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LVZ-Autorenarena LVZ-Autorenarena 2019: Die Gäste am Freitag
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LVZ Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse 2019
09:58 22.03.2019
Blick in die LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse. (Archivbild) Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Tag beginnt mit Takis Würger, über dessen Roman „Stella“ Kritiker und Leser gleichermaßen harsche Reaktionen einfährt. Anschließend wird es politisch in der LVZ-Autorenarena: Stasi und DDR-Untergrund, Wende, Flüchtlingskrise und die ostdeutsche Seele werden beleuchtet. Und Else Buschheuer wagt sich an die Grenzen der menschlichen Existenz.

Alle Gespräche können via LiveStream auf LVZ.de verfolgt werden.

Zum Thema:
 Leipziger Buchmesse 2019 – News und Infos! 
 Das komplette Programm der LVZ-Autorenarena 2019

11 Uhr: Heinz Bude – „Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee“

Heinz Budes Reflexionen über die solidarische Existenz liefern die Antworten auf die soziale Frage unserer Zeit. Kann Solidarität unsere Gesellschaft vor dem Auseinanderbrechen bewahren? Solidarität war einmal ein starkes Wort. Es geriet in Verruf, als jeder für sein Glück und seine Not selbst verantwortlich gemacht wurde. Heute ist die Gesellschaft tiefer denn je zwischen Arm und Reich gespalten. Natürlich gibt es ein Sozialsystem, das einen Ausgleich bewirkt. Dazu brauchen wir aber ein neues Verständnis von Solidarität. Wir sollten uns nicht damit begnügen, materielle Not zu lindern, sondern im anderen uns selbst als Mensch wiedererkennen. Erst durch diese freie Entscheidung zur Mitmenschlichkeit findet eine Gesellschaft wieder zusammen. (Hanser Verlag)

Moderation: Jana Brechlin

11.30 Uhr: David Goeßmann – „Die Erfindung der bedrohten Republik - Wie Flüchtlinge und Demokratie entsorgt werden“

Der Autor führt zusammen und analysiert, was seit 2015 zu einer Polarisierung in der deutschen Gesellschaft und zum Rechtsruck geführt hat. Die "Flüchtlingskrise" von 2015 war der Ausgangspunkt einer gewaltigen Medien- und Politikkrise. Mit medialen Fehldarstellungen, Verzerrungen, manipulierten Debatten und ideologischer Einflussnahme wurden die Deutschen in die Irre geführt. Das begann mit der Polit-PR-Show rund um den "Willkommenssommer" 2015. Spätestens die sich unmittelbar anschließenden Ereignisse der Kölner Silvesternacht ließ Medien und Politik eine 180-Grad-Wende vollziehen. Das war der Beginn eines Rechtsrucks, wie ihn die Bundesrepublik noch nicht erlebt hatte. (Verlag Das Neue Berlin)

Moderation: Björn Meine

12 Uhr: Ines Geipel – „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“

Inhalt: Woher kommt die große Wut im Osten? Fremdenfeindlichkeit und Hass auf »den Staat«: Verlieren wir den Osten Deutschlands? Das Buch sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Es erzählt von den Schweigegeboten nach dem Ende der NS-Zeit, der Geschichtsklitterung der DDR und den politischen Umschreibungen nach der deutschen Einheit. Verdrängung und Verleugnung prägen die Gesellschaft bis ins Private hinein, wie die Autorin mit der eigenen Familiengeschichte eindrucksvoll erzählt. Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die »Krypta der Familie« hinab. Verdrängtes und Verleugnetes in der Familie korrespondiert mit dem kollektiven Gedächtnisverlust. Die Spuren führen zu unserer nationalen Krise in Deutschland (Verlag Klett-Cotta)

Moderation: André Böhmer

12.30 Uhr: Rocko Schamoni – „Große Freiheit“, Roman

Bestsellerautor Rocko Schamoni ist zurück! St. Pauli, 1960: Ein Sehnsuchtsort für Gegenkultur, Kunst, Drogen und freie Sexualität. Als es Wolli Köhler nach Hamburg verschlägt, ist die Welt der Nachkriegsjahre eng und spießig. Der junge Mann aus dem Nirgendwo sucht nach Abenteuer und Freiheit. Und steigt auf zur außergewöhnlichsten Kiezlegende in der Geschichte St. Paulis. Im Lichtermeer des Hamburger Viertels treiben Nacht für Nacht Huren, Freier, Transvestiten, Schläger und Künstler wie die noch völlig unbekannte Band "The Beatles", aufgeputscht von Drogen und Alkohol, durch die heruntergekommenen Straßen. Sie alle treibt die Sehnsucht nach einem grenzenlosen Leben. (Verlag hansablau)

Moderation: Björn Meine

13 Uhr: Daniela Krien – „Die Liebe im Ernstfall“. Roman

Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzte. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht. (Diogenes Verlag)

Moderation: Peter Korfmacher

13.30 Uhr: Konrad Beikircher – „Der Ludwig - jetzt mal so gesehen. Beethoven im Alltag“

Ludwig van Beethoven – alle kennen ihn und viele kennen seine Werke. Aber wie hat er gelebt? Dank Konrad Beikirchers etwas anderer Biografie erfahren wir nun alles über den Alltag des berühmten Rheinländers im Wiener Exil. Koch, Familientier, erfolgloser Frauenheld, Helikopter-Onkel, liebenswürdiger Griesgram, Trinker, Patient, raffinierter Geschäftsmann, verpeilter Dandy, Mietnomade – all das und noch viel mehr war Ludwig van Beethoven. In seinem neuen Buch hat Kabarettist, Autor und Musik-Kenner Konrad Beikircher Kurioses, Bewegendes und Komisches aus dem Alltagsleben des großen Komponisten zusammengetragen. (Kiepenheuer & Witsch)

Moderation: Peter Korfmacher

Wo ist die LVZ-Autorenarena?

Die LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse finden Sie in:

Halle 5, Stand D100

14 Uhr: Bela B Felsenheimer – „Scharnow“, Roman

In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit. (Heyne)

Moderation: Mathias Schönknecht

14.30 Uhr: Christoph Hein – „Gegenlauschangriff - Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“

Er gilt als der Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, als präziser Sezierer einer einst geteilten Nation, die noch immer nicht richtig zusammengefunden hat – und als fulminanter Geschichtenerzähler. Bestsellerautor Christoph Hein, der bislang vorrangig die Geschichten anderer erzählt hat, erzählt nun, zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, von seinen persönlichen Erlebnissen: Davon, wie der Vater eines Freundes namens Thomas Brasch diesen verraten hat. Von einem Regisseur, der »das Leben der anderen« verfilmt hat und dabei von Hein mehr über dieses Leben erfahren wollte. Von Zensur und Reise(un)freiheit, und schließlich davon, wie all das Geschichte wurde. (Suhrkamp)

Moderation: Jan Emendörfer

15 Uhr: Ernst Piper – „Rosa Luxemburg. Ein Leben“

Rosa Luxemburg, 1871 im russischen Teil Polens geboren, gehörte vielen Minderheiten an. Sie kam aus einem jüdischen Elternhaus, perfektionierte erst während ihres Studiums in Zürich die deutsche Sprache, fand mithilfe einer Scheinehe in Deutschland ihre politische Heimat, war auf SPD-Parteitagen die einzige Frau mit einem Doktortitel und engagierte sich als rastlose Kämpferin für die europäische Arbeiterbewegung. Luxemburg war die bedeutendste marxistische Denkerin ihrer Zeit. Sie kämpfte für die Diktatur des Proletariats, aber zugleich gegen den autoritären Zentralismus Lenins. In ihrer Gedanken- und Ideenwelt ist vieles zu finden, was auch heute, in einer Zeit des wieder erwachenden Nationalismus, anregend und wichtig ist. (Blessing Verlag)

Moderation: Jan Emendörfer

15.30 Uhr: Else Buschheuer – „Hier noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“

Sie ist radikal. Sie ist getrieben von unbedingter Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber. Sie geht an ihre Grenzen. Else Buschheuer engagiert sich, wo andere wegsehen: in der Sterbebegleitung, in der Altenpflege, in der Demenzbetreuung. Sie nimmt Flüchtlinge bei sich auf und arbeitet in der Obdachlosenhilfe. Und sie erzählt. Mit Verve, Witz und Leidenschaft. Von einer Reise nach außen, in die Grenzbereiche des Lebens und unserer Gesellschaft, und von einer Reise nach innen, an die Wurzeln unseres Seins. (Heyne)

Moderation: Nikos Natsidis

16 Uhr: Matthias Krauß – „Die Große Freiheit ist es nicht geworden - Was sich für die Ostdeutschen seit der Wende verschlechtert hat“

Was geschah nach dem Einigungsvertrag? Allgemein wird im Jubel- und Jubiläumsjahr 2019 an die Errungenschaften gedacht. Krauß fragt nach den Einbußen, die die DDR-Bürger hinnehmen mussten: bei Gleichstellung, Rechtsverhältnissen, auf Gebieten wie Gesundheit, Arbeit, Sozialverhalten, Bildung. Der Nachteil des „Ossis“ vererbt sich auf seine Kinder, sie haben erwiesenermaßen geringere Chancen im Berufsleben als Gleichaltrige aus den alten Bundesländern. Die ausgezahlte Durchschnittsrente liegt unterhalb der gültigen Armutsgrenze. Zweifelhafte Umfragen, die suggestiv den Optimismus trimmen, tragen zur Verdrossenheit und einem Gefühl der Ungleichheit bei, das sich auch im Hass auf Migranten entlädt. (Verlag Das Neue Berlin)

Moderation: Simone Liss

  

16.30 Uhr: Peter Wensierski – „Fenster zur Freiheit. Die radix-blätter. Untergrundverlag und -druckerei der DDR-Opposition“

Die »radix-blätter« erschienen im Untergrundverlag von Stephan Bickhardt und Ludwig Mehlhorn und waren im Osten vom Inhalt her so etwas wie das »Kursbuch« von Hans Magnus Enzensberger im Westen: ein radikales Debattenforum der progressiven politischen Kräfte in Deutschland. Zwischen 1986 und 1990 verknüpften wechselnde Herausgeber Kunst, Literatur und Politik und packten unter den Bedingungen der SED-Diktatur sonst nicht diskutierte Themen kritisch an – mit erstaunlicher Aktualität bis heute. Erstmals konnte der Autor Einblicke in private Archive der Beteiligten nehmen, um in diesem Buch die spannende Hintergrundgeschichte der »radix-blätter«, ihrer Macher und deren Rolle auf dem Weg zur friedlichen Revolution 1989 zu beschreiben. (Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V., Mitteldeutscher Verlag)

Moderation: André Böhmer

17 Uhr: Gunter Böhnke – „Wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen. Sachsen für Kenner und Neugierige“

Inhalt: Wenn Sie mal aus Deutschland raus wollen, fahren Sie nach Sachsen. Gunter Böhnke, Kabarettist und sächsisches Urgestein, hat die bemerkenswertesten Dinge über seine Heimat und seine Landsleute zusammengetragen und bietet einen höchst unterhaltsamen Einblick in die sächsische Seele, auf zahlreiche Vorurteile oder kulinarische Spezialitäten. In dieser aktualisierten und erweiterten Auflage präsentiert er den Sachsen als Menschen, Dichter oder Revolutionär – von Luther über Wagner und Nietzsche bis Karl May. Und er geht den wirklich wichtigen Fragen auf den Grund: Warum sind die sächsischen Frauen so schön? (Westend Verlag)

Moderation: Anita Kecke

Von red.

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