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Wissenschaftler üben Kritik an Pegida-Studie der TU Dresden

Wissenschaftler üben Kritik an Pegida-Studie der TU Dresden

Die Studie der TU Dresden zum Teilnehmerfeld der Dresdner Pegida-Studien erfährt harte Kritik. Vor allem aufgrund der Zahl und Auswahl der Beteiligten wird die Gültigkeit der Ergebnisse angezweifelt.

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TU-Professor Hans Vorländer stellte am Dienstag die erste Studie zu Pegida vor.

Quelle: Stephan Lohse

Dresden. An drei Terminen im Dezember und Januar hatten je 15 Mitarbeiter und Studenten der TU Dresden unter Leitung von Professor Hans Vorländer Pegida-Teilnehmer befragt. Von rund 1200 Angesprochenen hatten dabei nur 400 geantwortet.

"Es ist sehr schwierig, aus einer Masse eine vernünftige Stichprobe zu ziehen", sagte der Geschäftsführer des Forsa-Instituts, Meinungsforscher Manfred Güllner , der "Welt". Bei der Umfrage unter den Pegida-Demonstranten wisse man nicht, wer die Auskunft verweigert hat. Bei der Interpretation der Ergebnisse sei er deshalb äußerst vorsichtig. Denn: "Wir wissen, dass sich Rechtsradikale meistens nicht befragen lassen", sagt Güllner.

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Dresden. Die Technische Universität Dresden hat am Mittwochvormittag erste Untersuchungen zu den Phänomen Pegida vorgestellt. Die Ergebnisse ergaben, dass der „typische“ Pegida-Demonstrant aus der Mittelschicht stammt und gut gebildet ist. Er ist im Schnitt 48 Jahre alt, männlich, lebt in Dresden beziehungsweise Sachsen, weist keine Konfession und auch keine Parteizugehörigkeit auf.

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Der Wirtschaftsinformatiker Christian Reinboth findet weitere Fehler: So sei es theoretisch möglich gewesen, dass ein Pegida-Sympathisant gleich drei Mal befragt wird. Zudem sei die Stichprobe zu klein und nicht zufällig ausgewählt. Damit Schlussfolgerungen auf die Pegida-Menge zu ziehen, sei höchst problematisch.

TU-Professor Vorländer hatte seine Studie als „empirisch gesättigt“ bewertet, gab aber zu, dass diese nicht repräsentativ sei. Die Antwortquote von 35 Prozent sei aber kein schlechter Wert, hatte Vorländer bei der Vorstellung der Ergebnisse gesagt. Große Verzerrungen seien trotz der vielen Verweigerungen nicht zu erwarten.

Das sehen nicht alle so: „Schließlich ist es mehr als wahrscheinlich, dass es die radikaleren zwei Drittel der Demonstranten waren, die die Umfrage mit dem ‚Establishment’ verweigerten – so wie sie auch regelmäßig Interviews mit der ‚Lügenpresse’ verweigern. Dieses Artefakt der selektiven Nichtbeantwortung erklärt wahrscheinlich auch, warum Pegida in der Umfrage demographisch so ‚normal’ aussieht“, meint der Ökonom Hannes Hemker. Auch Vorländers Mitarbeiter hatten berichtet, dass die Stimmung ihnen gegenüber teils ablehnend bis feindselig gewesen sei.

Für viele Beobachter der Pegida-Demonstrationen zeigt dies, wie widersprüchlich das Teilnehmerfeld ist. So sind unter den bis zu 20.000 Menschen sehr wohl diejenigen dabei, die die von Vorländer beschriebene Mittelschicht repräsentieren und nicht aufgrund rassistischer Vorurteile kommen. Gleichzeitig sind an Montagen auch zahlreiche aggressive und gewaltbereite Männer zu beobachten, die teils auch aus der rechtsextremen und der Hooliganszene stammen. Zudem werden in direkten Gesprächen immer wieder rassistische Stereotype bedient – laut der Vorländer-Studie werden diese nur von 15 Prozent seiner Befragten als Grund für die Teilnahme bei Pegida genannt.

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