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Ausstellungen Ich male! Große Arno-Rink-Retrospektive im MdbK
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13:28 22.11.2018
Teil der Rink-Ausstellung im MdbK Leipzig: Bild Terror II, 1978/79, 160 x 255 cm, Öl auf Holz Quelle: © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Arno  Rink  gilt  als  herausragender  Vertreter  der  zweiten  Generation  der  Leipziger  Schule  und  als  Wegbereiter  der  Neuen  Leipziger  Schule.  Mit  rund  65  Gemälden,  zahlreichen  großformatigen  Zeichnungen  sowie  biographischen  Fotografien  und  Dokumenten  veranschaulicht  die  als  Retrospektive  angelegte  Ausstellung  seinen  künstlerischen  Kosmos.

Scharfe  Kontur,  aufregendes  Farbkonzept,  akribisch  in  der  Technik,  waghalsig  in  der  Komposition  und  ohne  jegliche  Angst  vor  Pathos  –  so  vergegenwärtigen  wir  uns  allgemein  hin  Arno  Rinks  perfekte  Bildwelt.  Sein  persönliches  Schicksal  und  die  zeitgeschichtlichen  Ereignisse  hinterlassen  allerdings  Spuren,  auch  in  seinem  Werk.

Die  Ausstellung,  an  der  Arno  Rink  selbst  noch  mitgearbeitet  hat,  versucht  einen  tieferen  und  persönlicheren  Einblick  auf  sein  künstlerisches  Schaffen  zu  geben  als  es  bisher  möglich  war.  Hinter  Haltung,  Stolz  und  Würde  verbarg  sich  ein  hochsensibler  Künstler,  der  persönliche  Erfahrungen  unverzüglich  in  seinen  Bildern  verarbeitet  und  thematisiert  hat.

Werner Tübkes Schüler und Neo Rauchs Lehrer

Arno  Rink,  1940  im  thüringischen  Schlotheim  geboren,  absolvierte  ein  erstes  Kunststudium  bei  Erich  Hering,  Gerhard  Stengel  und  Gerhard  Augst  an  der  Arbeiter-und-Bauern-Fakultät  der  Hochschule  für  bildende  Künste  Dresden,  bevor  er  1962  an  der  Hochschule  für  Grafik  und  Buchkunst  Leipzig  (HGB)  im  zweiten  Anlauf  angenommen.  Die  folgenden  fünf  Jahre  studierte  er  hier  zunächst  bei  Werner  TübkeHans  Mayer-Foreyt  und  Harry  Blum,  später  vor  allem  bei  Bernhard  Heisig.

1972  wurde  Arno  Rink  als  Assistent  an  die  HGB  berufen  –  der  Beginn  einer  35jährigen  Lehrtätigkeit,  die  2007  mit  dem  Abschluss  der  letzten  Fachklasse  Malerei  endete.  In  den,  auch  kulturpolitisch,  entscheidenden  Jahren  vor  und  nach  der  deutschen  Wende  hat  Arno  Rink  als  Rektor  und  Prorektor  die  Ausrichtung  der  Hochschule  maßgeblich  geprägt. 

Als  Künstler  und  herausragender  Vertreter  der  zweiten  Generation  der  Leipziger  Schule  war  Arno  Rink  als  Lehrer  entscheidender  Wegbereiter  der  Neuen  Leipziger  Schule.  Zu  seinen,  heute  international  erfolgreichen  SchülerInnen  zählen  unter  anderem  Thilo  BaumgärtelHenriette  GrahnertDavid  SchnellNeo  RauchChristoph  Ruckhäberle  und  Miriam  Vlaming.

Alle Schaffensperioden vertreten

Die  Retrospektive  „Arno  Rink.  Ich  male!“  präsentiert  aus  dem  vergleichsweise  schmalen,  nur  gut  200  Gemälde  umfassenden  Œuvre  Arno  Rinks  Werke  aus  allen  Schaffensperioden  von  1965  bis  2017,  darunter  einen  Großteil  seiner  Hauptwerke.  Erstmals  werden auch  Collagen  und  Zeichnungen  aus  dem  Nachlass,  die  noch  nie  öffentlich  zu  sehen  waren,  und  einige  unvollendete  Gemälde  gezeigt. 

Beginnend  mit  den  Atelierbildern  aus  der  letzten  Schaffensphase  gliedert  sich  die  Ausstellung  in  die  zentralen  Werkgruppen:  Vom  Frühwerk  (mit  dem  Diplombild  „Lied  vom  Oktober  II“),  den  politisch-historischen  Gemälden  der  1960ziger  und  70ziger  Jahre  („Pariser  Kommune“,  „Canto  Libre“)  über  die  jahrzehntelange  Auseinandersetzung  mit  dem  Selbstbildnis  und  dem  weiblichen  Akt  bis  hin  zu  den  Arbeiten,  die  sich  mit  der  hochschul-  und  kulturpolitischen  Situation  auseinandersetzen  („Ministerprotokolle“,  „Unabhängigen-Zyklus).  Arno  Rink  hat  in  einer  Reihe  von  Gesprächen,  die  er  in  den 

Monaten  vor  seinem  Tod  mit  Alfred  Weidinger  geführt  hat,  die  Grundlagen  für  die  Retrospektive  gelegt  und  einige  Werke  noch  selbst  ausgewählt. 

Die  Collagen  und  Zeichnungen  aus  dem  Nachlass,  die  künstlerisch  eine  weitgehend  unbekannte  Seite  Arno  Rinks  zeigen,  und  in  die  Ausstellung  integrierte  biographische  Dokumente  wie  die  Fotoserie  „Bei  der  Rasur“  von  Helfried  Strauß  verdeutlichen  den  auch  persönlichen  Charakter  der  Ausstellung. 

Der  Katalog  zur  Ausstellung,  herausgegeben  von  Alfred  Weidinger,  erscheint  im  Hirmer  VerlagMünchen.  Der  Band  mit  rund  210  Seiten  enthält  Beiträge  von  Peter  GuthPaul  KaiserHenry  Schumann  und  Alfred  Weidinger,  zahlreiche  Werk-  und  Detailabbildungen  sowie  Fotografien  u.  a.  von  Helfried  Strauß  und  Marion  Wenzel.

ARNO RINK
Ich male!
18. April bis 19.August 2018 (verlängert bis 18. November 2018) im MdbK

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