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Ausstellungen Mit Kopfhörer durch die Popgeschichte
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Schau!, das Leipziger Museumsportal - eine Sonderveröffentlichung von LVZ.de
11:21 17.10.2018
Andre (52) und Alice (26) versuchen den Lipsi-Schritt der Tanzschule Seifert.
Leipzig

An zahlreichen Stationen können die Besucher sich in Soundkugeln einstöpseln. Der Begriff Pop ist dabei als massenkulturelles Phänomen zu verstehen. Gemeint ist in dieser Sonderschau im Stadtgeschichtlichen Museum am Böttchergäßchen eigentlich alles, was populär ist, auch Subkulturen wie Punk und Techno. Oder vieles, was für die einen Kult ist, die anderen eher Geschmacksverirrung.

Die Schau geht der Frage nach, welche Stile die Musik in Ost und West prägten. Da hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungen, sei es mit der ersten Platte oder CD, dem Song zum ersten Kuss oder zum Mauerfall. Entwickelt wurde die multimediale Schau nach einem Konzept des Museums für Kommunikation in Bern, das das Focke-Museum Bremen dann umsetzte.

Erhalten Sie hier Einblicke  in die Wechselausstellung "Oh Yeah! Popmusik in Deutschland" des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig

Schau will Anreize schaffen

„Die Ausstellung soll Spaß machen. Es ist ein emotionales Thema, mit dem alle etwas verbinden. Deshalb funktioniert sie für alle Generationen“, so Frauke von der Haar, die Direktorin des Focke-Museums. Natürlich: Die Geschichte deutscher Popmusik kann nicht abhandelt werden. Geboten werden Anreize, sich näher mit ihr zu beschäftigen. Und der Osten kommt etwas zu kurz.

„Mir war es wichtig, auch einen Blick auf ostdeutsche Entwicklungen zu werfen“, betont Volker Rodekamp, der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums. Dafür stehen beispielsweise der von dem Leipziger Tanzlehrerehepaar Christa und Helmut Seifert entwickelte „Lipsi“, mit dem die DDR im Jahre 1959 gegen die Amerikanisierung durch Rock ’n’ Roll und Twist vorgehen wollte. Oder der Auftritt Udo Lindenbergs bei „Rock für den Frieden“ und die Vorgeschichte. Ein Bühnenoutfit, das die Prinzen bei der Bambi-Verleihung 2001 trugen, ist ebenso zu sehen. Bei Musikfilmen fehlen aber jene wie „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel, die hierzulande Kult sind.

Rundgang beginnt in den 1920er Jahren

Der musikalische Trip beginnt Mitte der 1920er-Jahre. Damals wurde ausgelassen Charleston und Shimmy getanzt, Schallplatte und Grammophon machten den Sound populär. Die Comedian Harmonists, die 1930 in Leipzig ihren Durchbruch erzielten. werden zum ersten international erfolgreichen Pop-Export Deutschlands. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurden Swing und Jazz als undeutsch verboten.

Die Stippvisite führt zum Rock ’n’ Roll als Lebensgefühl der Nachkriegszeit, zur Beat-Ära, zu TV-Unterhaltung mit Peter Alexander und Heintje, zur Neuen Deutschen Welle mit Nena und Co. Über die 1990er-Jahre, in denen Techno, Euro-Dance und Deutschrap gleichzeitig in den Hitparaden waren, kommt die sehenswerte Schau in der Gegenwart an, in der Musik digital in Clouds existiert.

Zum Thema: Mehr Ausstellungen und News aus den Leipziger Museen!

Geöffnet ist bis 12. Mai 2019 dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei.

Von Mathias Orbeck

"Oh Yeah! Popmusik in Deutschland"
17. Oktober 2018 bis 12. Mai 2019
im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig(Haus Böttchergäßchen)

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