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Legida Protest gegen Legida: Uni Leipzig verlegt Lehrveranstaltungen ins Freie
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Legida und Proteste
22:14 08.01.2015
Zur Legida-Demo ermuntert die Uni Leipzig ihre Studenten zum Protest - und verlegt am Montag Veranstaltungen kurzerhand nach draußen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Ab 15 Uhr könnten alle Vorlesungen und Seminare im „offenen Raum der Stadt“ stattfinden, teilte der Prorektor für Bildung und Internationales Thomas Hofsäss am Donnerstag via Facebook mit. Die Entscheidung darüber obliegt offenbar den Dozenten.

Ziel sei es, an einer „Leipziger Lehrstunde für Demokratie und Vielfalt teilhaben zu können“, so Hofsäss. „Wir freuen uns darauf, dass alle Universitätsangehörigen, die sich für Vielfalt und Weltoffenheit einsetzen, am 12. Januar an den Kundgebungen teilnehmen. Alle Rektoratsmitglieder werden dabei sein“, kündigte er an.

An der Universität sind derzeit mehr als 28.000 Studenten eingeschrieben. Zu den bislang acht angemeldeten Protestaktionen und dem Sternmarsch werden seitens der Stadt rund 5000 Teilnehmer erwartet – es könnten aber auch mehr werden, sagte Ordnungsamtsleiter Helmut Loris gegenüber LVZ-Online.

Studenten-Demo startet 16 Uhr am Campus

Die Studenten beteiligen sich mit einem eigenen Aufzug unter dem Motto „Legida? Läuft nicht“ an den Gegenprotesten. Dieser soll ab 16 Uhr vom Campus-Innenhof über den Martin-Luther-Ring und die Friedrich-Ebert-Straße bis zum Westplatz führen und sich dann dem Marsch des Bündnisses „Refugees Welcome“ anschließen. Die zentrale Gegenkundgebung des Vereins "Leipzig. Courage zeigen" ist für 18 Uhr am Waldplatz, dem Ziel des Sternmarsches, geplant.

Auch die Rektoren der anderen Leipziger Hochschulen werden bei den Protesten am Montag dabei sein. In einer gemeinsamen Erklärung für Offenheit und Toleranz sprachen sie sich am Donnerstag gegen „intolerantes und fremdenfeindliches Gedankengut“ der Legida-Bewegung aus. „Diese Initiative propagiert ein Weltbild aus diffusen Ängsten und vertritt fremdenfeindliche, nationalistische und sexistische Positionen“, mahnten die Rektoren.

Unterstützung von HTWK bis HHL

Die Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking. Quelle: André Kempner

Die Hochschulen benötigten jedoch den freien Austausch von Gedanken und „die in unserer Stadt herrschende offene Atmosphäre, die eine angstfreie Beschäftigung mit dem Neuen möglich macht und Menschen aus aller Welt fasziniert“, hieß es. Wissenschaft lebe vom Diskurs und nicht von der Verweigerung des Dialogs.

Unterzeichnet wurde der Aufruf von Beate Schücking (Universität Leipzig), Ana Dimke (Hochschule für Grafik und Buchkunst), Robert Ehrlich (Hochschule für Musik und Theater), Gesine Grande (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur), Andreas Pinkwart (HHL Leipzig Graduate School of Management) sowie Volker Saupe (Hochschule für Telekommunikation).

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Robert Nößler

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