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Ausstellungen Museum der bildenden Künste zeigt Gil Schlesingers abstrakte Werke
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10:30 10.07.2018
Gil Schlesingers Bild "Laternenfest" (hier ein Ausschnitt - 1977, Öl auf Hartfaser, 60 x 80 cm) befindet sich in Privatbesitz und ist bis zum 19. August 2018 im Museum der bildenden Künste Leipzig zu sehen. Quelle: PF

Die Aussstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden. Die Schau will Gil Schlesingers unbeirrbaren Weg in die Abstraktion nachzeichnen und die Faszination seiner Bildwelten erfahrbar machen. Bis zum 19. August 2018 sind die Bilder des gebürtigen Tschechen in Leipzig zu sehen.

Sehen Sie hier Exponate der Ausstellung abstrakter Werke von Gil Schlesinger im Museum der bildenden Künste Leipzig.

Öffnungszeiten und Eintritt

Besuchen können Sie die Ausstellung dienstags, donnerstags bis sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 20 Uhr. Ein Tagesticket kostet 10 Euro (ermäßigt 7 Euro). Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr gehen kostenlos ins Museum. Und an jedem ersten Mittwoch im Monat haben alle Besucher freien Eintritt.

Das Werk Schlesingers

Mit seinen Gemälden sprengt Schlesinger die Erwartungshaltung des Betrachters, zu radikal verwehren sich seine Werke einer traditionellen Ästhetik.

Die zunächst gegenständlichen Formen werden im Laufe seines Schaffens immer stärker zu Formenzeichen abstrahiert. Von der kräftigen, warmen Farbigkeit seines Frühwerks verrabschiedet er sich zugunsten eines unmittelbaren Materialerlebnisses, das durch grobe Strukturen und fehlende Grundierungen betont, durch energische Pinselzüge und Kratzspuren dynamisiert wird.

Scharf begrenzte Flächen und auslaufende Formen ergänzen sich zu abstrakten Formgebilden, in denen sich die metaphorischen Bildwelten Schlesingers materialisieren. In den Werkgruppen zeigt sich seine intensive Auseinnandersetzung mit verschiedenen Themen historischer uund politischer, literarischer und kunsthistorischer aber auch autobiografischer Natur.

Schenkung durch den Künstler

Im Vorfeld der Ausstellung hatte Gil Schlesinger dem Museum der bildenden Künste zwei seiner Sackleinen-Gemälde geschenkt. Eine der Gaben hat er selbst ausgewählt (ohne Titel, 1981, Werkverzeichnis 271359). Über das andere konnten die Besucher des Museums aus drei Werken, die in den vergangenen Monaten im Foyer des Museums ausgestellt waren, entscheiden. An dem Voting haben sich über 3000 Personen beteiligt – eindeutiger Favorit war das Gemälde „Hammer und Sichel“ (1982, Werkverzeichnis 281-366).

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Die Anfänge des Künstlerschaffens

Der Anblick eines Porträts im abgedunkelten Atelier von Yehhuda Baconn in Jerusalem war für den jungen Gil Schlesingger 1951 wie ein Erweckungserlebnis. Ihm wurde klar, dass fortan die Malerei sein Lebeensziel sein sollte. Ersten Gehversuchen in der gegenständlichen Malerei in den 1950ern folgte bald ein Umschwenken zur Abstraktion. Nur dort, so Schlesinger, könne er malen, was er wirklich meine. Heute steckt sein umfängliches Gesamtwerk voller Symbolik, kunsthistorischer und literarischer Zitate, geschichtlicher Bezüge und autobiografischer Elemente.

Lebensstationen des Malers

  • Geboren 1931 in Tschechien als Sohn bürgerlicher Eltern, hatte Schlesinger eine bewegte Kindheit und Jugend. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft konnte er nur die Volksschule besuchen und in den letzten Kriegsjahren entging die Familie der Deportation nach Theresienstadt nur durch Verstecken.
  • Nach Kriegsende zog die Famillie in die sowjetisch besetzte Zone, von wo aus Gil Schlesinger in der Silvesternacht 1947/48 alleine aufbrach, um über Bayern nach Israel auszuwandern und beim Aufbbau zu helfen. Mit seiner dort geweckten Begeisterung für die Malerei verließ er 1955 Israel wieder und reiste auf Umwegen quer durch Europa zu seiner Mutter nach Eisleben in Deutschland.
  • Zunächst arbeitete er als Theatermaler, bevor er die Fachschule für angewandte Kunst in Leipzig besuchte, die der Hochschule für Grafik und Buchkunst angegliedert war. Nach dem Abschluss arbeitete er zunächst in Meiningen im Engagement, dann in Leipzig. In dieser Zeit entstanden Porträts und Landschhaften, aber auch erste Abstraktionen.
  • 1956 ging er erstmals als Künstler an die Öffentlichkkeit, 1968 wurde er Vollmitglied im Verband Bildender Künstler. Seine Selbstständigkeit, das Unkonventionelle seiner Arrbeit und seine abstrakte Formensprache ließen ihn zu einem weit über die Leipziger Grenzen hinausstrahlenden Fixstern des Kulturlebens werden.
  • 1980 wurde seinem Wunsch stattgegeben, die DDR zu verlassen. Zunächhst ging Gil Schlesinger nach München, später nach Pfaffenhofen/Ilm, wo er bis heute lebt und arbeitet.

"Gil Schlesinger"
bis zum 19. August 2018
im Museum der bildenden Künste

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