Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Leichenfund am Leipziger Elsterbecken Frauen in Leipzig umgebracht und zerstückelt – Mann soll lebenslang in Haft
Thema Specials Leichenfund am Leipziger Elsterbecken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
  • weitere
    16:19 02.03.2018
    Dovchin D. mit seinem Verteidiger Stefan Wirth. Quelle: Kempner
    Anzeige
    Leipzig - 

    Ein 38 Jahre alter Mann soll wegen zweifachen Mordes und Störung der Totenruhe lebenslang in Haft. Zudem soll die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Damit wäre eine Entlassung nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen. Das beantragte Staatsanwalt Torsten Naumann am Freitag.

    Der gebürtige Mongole soll zwei Frauen in Leipzig mit bloßen Händen erwürgt und ihre Leichen zerstückelt haben. Seit Mitte November vergangenen Jahres muss sich Dovchin D. vor dem Landgericht Leipzig verantworten.Das Urteil soll dann am Montag verkündet werden.

    Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der Mann im April 2016 in seiner Wohnung im Stadtteil Lindenau eine 43-jährige Portugiesin mit beiden Händen erwürgt. Zuvor habe er mit der betrunkenen Frau sexuellen Kontakt gehabt. Als sie am nächsten Tag wieder klar war, habe sie Geld gefordert. Da, so die Anklage, hat D. sie umgebracht. Die zerstückelte Leiche wurde kurz darauf im Elsterflutbecken gefunden. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Tat als Mord aus Heimtücke und Störung der Totenruhe. „Es ist das denkbar Schlimmste, was man sich da vorstellen kann“, betonte Naumann.

    Zweiter Mord im November

    Im November desselben Jahres hat der Mann laut Anklage eine 40-jährige Deutsche aus Wut über sexuelle Zurückweisung erwürgt. Ihre Leiche soll er bis spätestens Januar 2017 aufbewahrt haben. Die Leichenteile entsorgte er dann laut Staatsanwaltschaft im Hausmüll, in der Toilette und in einem Abbruchhaus. D. habe dagegen angegeben, dass er der Frau, Mutter einer kleinen Tochter, einen Todeswunsch erfüllt habe. Diese Version glaubte ihm der Staatsanwalt nicht und plädierte auf Mord aus niedrigen Beweggründen und ebenfalls Störung der Totenruhe.

    Verteidiger Stefan Wirth plädierte in beiden Fällen auf Totschlag und sieht auch den Tatbestand der Störung der Totenruhe nicht erfüllt.

    Der psychiatrische Gutachter bescheinigte dem Angeklagten zuvor volle Schuldfähigkeit. Er bescheinigte dem Mongolen eine „Krise des sozialen Abstiegs“ und einen „Impulsdurchbruch“. Dass der Angeklagte beide Leichen zerstückelte, hat nach Ansicht des Gutachters nichts mit psychisch krankhaften Zügen des Angeklagten zu tun, sondern lediglich mit der Frage des Abtransports.

    Von Frank Döring/Matthias Roth

    Anzeige