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Legida und Proteste
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„Willkommen in Leipzig“ vor dem Rückzug – darf Legida jetzt um den Ring laufen?

„Willkommen in Leipzig“ vor dem Rückzug – darf Legida jetzt um den Ring laufen?

Das bürgerliche Bündnis „Willkommen in Leipzig“ steht offenbar kurz davor, alle Legida-Gegendemos auf dem Ring abzusagen. Ursprünglich hatte der evangelische Superintendent Martin Henker alle Montagstermine bis zu den Sommerferien für einen Pilgerweg geblockt.

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Die fünfte Demonstration „Willkommen in Leipzig“ beim Marsch durch die Innenstadt nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche am 23. Februar. Nun überlegt die Bewegung, ihre weiteren Kundgebungen auf dem Ring abzusagen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. „Woche für Woche um den Ring zu laufen, ist nicht zielführend“, sagte er am Dienstag gegenüber LVZ-Online.

Bisher hatte das Ordnungsamt Legida (Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlands) mit Verweis auf den Erstanmelder keine Erlaubnis für eine Route um den Ring erteilt. Henker wollte zwar noch nicht offiziell bestätigen, dass alle Ring-Demos abgemeldet werden. Eine Fortsetzung sei aber unwahrscheinlich, sagte er. Bereits beim Friedensgebet hatte Henker erklärt: „Wir haben entschieden, dass wir es nun beenden, montags um den Ring zu ziehen. Sieben Mal haben wir das nun getan. Im biblischen Sinn heißt es: Wenn sieben erreicht ist, ist alles eingeschlossen und umfangen und alles auch erreicht.“ Eine Anfrag von LVZ-Online an das Leipziger Ordnungsamt, ob Legida nun um den Ring laufen könnte, blieb am Dienstag unbeantwortet.

Am Montag hatte die gemeinsame Initiative von Kirchenleuten, Gewerkschaftsbund und Bündnis 8. Mai (Erich-Zeigner-Haus) überraschend den abendlichen Rundgang nach dem Friedensgebet abgesagt. „Wir stehen nicht einfach gegen Legida sondern für eine Haltung“, betonte Henker. Jetzt gehe es zum Beispiel darum, Ausbildungsplätze für jugendliche Flüchtlinge und Kitaplätze für die Kleinsten zu organisieren. „Man kann nicht davon ausgehen, dass dafür alle begeistert in die Hände klatschen. Das ist Kommunikationsarbeit“, sagte er.

Ordnungsamt: Kein Seitenwechsel auf dem Augustusplatz

Der Zulauf für „Willkommen in Leipzig“ war von Tausenden Demonstranten am 12. Januar auf einige Hundert zurückgegangen. Gleichzeitig etablierte sich die als Satire-Demo angelegte Initiative von „Die Partei“ mit dem Slogan „Legida – das Original“ als Anlaufstelle für kreativen Protest, dem sich am Montag vor dem Gewandhaus auch „Refugees Welcome“ anschlossen.

Die dort aktiven Legida-Gegner wollen den Islamkritikern den Platz vor der Oper streitig machen. Doch ein Seitenwechsel stehe derzeit nicht zur Debatte, teilte das Ordnungsamt gegenüber LVZ-Online mit, dass der verfügte Standort auf der Gewandhausseite ein Vielfaches der Teilnehmerzahlen fasse. Nach LVZ-Informationen spielen aber Abwägungen, wie die Legida-Kundgebung gesichert werden kann, für die Entscheidung eine Rolle.

Wie Statistiker des Instituts für Soziologie der Universität Leipzig per Foto- und Videoauswertung und anhand von Zählungen ermittelten, ist die Legida-Anhängerschaft ihrerseits auf einen harten Kern geschrumpft. Am 21. Januar gingen die Wissenschaftler von maximal 5000 Legidisten aus. „Im Auswertungsvideo von diesem Montag haben wir 830 Teilnehmer beim Spaziergang um den Ring gezählt. Insgesamt schätzen wir 900 bis 1100 Teilnehmer beim sechsten Legida-Aufzug - so wie in der Woche zuvor“, sagte Dozent Stephan Poppe gegenüber LVZ-Online. Die Zahlen seien seit rund drei Wochen relativ konstant.

lyn/mpu/nöß

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