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Pegida Größte Proteste seit Monaten gegen Pegida in Dresden
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Legida und Proteste
23:33 23.01.2017
Mehr als 1000 Menschen beteiligten sich an der Demonstration der neuen studentischen Initiative „WHAT“. Quelle: Hauke Heuer
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Dresden

 Mehr als 1000 Menschen beteiligten sich am Montagabend an einer Demonstration der neuen studentischen Initiative „WHAT“ gegen Pegida in Dresden. Die Initiatoren hatten zu dem Protestmarsch aufgerufen, um ein Zeichen „für eine offene Gesellschaft“ zu setzen. Es waren die seit Monaten größten Proteste gegen die islam- und ausländerfeindliche Bewegung. 

Die Demonstration begann auf der Wiese hinter dem Hörsaalzentrum und führte über die St. Petersburger Straße zum Rathaus, wo eine Zwischenkundgebung stattfand, über die Wilsdruffer Straße zum Theaterplatz. Der Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen, hatte bereits im Vorfeld mit einer Videobotschaft für die Veranstaltung geworben und sprach auf der Auftaktkundgebung. „Direkt vor unserer Haustür in Dresden werden Kräfte immer stärker, die uns vorschreiben wollen, wie wir zu denken haben, wie wir die Welt zu sehen haben und die nicht Willens sind, unsere gesellschaftlichen Grundwerte zu akzeptieren. Lassen sie uns hier und heute ein Zeichen gegen jede Form von Rückwärtsgewandtheit und für Mitmenschlichkeit setzen“, wandte er sich an Demonstranten.

Auch Petra Köpping (SPD), Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, ergriff auf der Auftaktkundgebung das Wort: „Es ist kalt heute in Dresden und es ist kalt in unserer Gesellschaft, dem müssen wir etwas entgegen setzen“, sagte die Ministerin. Die Organisatoren zeigten sich am Rande der Demonstration zufrieden: „Ich finde es super, dass bei unserer ersten Veranstaltung und trotz der Kälte so viele Menschen gekommen sind“, sagte ein Sprecher und kündigte für die Zukunft weitere Aktionen an.

Pegida-Chef lobt Höcke-Rede als "grandios"

Zeitgleich versammelte das Pegida-Bündnis nach Angaben von Durchgezählt rund 1700 bis 2000 Anhänger vor der Frauenkirche. Pegida-Chef Lutz Bachman feierte Donald Trumps Amtseintritt, er sein „ein wirklicher Patriot“. Als zweiter Redner stand Michael Stürzenberger, ehemaliger Bundesvorsitzender der rechtspopulistischen Kleinpartei „Die Freiheit“, auf der Bühne. Bachmann, Stürzenberger und Pegida-Vize Siegfried Däbritz äußerten sich auch zur Rede von Björn Höcke am vergangenen Dienstag im Watzke. „Das war grandios“, so Bachmann. 

Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz. Zwischenfälle gab es nach Angaben eines Sprechers zunächst nicht. Das Pegida-Bündnis geht seit mehr als zwei Jahren montags in Dresden auf die Straße. Regelmäßig gibt es Gegenproteste, an denen sich zumeist aber nur verhältnismäßig wenige Menschen beteiligen. Die nächste Pegida-Versammlung wird voraussichtlich am kommenden Montagabend am Postplatz stattfinden.

Von hh/jw

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