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Ausstellungen Das Licht von Antibes: Anna-Eva Bergmann im Museum der bildenden Künste Leipzig
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15:05 21.08.2018
N° 20–1987: Modelliermasse und Blattmetall auf Leinwand/Acrylic, modelling paste and metal leaf on canvas, 81x100 cm Quelle: © Fondation Hartung-Bergmann, Antibes

Anna-Eva Bergman (1909 Stockholm, Schweden – 1987 Grasse, Frankreich) ist eine der bedeutendsten Malerinnen Norwegens im 20. Jahrhundert. Lange stand sie im Schatten ihres Ehemannes, des Malers Hans Hartung (1904 Leipzig – 1989 Antibes). Erstmals in Deutschland wird das seit 1973 bis zu ihrem Tod 1987 in Antibes entstandene Spätwerk der Künstlerin in einer konzentrierten Auswahl von rund 40 Gemälden und Zeichnungen präsentiert.

Anna-Eva Bergmann führte ein bewegtes Leben zwischen Norwegen, Deutschland, Spanien und Frankreich, das ihr schließlich zur neuen Heimat wurde. Sie orientierte sich frühzeitig international, studierte in Oslo, Wien und Paris. 1938 trennte sie sich von Hartung und konzentrierte sich fortan auf die eigene künstlerische Entwicklung. Während der deutschen Besatzung Norwegens war sie als Journalistin, Schriftstellerin und Illustratorin tätig und kritisierte die deutsche Besatzung mit Karikaturen scharf. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs widmete sie sich der Abstraktion in der Malerei. Es gelang ihr, sich als Künstlerin in der von Männern dominierten Kunstszene im Paris der Nachkriegszeit zu behaupten.

Anna-Eva Bergmann im Atelier, Antibes Quelle: François Walch; © Fondation Hartung-Bergmann, Antibes

Ihre Formensprache bezieht sich dabei auf Motive, die ihren Ausgangspunkt in ihrer eigenen Erfahrung der nordischen Landschaft und Mythologie haben: Steine, Felsen, Meer, Horizonte, Grabstelen, Barken. Es geht der Künstlerin nicht um ein naturalistisches Abbild von Landschaft, sondern um radikale Reduktion auf Wesentliches. In der Tradition der romantischen Landschaftsmalerei eines Caspar David Friedrich wird der Bildraum zu einem transzendenten geistigen Raum geöffnet.

Der Betrachter steht autonomen Bildwirklichkeiten gegenüber, die sich objektiv behaupten und zugleich Ausdruck der ästhetischen und philosophischen Haltung Bergmans zur Welt sind. Schroffe, monolithische Formen, die mitunter an Felsen erinnern, sind mit Bildoberflächen kombiniert, die durch das Blattmetall ein kühles Licht ausstrahlen.

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Mit Mark Rothko, mit dem die Künstlerin befreundet war, verband sie das Interesse an der Farbfeldmalerei. In der Abgeschiedenheit ihres Ateliers in Antibes entwickelte sie eine originäre Bildsprache, die sich allfälligen kunsthistorischen Kategorisierungen widersetzt und die es erst zu entdecken gilt. Ihre Bilder, die auf den ersten Blick spröde wirken können, fordern zu einer kontemplativen Betrachtung heraus. In ihren letzten Lebensjahren rückte die Beschäftigung mit dem Tod zunehmend in ihr Blickfeld.
Die Ausstellung „Anna-Eva Bergman. Licht“ wird in Kooperation mit der Fondation Hartung-Bergman, Antibes, realisiert, die den Nachlass der Künstlerin verwahrt.
Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog (deutsch/englisch), herausgegeben von Alfred Weidinger und Jan Nicolaisen, im Hirmer Verlag, München. Der Band enthält auf 96 Seiten Beiträge von Céline Flécheux, Romain Mathieu und Jan Nicolaisen sowie zahlreiche Farbabbildungen und ist im Museumsshop Wasmuth und im Buchhandel erhältlich.

ANNA-EVA BERGMAN. Licht
12. Januar bis 8. April 2018 im Museum der bildenden Künste Leipzig

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