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Legida Stadt verlegt Legida-Aufmarsch auf den Augustusplatz – Wolff: rechtsradikales Netzwerk
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Legida und Proteste
16:32 28.01.2015
Teilnehmer der Legida-Demo am 21. Januar in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Als Grund für die Entscheidung nannte Ebert eine nicht zu gewährleistende Sicherheitslage in der Innenstadt.

Legida wollte ursprünglich am Freitag ab 19 Uhr auf dem Markt vor dem Alten Rathaus eine Kundgebung abhalten, bis 17 Uhr findet dort jedoch noch der Wochenmarkt mit etwa 50 Ständen statt. „Aus unserer Sicht ist es deshalb unmöglich, das zu schaffen. Nach dem Ende des Markttages müssen die Stände ja auch noch abgebaut und der Platz entsprechend gereinigt werden“, so Ebert weiter. Das Prozedere dauere mindestens bis nach 18 Uhr.

Mit einem ähnlich umfangreichen Sicherheitsbedarf wie am vergangenen Mittwoch, als mehr als 4000 Polizisten eine Art Wagenburg um Augustusplatz und Ring errichteten, seien Markt und Innenstadt für die Legida-Demo einfach ungeeignet. „Die Sicherheitsmaßnahmen müssten ja bereits ab Mittag beginnen“, so Ebert weiter.   

Endgültige Entscheidung noch offen

Endgültig entschieden ist das Ringen um den nächsten Legida-Treffpunkt allerdings noch nicht. Die Legida-Organisatoren können Rechtsmittel einlegen und mit Hilfe einer möglichen Entscheidung des Verwaltungsgerichts letztlich doch noch auf den Marktplatz ziehen. Unklar ist bisher auch noch, wie sich eine Verlegung auf die Veranstaltungen diverser Legida-Unterstützer auswirken würde, die peripher zum Markt weitere Kundgebungen angemeldet haben. Legida wollte sich damit nach eigenen Worten die „herangekarrte Meute von Antidemokraten und Krawallmachern, in unmittelbarer Nähe, vom Halse halten“.

Die damit gemeinten Gegendemonstranten kündigten noch mehr Protest als vergangene Woche an. Zusätzlich zu den Mahnwachen und Kundgebungen soll am Freitag auch eine große NoLegida-Demonstration stattfinden. Der angedachte Protestzug mit dem Titel „Geflüchtete willkommen – Refugees welcome“ beginnt um 15.30 Uhr am Bayrischen Platz und soll anschließend zur Legida-Marschroute führen. Die größte stationäre Gegenkundgebung „Leipzig zeigt Courage“ ist wieder an der Alten Hauptpost in Rufweite zum Augustusplatz geplant.

Legida-Gegner wollen nicht tatenlos zusehen

Christian Wolff, ehemaliger Pfarrer der Thomaskirche, rief am Mittwoch noch einmal dazu auf, ein deutliches Zeichen für ein weltoffenes Leipzig zu setzen. „Hinter Legida/Pegida steht ein rechtsradikales Netzwerk, das nur das eine Ziel verfolgt: das städtische, gemeinschaftliche Zusammenleben in einer offenen Gesellschaft zu zerstören“, erklärte Wolff und fügte an: „Leipzig aber lässt sich nicht von obskuren Organisationen in Geiselhaft nehmen. Wir werden diesem Katz-Maus-Spiel nicht tatenlos zusehen, lassen uns aber auch nicht zum Büttel machen“.

Wolff und anderen Gegendemonstranten stößt zudem das historische Datum am Freitag als Legida-Aufmarschtag auf. „An diesem Tag besiegelte vor 82 Jahren die NSDAP das Ende der Weimarer Republik mit triumphierenden Kundgebungen“, so Linken-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel stellvertretend für das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Matthias Puppe

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