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LVZ-Autorenarena LVZ-Autorenarena 2019: Die Gäste am Donnerstag
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LVZ Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse 2019
10:57 21.03.2019
Blick in die LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse (Archivbild) Quelle: André Kempner
Leipzig

...unter anderem Krimikönigin Ingrid Noll, der tschechische Schriftsteller Pavel Kohout und sein Landsmann Jáchym Topol, Jugendbuchautorin Julya Rabinowich, Feridun Zaimoglu und der bekannte ARD-Russland-Korrespondent Fritz Pleitgen. Den Donnerstag eröffnen darf jedoch Lokalmatadorin Angela Krauß.

Die Leipziger Volkszeitung überträgt alle Gespräche via LiveStream auf LVZ.de.

11 Uhr: Angela Krauß – „Der Strom“

Vielleicht die poetischste Art, 30 Jahre nach der Wende Bilanz zu ziehen: Es ist Sommer, die Leipziger Dichterin hält Mittagstisch an ihrem Platz neben dem Klavier, ihr Mäzen spielt Tennis, der Besitzer des französischen Restaurants bedient sie stets selbst. So wie die Dichterin hier Erinnerungs- und Zukunftspartikel einsammelt, so abrupt durchfährt sie eines Nachts ein unbekannter Strom, als sollte sie unter hohem Druck aus ihrem Körper vertrieben werden. Es ist an der Zeit, ihre Siebensachen zu packen. In Angela Krauß’ magischer Sprache entfaltet sich eine poetische Existenz, in der die Wirklichkeit vibriert. (Suhrkamp Verlag)

Moderation: Jana Brechlin

11.30 Uhr: Jáchym Topol – „Ein empfindsamer Mensch“, Roman

Als „politischer Gegenwartsroman“ wurde Topols neuer Roman in Tschechien gefeiert. Er spielt 2015. Eine tschechische Künstlerfamilie, eine Art Living Theatre, gastiert beim Shakespeare Festival in Großbritannien und wird von Brexit-Anhängern aus dem Land gejagt. Im Campingwagen reisen sie quer durch Europa, gegen den Strom der Flüchtlinge, Richtung Osten. Sie geraten ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet, treffen Gérard Depardieu, klauen ihm seinen BMW und machen sich auf den Heimweg nach Böhmen. Sprachgewaltig und karnevalesk ist Topols Vermessung Europas. (Suhrkamp Verlag)

Moderation: Pia Siemer

12 Uhr: Ingrid Noll – „Goldschatz“, Kriminalroman

Fünf junge Leute wollen es der Wegwerfgesellschaft zeigen: Tante Emmas altes Bauernhaus soll nicht abgerissen, sondern in eine alternative Studenten-WG verwandelt werden. Doch für die Renovierung fehlt das Geld. Da taucht in Emmas Trödel ein Säckchen mit wertvollen Goldmünzen auf. Aber der Schatz holt sie nicht etwa aus der Bredouille. Im Gegenteil, er führt sie mitten hinein und macht sie mit den unschönen Regungen des menschlichen Herzens bekannt. (Diogenes Verlag)

Moderation: Armin Görtz

12.30 Uhr: Anselm Oelze – „Wallace“, Roman

Mit seinem Debüt ist Anselm Oelze ein philosophischer Abenteuerroman gelungen, ein literarisches Denkmal für die Außenseiter des Lebens und der Geschichte (nominiert für Debütpreis der Lit.cologne) Die Geschichte beginnt im Frühjahr 1858: Ein Brief verlässt eine kleine Insel in den Molukken. Sein Ziel ist Südengland, sein Inhalt: ein Aufsatz über den Ursprung der Arten. Kaum ein Jahr später sorgt die Schrift für Aufsehen und wird bekannt als Theorie der Evolution. Doch nicht der Verfasser des Briefes, der Artensammler Alfred Russel Wallace, erntet den Ruhm dafür, sondern sein Empfänger, der Naturforscher Charles Darwin. 150 Jahre später stößt der Museumsnachtwächter Albrecht Bromberg auf das Schicksal des vergessenen Wallace. Er begibt sich auf seine Spuren und fasst einen Plan, der endlich denjenigen ins Licht rücken soll, der bisher im Dunkeln war. (Schöffling & Co)

Moderation: Jana Brechlin

13 Uhr: Pavel Kohout – „Aus den Tagebüchern eines Europäers“

Am 20. Juli 2018 feierte Pavel Kohout seinen 90. Geburtstag. In den Tagebüchern eines Europäers blickt er, der als bedeutender Zeitzeuge Europa literarisch und politisch mitgeprägt hat, auf sein Leben zurück und behandelt zugleich die großen Themen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine »Memoiromane« – Kohouts eigene Wortschöpfung, die eine Verschmelzung literarischer Dichtung mit biografischer Wahrheit bezeichnet – umfassen eine Epoche, in der sich die Welt mehr gewandelt hat als in allen früheren der Menschheitsgeschichte. (Osburg Verlag)

Moderation: André Böhmer

13.30 Uhr: Frank Goosen – „Kein Wunder“, Roman

Berlin, 1989. Fränge ist Anfang 20 und genießt das Leben in vollen Zügen. Freundinnen hat er gleich zwei: Marta im Westen und Rosa im Osten – die natürlich nichts voreinander wissen. Als Förster und Brocki aus Bochum zu Besuch kommen, macht das die Sache nicht einfacher, denn Rosa bringt auch bei Förster so einiges in Unordnung. Frank Goosens neuer Roman ist eine wunderbare Komödie über eine Zeit, als es mehr Deutschlands gab, als man brauchte. Und über einen selbst ernannten »Weltenwanderer der Liebe« im geteilten Berlin – der aus guten Gründen nicht gerade scharf ist auf eine Veränderung der politischen Verhältnisse. (Kiepenheuer & Witsch)

Moderation: Mark Daniel

Wo ist die LVZ-Autorenarena?

Die LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse finden Sie in:

Halle 5, Stand D100

14 Uhr: Masha Gessen – „Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und verlor“ (Buchpreis zur Europäischen Verständigung)

Masha Gessen wird zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Sie stammt aus Russland, lebt aber in den USA. Ihr Buch ist eine große Erzählung von Aufbrüchen und gescheiterten Hoffnungen. Fesselnd wie ein Gesellschaftsroman, angetrieben von dem leidenschaftlichen Wunsch zu verstehen, warum ein Land, das in einem ungeheuren Kraftakt seine lähmenden Machtstrukturen abschütteln konnte, zu einem autoritär geführten Staat mit neoimperialen Zügen geworden ist. Im Zentrum stehen vier Menschen der Generation 1984. Sie kamen in die Schule, als die Sowjetunion zerfiel, und wurden unter Präsident Putin erwachsen. (Suhrkamp Verlag).

Moderation: Jürgen Kleindienst

14.30 Uhr: Julya Rabinowich – „Hinter Glas“, Roman (Jugendbuch ab 14)

Eindringlich und mit poetischer Kraft schildert die Bestsellerautorin die Facetten der Gewalt und die Geschichte einer Emanzipation. Wie ein Spiegel ist Alice bisheriges Leben in tausend Scherben zerbrochen. Sie hat die Enge und Stille, die Tyrannei des Großvaters nicht mehr ausgehalten. Und flieht zu Niko, ihrer großen Liebe. Von ihm erhofft sie sich Geborgenheit und Halt. Doch dann verändert sich alles: Niko ist zunehmend unbeherrscht. Im Moment der größten Verzweiflung gelingt es Alice, sich aus dem Strudel zu befreien. Julya Rabinowich schreibt mit einer erzählerischen Intensität, wie man sie im Jugendbuch lange gesucht hat. (Hanser)

Moderation: Jana Brechlin

15 Uhr: Feridun Zaimoglu – „Die Geschichte der Frau“, Roman

Feridun Zaimoglus neuer Roman ist ein unverfrorenes Bekenntnis zur Notwendigkeit einer neuen Menschheitserzählung – aus der Sicht der Frau. Dieses Buch erzählt eine unerhörte Geschichte. Es lässt zehn außerordentliche Frauen zur Sprache kommen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. Es sind Menschen, deren Sicht auf die Dinge nicht überliefert wurde. Weil Männer geboten, die Wahrheit tilgten und die Lüge zur Sage verdichteten. Diesen Frauen war es vorbehalten, schweigend unsichtbar zu bleiben oder dekorativ im Bild zu stehen. Doch nun sprechen sie – klar und laut, wie eine abgefeuerte Kugel: von Antigone über Judith bis Valerie Solanas. (Kiepenheuer & Witsch)

Moderation: Jürgen Kleindienst

Zum Thema: 
 Leipziger Buchmesse 2019 – News und Infos! 
 Das komplette Programm der LVZ-Autorenarena 2019

15.30 Uhr: Ingo Fessmann – „Imre Kertész und die Liebe der Deutschen. Eine persönliche Biographie“

Der ungarische Literaturnobelpreisträger und Holocaust-Überlebende Imre Kertész verbrachte viele Jahre seines Lebens in Deutschland. Hier erfuhren seine Werke große Anerkennung, hier wurde er als öffentlicher Intellektueller zu einem festen Teil des Kulturlebens. Je kritischer er seinem Heimatland Ungarn gegenüberstand, desto mehr wurde Deutschland ihm zu einem zweiten Zuhause.

Ingo Fessmann, ein langjähriger Weggefährte Kertész‘, beschreibt in seinem Buch aus persönlicher Sicht seine Begegnungen mit dem großen Schriftsteller. Er resümiert gemeinsame Gespräche und Erlebnisse, vom ersten Treffen in Berlin Mitte der 1990er Jahre bis zur Verleihung des Nobelpreises 2002 in Stockholm. (Verlag Hentrich & Hentrich)

Moderation: Thomas Mayer

16 Uhr: Claudia Rikl – „Der stumme Bruder“ (Kommissar Herzberg, Band 2), Kriminalroman

Der zweite Fall der packenden Krimiserie um Michael Herzberg und sein Team führt uns in einen kleinen Ort in Mecklenburg. Dort soll ein mächtiger Agrarunternehmer in aller Stille beerdigt werden. Schnell fallen dem Kommissar Ungereimtheiten auf, die auf einen Mord hindeuten. Die Einwohner von Lichtenfels jedoch schweigen sich aus. Erst, als Herzberg die Ältesten des Dorfes zum Reden bringt, kommt Bewegung in den Fall. In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 nämlich, als die Rote Armee durch Mecklenburg zog, geschah in Lichtenfels ein Verbrechen, dessen Schrecken seine Zeugen für lange Zeit verstummen ließ. (Kindler Verlag)

Moderation: Katrin Meincke

16.30 Uhr: Bora Ćosić – „Immer sind wir überall. Reisen in Italien und Österreich

Sinnliche Streifzüge durch Landschaften, Kulturräume und Küchen. Was sieht und riecht ein mehrfach preisgekrönter Europäer, wenn er durch Europa reist? Einer, der in seiner Person viele Kulturen vereint und den der Krieg staatenlos gemacht hat? Welche Bilder entstehen in seinem Kopf, wenn er den Duft von Aprikosen atmet – oder den von Zimt, Kaffee, Vanille? Ćosić lässt uns teilhaben an seinem inspirierenden Gedankenstrom, an den überraschenden Assoziationen, die ihn auf seinen Reisen nach Italien und entlang der Donau bewegen – und die sich schließlich zu einem wundersamen Bild Mitteleuropas fügen. (folio Verlag)

Moderation: Thomas Mayer

17 Uhr: Fritz Pleitgen/ Michail Schischkin – „Frieden oder Krieg - Erklär mir Russland – eine Annäherung“

Ein deutscher Journalist, ein Schriftsteller aus Russland – zwei profunde Kenner, zwei gegensätzliche Positionen: Michail Schischkin, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller aus Russland, kritisiert scharf Putins autoritäre Herrschaft und die Politik des Kreml. Fritz Pleitgen, langjähriger ARD-Korrespondent in Moskau, verurteilt das Vorgehen des Westens als arrogant und fahrlässig. So konträr ihre Positionen auch sind, in einem sind sich beide einig: Verständigung ist möglich. (Ludwig Verlag)

Moderation: Olaf Barth

Von red.

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