. November und 19. Dezember, sagte Stadtsprecher Sorger. Zuvor soll es am 24. Oktober am Rathaus in Markkleeberg eine Kundgebung der „Offensive“ geben.

Von LVZ

Seit Mitte Oktober 2014 – der ersten Pegida-Kundgebung – waren insgesamt 51.300 Polizeibeamte bei den Demonstrationen der Rechtspopulisten im Einsatz, die meisten davon rund um die Legida-Aufmärsche in Leipzig. Die Kosten sind enorm.

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Am kommenden Montag wird es keinen Legida-Protest in Leipzig geben. Stattdessen fahren die Rechtspopulisten nach Chemnitz. Zudem soll es auch in Döbeln eine Gida-Demonstration geben. Gegen beide Aufmärsche regt sich in Leipzig Widerstand.

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Die Grünen wollen rassistische Töne bei den Pegida-Aufmärschen nicht hinnehmen. Landeschef Jürgen Kasek kündigte am Freitag Protest gegen den Aufzug der selbsternannten „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) am Montag in Chemnitz an. Man werde sich Rassismus entschlossen in den Weg stellen. Ein Aufruf zur Blockade des Aufmarschs sei damit nicht gemeint.

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