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Pegida Oertel stellt neue Gruppe neben Pegida vor – Kundgebungen in Dresden künftig sonntags
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Legida und Proteste
17:13 02.02.2015
Ex-Pegida-Organisatorin Kathrin Oertel bei Günther Jauch. Quelle: Paul Zinken/Archiv
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Dresden

Pegida war immer montags auf die Straße gegangen.

Die Bewegung hatte sich in der Vorwoche gespalten. Als Grund nannte Oertel Differenzen um die künftige Rolle des umstrittenen Pegida-Mitbegründers Lutz Bachmann und um die Abgrenzung vom Pegida-Ableger Legida. Oertel und ihre fünf Mitstreiter wollen einen neuen Verein „Direkte Demokratie für Europa“ gründen. Besonders über Facebook sollen Interessenten mobilisiert werden. Eine eigene Seite solle zeitnah online gehen.

5000 Teilnehmer zu Kundgebung vor der Frauenkirche erwartet

Für kommenden Sonntag kündigte Oertel eine Kundgebung vor der Dresdner Frauenkirche an. Angemeldet sind 5000 Teilnehmer. „Wir wollen, dass die Menschen in uns ein Sprachrohr finden“, sagte Oertel. Zu den politischen Zielsetzungen wollte sie sich konkret nicht äußern. „Wir sind keine Gegenveranstaltung zur Pegida“, betonte sie. Die Kundgebungen sollten deshalb auch nicht zeitgleich abgehalten werden. Ob die Veranstaltungen künftig immer sonntags sein sollen, sei noch nicht entscheiden. „Wir planen jetzt erst einmal von Woche zu Woche“, sagte Oertel.

Die politischen Ziele der neuen Bewegung stimmten aber weitgehend mit Pegida überein. Oertel nannte die direkte Bürgerbeteiligung nach dem Vorbild der Schweiz. Auch die Zuwanderungs- und Asylproblematik stehe auch künftig im Mittelpunkt. „Direkte Demokratie für Europa“ solle sich weg von der Protest- hin zur Bürgerbewegung entwickeln. Oertel sieht ihren politischen Platz rechts neben der CDU.

Keine privaten Fragen

Die 37-Jährige, Vereinsvize René Jahn, Achim Exner, Bernd-Volker Lincke und Thomas Tallacker hatten nach Streitigkeiten am vergangenen Dienstag ihren Pegida-Austritt angekündigt. Schon am Sonntag zuvor habe sich Ingo Friedemann aus Verein und Organisationsteam zurückgezogen. Sie spreche im Namen aller sechs Pegida-Aussteiger, sagte Oertel, die trotz anderslautender Einladung allein zur Pressekonferenz gekommen war. Ob sie im neuen Verein den Vorsitz übernehmen wird, ließ sie offen. 

Mit Bachmann, der nach Bekanntwerden eines „Hitler-Selfies“ und menschenverachtender Beleidigungen gegen Ausländer vom Pegida-Vereinsvorsitz zurückgetreten war, verbinde sie eine jahrzehntelange Freundschaft, sagte Oertel. Sie seien gemeinsam in Coswig aufgewachsen. Fragen zu ihrem aktuellen Verhältnis wich die 37-Jährige aus. „Die politische Ebene ist die eine Seite, die private Ebene die andere“, sagte Oertel. Und private Fragen beantworte sie nicht (mit dpa).

sl/mro

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