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Ausstellungen Carina Brandes - Zwischen Hunden und Wölfen
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13:18 16.01.2018
Die Schwarzweißfotografien von Carina Brandes sind im Museum der bildenden Künste zu sehen. Quelle: © Carina Brandes, Courtesy BQ, Berlin

Die in Leipzig lebende Künstlerin Carina Brandes (*1982) war 2017 eine der Preisträgerinnen der Villa Romana in Florenz. Mit ungewöhnlichen Perspektiven vermitteln ihre in der Dämmerung aufgenommenen analogen Fotografien eine surreale Atmosphäre feministischer Prägung. Carina Brandes inszeniert sich selbst, fotografiert ihre performativen Handlungen mit Selbstauslöser und belichtet die Fotografien auf der Grundlage ihres hohen ästhetischen Anspruchs in ihrer eigenen Dunkelkammer.

Es schlummert im Banalen

Die Ausstellung im Museum der bildenen Künste in Leipzig ist ihre erste Museumsausstellung. Carina Brandes’ Schwarzweißfotografien auf Barytpapier sind weder dokumentarisch noch bloße Vergegenwärtigungen einer subjektiven Weltsicht. Auch wenn das Sujet zumeist der Körper der Künstlerin selbst ist, so handelt es sich doch nicht um Selbstportraits. Carina Brandes eröffnet mit ihren Arbeiten eine Perspektive auf etwas jenseits des Alltäglichen und des Altbekannten: Sie zeigt uns das, was möglich ist, was im Banalen schlummert.

Mit dem Selbstauslöser unterwegs

Die Fotografien gewähren dem Betrachter einen Einblick in abgeschlossene Szenerien, welche die Künstlerin selbst – manchmal begleitet von anderen Frauen oder von Tieren – an eigentümlichen und abgelegenen Orten zeigen. Sie entstehen während der Interaktion der Figuren mit Requisiten und der Umgebung mittels Selbstauslöser. In ihr Tun vertieft als folgten sie unbeirrt einem dem Betrachter unbekannten Plan, scheinen die Protagonistinnen sich ihrer selbst und des Auges der Kamera nicht bewusst zu sein; sie sind eins mit ihrer Umwelt, frei von Zweifeln an ihrer Handlung. Mit unbelebten Requisiten agieren sie so, dass diese seltsam beseelt wirken und in Korrespondenz mit Raum und Personen zu treten scheinen. Die abgebildete Szenerie erhält kinematografischen Charakter, erinnert an eine theatrale Inszenierung.

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Die Sujets der Arbeiten greifen klassische Symbole, kunsthistorische Themen, allegorische Motive und Archetypen auf und lassen den Betrachter die Szenen bei all ihrer Fremdheit doch als entfernt vertraut empfinden. Carina Brandes überführt die aufgeladene Motivik in den prosaischen Alltag, an kleinstädtische wie industrielle Orte und verleiht ihnen den beiläufigen Charme einer nüchtern-banalen Alltagsästhetik, die frei von Pathos, psychoanalytischen Allgemeinplätzen oder esoterischen Andeutungen ist.

CARINA BRANDES - Zwischen Hunden und Wölfen
12. Januar bis 02. April 2018
im Museum der bildenden Künste Leipzig

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