Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Pegida Studie: Sachsen Spitzenreiter bei Gewalt gegen Flüchtlinge – Pegida-Klima motiviere Täter
Thema Specials Legida und Proteste Pegida
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Legida und Proteste
11:58 28.01.2015
Flüchtlinge, wie diese Familie aus Syrien, wurden in Sachsen 2014 häufiger attackiert, als in anderen Bundesländern. Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

In keiner anderen Region Deutschlands habe es im vergangenen Jahr mehr tätliche Angriffe auf Asylbewerber gegeben. Der Hass auf Flüchtlinge beschränke sich aber nicht nur auf Ostdeutschland, heißt es in einer Mitteilung der Berliner Institutionen. Die meisten Anschläge auf Asylbewerber-Unterkünfte seien in Nordrhein-Westfahlen verübt worden.

In Sachsen wurden im vergangenen Jahr 25 tätliche Angriffe auf Flüchtlinge und Migranten von den Behörden registriert, die rassistisch motiviert waren, sagte ein Sprecher der Amadeu Antonio Stiftung gegenüber LVZ-Online. Dabei sei vor allem auffällig, dass die Tendenz zum Jahresende anstieg. Die Forscher vermuten deshalb auch einen Zusammenhang mit den im Oktober beginnenden Pegida-Demonstrationen.

Migranten und Flüchtlinge hätten zudem berichtet, dass es im Zuge der Demos in Dresden deutlich häufiger zu rassistischen Pöbeleien gekommen sei. „Wie auch immer sich Pegida offiziell von Rassismus und Gewalt distanzieren mag: Eine Bewegung, die massiv von rassistischen Ressentiments geprägt ist und sich selbst als ‚Volkes Wille’ inszeniert, schafft ein Klima, das rassistische Gewalttäter motiviert, den vermeintlichen ‚Volkswillen’ zu vollstrecken“, erklärte Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung.

Ingesamt wurden bundesweit im vergangenen Jahr 77 tätliche Übergriffe auf Flüchtlinge erfasst. Die Zahl der Brandanschläge auf Asylbewerberheime bezifferten die Forscher auf insgesamt 35. Zudem habe es anno 2014 in der Bundesrepublik 118 rassistische Sachbeschädigungen an Flüchtlingsunterkünften und 256 fremdenfeindliche Kundgebungen und Demonstrationen gegeben.

Dabei treten laut der Studie häufig organisierte Rechtsextreme auf, „gern unter dem Deckmantel ‚besorgter Bürger’. Für die Hetzveranstaltungen wird meist über entsprechende Facebook-Seiten mobilisiert, auf denen Asylsuchende als ‚Wirtschaftsflüchtlinge’ und angebliche Gefahr denunziert werden“, heißt es weiter. Die Anfeindungen treffen vielerorts aber auch auf massiven Widerspruch in der Bevölkerung. „Die Antwort auf die rassistische Hetze muss aktive Solidarität mit Flüchtlingen und Migranten sein“, so Reinfrank.

Dokumentation im Internet: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

mpu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige