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Pegida Unwort des Jahres heißt „Lügenpresse“ – Legida verwendet „zentralen Kampfbegriff“
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Legida und Proteste
12:48 13.01.2015
Das Unwort des Jahres heißt Lügenpresse. Quelle: dpa
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Darmstadt

Das Schlagwort „war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien“, teilte die „Unwort“-Jury unter dem Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich am Dienstag in Darmstadt mit. „Lügenpresse“ werde „von Leuten gezielt verwendet, die Pegida steuern wollen“, sagte Janich. Am Montag war das Wort auch während der Legida-Demonstration am Leipziger Stadionvorplatz mehrfach zu hören.

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Hintergrund seien „rechtsextreme Gründe“ - was aber nicht allen Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen bewusst sei. Mit dem Ausdruck würden Medien allgemein diffamiert. „Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit.“

Der Ausdruck sei siebenmal eingesandt worden. Insgesamt hatte es rund 1250 Vorschläge gegeben. Die sprachkritische Jury entscheidet aber unabhängig und richtet sich nicht nach der Häufigkeit der Einsendungen. Der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marco Wanderwitz aus Chemnitz, lobte die Wahl. „Eine Woche nach dem terroristischen Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und im Angesicht von Pegida trifft die Jury den Nagel auf den Kopf: Die Presse- und Meinungsfreiheit ist leider auch in den freiheitlichen westlichen Demokratien immer wieder aufs Neue bedroht“, teilte Wanderwitz mit.

Gerügt wurden auch die Bezeichnungen „erweiterte Verhörmethoden“ sowie „Russland-Versteher“. Der erste Begriff sei durch den Bericht des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA bekanntgeworden. „Der Ausdruck ist ein Euphemismus, der unmenschliches Handeln, nämlich Folter, legitimieren soll“, meinte die Jury. Bei „Russland-Versteher“ werde „in der aktuellen außenpolitischen Debatte das positive Wort „verstehen“ diffamierend verwendet“.

Zum „Unwort des Jahres 2013“ war „Sozialtourismus“ gewählt worden, 2012 „Opfer-Abo“, 2011 „Döner-Morde“. Die „Unwort“-Aktion gibt es seit 1991. Neben der unabhängigen, sprachkritischen Jury mit ihrer Sprecherin in Darmstadt wählt davon getrennt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das „Wort des Jahres“. Für 2014 wurde im Dezember die Bezeichnung „Lichtgrenze“ bekanntgegeben. Der Name stand für ein Kunstwerk in Berlin anlässlich des Festakts im vergangenen November zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Knapp 7000 weiße Ballons stiegen in den Himmel. Sie hatten den Verlauf der deutschen Teilung als Lichtgrenze nachgezeichnet. (dpa)

Joachim Baier

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