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LVZ-Autorenarena Spannung, Kunst, Politik: Der Samstag in der LVZ-Autorenarena 2018
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LVZ Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse 2019
10:24 19.03.2018
Gregor Gysi (r.) und LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer in der LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse 2018 Quelle: André Kempner
Fotos aus der LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse 2018, u.a. mit Gregor Gysi, Gretchen Dutschke, Guido Knopp, Dominique Horwitz, Sabine Ebert, Joschka Fischer, Sebastian Fitzek.

11.00 Uhr: Navid Kermani
"Entlang den Gräben -  Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan"
Reportage, Verlag C.H. Beck

Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Navid Kermani ist entlang den Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern. Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird. Navid Kermani ist im Auftrag des SPIEGEL von seiner Heimatstadt Köln durch den Osten Europas bis nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern, gereist.

Die Reise führte ihn mitten durch den jüdischen "Ansiedlungsrayon" der Zarenzeit, die "Bloodlands" des Zweiten Weltkriegs, am Riss zwischen Ost und West entlang, wo der Kalte Krieg längst nicht zu Ende ist und im Donbass zum heißen Krieg wird. Er hat die Trümmer zerstörter Kulturen und die Spuren alter wie neuer Verwüstungen gesehen. Vor allem hat er Menschen getroffen, die innerlich zerrissen sind, weil sie sich auf der Suche nach Heimat und Wohlstand auf eine Seite schlagen müssen. Mit wenigen Strichen lässt er das Nachtleben der Großstädte lebendig werden, Geschäfte wie zu Sowjetzeiten, hippe Cafés, die Gelassenheit in Frontnähe und die Angst vor den anderen, wer immer das ist.

Moderation: Mathias Wöbking

11.30 Uhr: Raphael Thelen, Thomas Victor
"Ein Roadtrip auf der B96"
Reportage, be.bra Verlag

Zu DDR-Zeiten war die Fernverkehrsstraße 96 eine »Straße der Träume«. Wer auf ihr in Richtung Berlin und Ostsee unterwegs war, der konnte ein bisschen träumen – von einem anderen Leben und von großer Freiheit. Aber wovon träumen die Menschen entlang der B96 heute? Raphael Thelen und Thomas Victor wollten es herausfinden und sind über 570 Kilometer vom tiefsten Sachsen über Hoyerswerda, Berlin und Stralsund bis zur Ostsee nach Rügen gefahren. Die Menschen, die sie unterwegs getroffen haben, sind so ganz anders, als gängige Klischees glauben machen wollen.

Moderation: Olaf Majer

12.00 Uhr: Gretchen Dutschke
"1968. Worauf wir stolz sein dürfen"
Kursbuch Edition im Murmann Verlag

Gretchen Dutschke ist gebürtige Amerikanerin und ging für ihr Theologiestudium nach Deutschland, wo sie im Sommer 1964 ihren späteren Mann, Rudi Dutschke, kennenlernte. Zusammen mit ihm, einem der führenden Sprecher der bundesrepublikanischen Studentenbewegung, hat sie den Aufbruch der sogenannten 68er aktiv miterlebt.

Unter den Neuerscheinungen zu 1968 wird diese Bilanz eines gesellschaftlichen Aufbruchs gleichzeitig eine der persönlichsten und eine der kritischsten sein. Persönlich, weil nicht nur die Sicht der Autorin Gretchen Dutschke, sondern auch ihre von heutiger Warte aus bisweilen bizarren Erlebnisse zum Tragen kommen. Kritisch, weil sie, obwohl so mitten im Geschehen, immer die zwar sympathisierende, aber eben auch distanzgeprägte Sicht auf eine dann doch „fremde“ Gesellschaft behält. Auf dieser Grundlage gelingt es ihr, die bleibenden „Erfolge“, „Errungenschaften“, „Botschaften“ der mittlerweile historischen 68er zu vermitteln, die weit über das hinausgehen, was in der Zeit selbst im engeren Sinne politisch verhandelt wurde.

Moderation: Jürgen Kleindienst

12.30 Uhr: André Kubiczek
"Komm in den totgesagten Park und schau"
Roman, Rowohlt Berlin

Deutschland, in der Gegenwart: Die öffentliche Verwaltung knirscht, Autonome und Illegale besetzen immer mehr Nischen, Gemurmel von einer Revolution geht um. Halbwegs bürgerlich lebt Marek, Inhaber einer Unistelle, mit seiner Frau Adriana und deren Kindern aus erster Ehe. Als die Schulleiterin Marek absurde Vorwürfe macht, fängt dieser einen Kleinkrieg an. Als Mareks Kollege Veit handfest eingreift, nimmt die Eskalation ihren Lauf. Währenddessen kommt Mareks Sohn Felix, neunzehn, zu Besuch, um seinen Vater endlich zu verstehen, denn: «Er hat immer nur einen winzigen Schritt neben den richtigen Weg gesetzt, aber das ziemlich oft, und die Summe dieser vielen, kleinen falschen Schritte hat ihn auf die falsche Spur gebracht.» Nach einer chaotischen Flucht stranden sie in der Böhmischen Schweiz. Hier, in einem abgelegenen Weberhäuschen, lernen Vater und Sohn sich selbst und einander kennen und warten ab, bis sich die Wogen zu Hause und im Land geglättet haben. Beide stellen sich die gleiche Frage: Wie konnte es nur so weit kommen?

André Kubiczek schildert eine Vater-Sohn-Beziehung im Ausnahmezustand – und übertrumpft die absurde Wirklichkeit nicht durch überdrehte Volten, sondern zeigt fabelhaft, wie wir unserem ganz persönlichen Untergang entgegentaumeln.

Moderation: Mathias Schönknecht

13.00 Uhr: Gregor Gysi
"Ein Leben ist zu wenig"
Autobiografie, Aufbau Verlag

Kaum ein deutscher Politiker wurde so geschmäht, kaum einer schlug sich so erfolgreich durchs Gestrüpp der Anfeindungen – hin zu einer anerkannten Prominenz: In seiner Autobiographie erzählt Gregor Gysi von seiner Kindheit und Jugend, schildert seinen Weg zum Rechtsanwalt, gibt Einblicke in sein Verhältnis zu Dissidenten (»Bahro war mein spannendster Fall«) und in die Spannungsfelder an der Spitze von Partei und Bundestagsfraktion. Vor allem aber berichtet er von der erstaunlichen Wendung, die sein Leben mit dem Herbst 1989 nahm: Der Jurist wird Politiker. »Einfach wegrennen, das wollte ich nie«, sagt Gysi und trifft damit einen Kern seines Wesens: Widersprüche aushalten.

Ein Leben und eine Familiengeschichte, die von Russland bis Rhodesien führt, in einen Gerichtsalltag mit Mördern und Dieben und zu der ein Lob Lenins und die Nobelpreisträgerin Doris Lessing gehören.

Moderation: LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer

13.30 Uhr: Prof. Dr. med. Jalid Sehouli
 "Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut rüberzubringen"

Ein einziger Satz kann ein Leben von Grund auf verändern. Doch schwierige oder schlechte Nachrichten gut zu überbringen ist eine hohe Kunst. Wer wüsste das besser, als ein Arzt, der oftmals Gespräche führt, die darüber entscheiden, ob ein Leben gut oder schlecht weitergeht.  Jalid Sehouli, Chefarzt für Gynäkologie an der Berliner Charité, hat intensiv nach Leitlinien gesucht, die jeder angehende Arzt lernen kann, um lebensbedrohliche bis tödliche Diagnosen empathisch-konstruktiv zu vermitteln.

Der Krebsexperte unterstreicht in seinem Buch „Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen“ die lebensnotwendige Bedeutung guter Patientengespräche für den Behandlungsprozess, und bietet jedem, der sensible Kommunikationsaufgaben  – auch jenseits der Medizin – übernehmen muss wertvolle Anregungen; Empfehlungen für die Besprechung existenzieller Situationen verknüpft Sehouli mit berührenden und dramatischen Geschichten aus seiner ärztlichen Praxis.

Moderation: Nikos Natsidis

14.00 Uhr: Guido Knopp
"Meine Geschichte"
Autobiografisches Sachbuch, C. Bertelsmann

Mister History blickt zurück: Guido Knopp verknüpft autobiografische Stationen und persönliche Erlebnisse mit zentralen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen sechs Jahrzehnte. Er erinnert sich an Begegnungen mit bedeutenden historischen Persönlichkeiten genauso wie mit unbekannten Zeitzeugen. Immer vor dem Hintergrund seines Lebensthemas, der deutschen Geschichte. Ihr verhalf er mit seinen Geschichtssendungen im ZDF zu nie dagewesenen Einschaltquoten, die zugehörigen Begleitbücher wurden zu großen Erfolgen. Er prägte das neue Geschichtsfernsehen und wurde damit für Millionen Zuschauer zum wichtigsten Geschichtslehrer.

Moderation: André Böhmer

14.30 Uhr: Dirk Zöllner
"Affenzahn"
Kolumnen, Eulenspiegel Verlag

Dirk Zöllner kann Songs schreiben, singen und von der Bühne aus das Publikum begeistern, das weiß man. Dass er auch ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, hat er in seiner Autobiografie bewiesen. Er selbst bezeichnet sich als »freischaffender Überlebenskünstler«. Seine unkonventionellen Ansichten über Kunst und Leben stellt er in den pointierten Kolumnen dieses Buches zur Diskussion. Er lässt die Glocken für »Silly« läuten, bekennt, wie alle Musik-Normalverbraucher fast immer die Best of seines eigenen Lebens zu hören, fragt, was Seelensänger Seal mit einem Eiszapfen will, und hält an unverrückbaren Wahrheiten fest, beispielsweise: »Richtige Bands sind Banden, von pubertierenden Jungs gegründet, die ganz viel Bock auf das Leben und die Mädchen haben.«

Moderation: Norbert Wehrstedt

15.00 Uhr: Dominique Horwitz
"Chanson d‘Amour"
Roman, Knaus Verlag

Spätsommer in Weimar. Theaterintendant Johannes Sander ist neu in der Stadt, aber die Kulturschickeria, voran der Chefredakteur der Lokalzeitung, will ihn wieder loswerden. Dazu ist jede Intrige recht. Doch ausgerechnet zwischen Sander und Christiane, der Frau des Journalisten, funkt es gewaltig: Das ist nicht die einzige gefährliche Liebschaft im Schatten des Nationaltheaters. In der jungen Ehe von Sanders Freund Roman Kaminski kriselt es, und dessen Adoptivtochter verliebt sich das allererste Mal. Lebensklug und mit viel Esprit erzählt Dominique Horwitz von den ach so verschiedenen Spielarten der Liebe. Dominique Horwitz, geboren 1957 in Paris, ist Schauspieler, Regisseur und Sänger.

Moderation: Peter Korfmacher

15.30 Uhr: Sabine Ebert
"Schwert und Krone - Der junge Falke"
Historischer Roman, Knaur Verlag

Anfang 1147 sorgen Hungersnot und Weltuntergangspropheten in deutschen Landen für Verzweiflung. Fast alle großen Adelshäuser rüsten für zwei Kreuzzüge. Unter König Konrad wollen Zehntausende ins Heilige Land, während die östlichen Fürsten planen, mit ihrem „Wendenkreuzzug“ slawische Gebiete an Elbe, Havel und Küste zu erobern. Bevor sie aufbrechen, werden strategische Ehen geschlossen.

Das große Friedrich-Barbarossa-Epos von der Bestseller-Autorin Sabine Ebert geht weiter! Band 2 der großen Mittelalter-Saga.

Moderation: Anita Kecke

16.00 Uhr: Joschka Fischer
"Der Abstieg des Westens. Europa in der neuen Weltordnung des 21. Jahrhunderts"
Sachbuch, Kiepenheuer & Witsch

Eine schonungslose Analyse über das Ende der Dominanz des Westens und den Beginn einer neuen Weltordnung.  Wir alle haben in den letzten Jahren die dramatischen Brüche in der internationalen Politik erlebt, die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, den Brexit und den Auftstieg nationalistischer, autoritärer und fremdenfeindlicher Parteien und Politiker in Europa. Joschka Fischer untersucht in seiner Studie die dahinterliegenden geopolitischen Verschiebungen, das Ende des »Jahrhunderts des Westens«, den unaufhaltsamen Aufstieg Chinas zur neuen Weltmacht und die dramatischen Erschütterungen, in denen sich die neue Epoche der Weltgeschichte Bahn bricht. Dabei blickt Joschka Fischer auf die gefährlichen Prozesse der Selbstdemontage, die die westliche Welt durchlebt, und die Bedrohungen für den Frieden, die Nationalismus und Isolationismus auch für Europa bedeuten.

Moderation: LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer

16.30 Uhr: Fabian Kahl
"Der Schatzsucher. Auf der Jagd nach Kunst und Kuriositäten"
Autobiografie "Bares für Rares", Eden Books

Der Leipziger Kunst- und Antikhändler Fabian Kahl gehört zur Stammbesetzung der Trödelshow »Bares für Rares«. Seit 2013 sitzt er regelmäßig am Händlertisch der ZDF-Erfolgssendung. Der selbst ernannte »Antikjäger« hat sich schon in jungen Jahren für Antikes und Kunst begeistert und seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. In diesem Buch erzählt er nicht nur von seinem persönlichen Werdegang und ungewöhnlichen Entdeckungen bei der »Schatzsuche« auf Flohmärkten, Messen und in Nachlässen, sondern gibt wertvolle Tipps und Tricks für die Bewertung und den An- und Verkauf von Raritäten und kuriosen Einzelstücken. Ein Buch nicht nur für Fans von »Bares für Rares«, sondern für Flohmarktgänger, Antikbegeisterte und Leser, die sich mit dem Blick des Fachmanns auf Schatzsuche begeben möchten.

Fabian Kahl, geboren 1991 in Thüringen, stammt aus einer Antiquitätenhändlerfamilie. Bereits mit 17 Jahren eröffnete er sein eigenes Antiquitätengeschäft in Berlin, mit 20 führte er eine Kunstgalerie in Leipzig. Seit der ersten Staffel im Jahr 2013 ist er regelmäßig als Händler in der ZDF-Sendung »Bares für Rares« zu sehen. Fabian Kahl lebt in Leipzig.

Moderation: Kerstin Decker

17.00 Uhr: Sebastian Fitzek
"Flugangst 7A"
Psychothriller, Droemer Verlag

Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt. Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen. Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin. Ein labiler Passagier, der unter Gewaltphantasien leidet. Und ein Psychiater, der diesen Patienten manipulieren soll, um an Bord eine Katastrophe herbeizuführen. Sonst verliert er etwas sehr viel Wichtigeres als sein Leben … Der neue Psychothriller von Bestseller-Autor Sebastian Fitzek spielt  mit den menschlichen Urängsten des Eingeschlossenseins und der Hilflosigkeit an Bord eines Flugzeugs.

Moderation: Anita Kecke

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