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Ausstellungen Porzellan-Sammlung lädt zum Betrachten und Mitmachen ein
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Schau!, das Leipziger Museumsportal - eine Sonderveröffentlichung von LVZ.de
10:39 20.11.2017
Eine Deckelvase und zwei Balustervasen aus der Berliner Manufaktur Cornelius Funcke (um 1720/1730) gehören zum Ausstellungsinventar des Grassi Museums Leipzig. Quelle: Christoph Sandig

Mit der Sonderausstellung „Delft Porcelain. Europäische Fayencen“ zeigt das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig einen bedeutenden, gleichwohl bisher nur wenig beachteten und ausgestellten Sammlungsbestand: Europäische Fayencen (Kunsthandwerk aus Keramik) der unterschiedlichsten Manufakturen und Länder aus dem 17. bis zum 18. Jahrhundert.

Bis zum 6. Mai 2018 ist die Schau zu sehen - dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Montags sowie am 24. Dezember und am 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt ist für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei. Erwachsene zahlen acht Euro (ermäßigt 5,50 bzw. 4 Euro).

Die Schau "Delft Porcelain. Europäische Fayencen" im Grassi Museum für Angewandte Kunst in Leipzig zeigt Porzellan der unterschiedlichsten Manufakturen und Länder aus dem 17. bis zum 18. Jahrhundert. Bis zum 6. Mai 2018 können Besucher durch die Ausstellung schlendern und sogar mitwirken.

Besucher können mitwirken

In der Ausstellung kann jeder Besucher an der Entstehung eines großen Fliesenbildes mitwirken. Die Exponate sollen dabei der Inspiration dienen. Fliese für Fliese wächst ein ornamentales Gemeinschaftswerk in Weiß und Blau. Am Ende der Ausstellungszeit können die Besucher ihr eigenes Fliesen-Puzzlestück abholen und es seiner neuen Verwendung zukommen lassen.

Umfangreiche Sammlung

Der Bestand des Museums an Fayencen ist außergewöhnlich umfangreich und qualitativ herausragend. Seit der Eröffnung des Museums im Jahre 1874 wurden Fayencen kontinuierlich gesammelt, sodass die Kollektion heute ungefähr 540 Geschirre und etwa 145 Fliesen nahezu aller bedeutenden Manufakturen umfasst. 2014 konnte eine 55 Objekte umfassende Sammlung französischer Fayencen als Schenkung für das Museum erworben werden. In der Ausstellung werden diese Fayencen zum ersten Mal umfassend der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Nachahmung chinesischen Porzellans

Seit dem 17. Jahrhundert waren Fayencen äußerst begehrt. Sie gehörten sowohl beim Adel als auch beim gehobenen Bürgertum zum festen Bestandteil einer exklusiven Innenraumausstattung. Vermögende Bürger und Aristokraten bestellten große Deckelvasen und Prunkgefäße, repräsentative, teilweise mit den Familienwappen bemalte Service oder Gebrauchsgeschirre.

Mit der Fayence versuchte man, das kostbare chinesische Porzellan, das von der 1602 gegründeten „Vereenigden Oostindischen Compagnie“ nach Europa importiert wurde, in Form und Bemalung möglichst exakt nachzuahmen. Diese Wirkung erreichte man durch einen kobaltblauen Dekor auf einer weiß deckenden Zinnglasur.

Die oft aufwändig gearbeiteten Kunstwerke sind bis heute Belege einer der ideenreichsten Epochen der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte. Sie reflektieren die Lebensformen des 18. Jahrhunderts in ihrer großen Komplexität und ihrem ganzen Reichtum und offenbaren zugleich gesellschaftliche Verhältnisse, repräsentative Ansprüche und zeittypische Sitten.

Überblick im Buch

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine wissenschaftliche Publikation, die erstmals einen umfassenden Überblick über den Bestand und die Verluste an europäischen Fayencen im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig bietet. Erschienen im Passage-Verlag Leipzig (25 Euro). Erhältlich im Museumsshop und im Buchhandel unter der ISBN 978-3-95415-067-0.

"Delft Porcelain. Europäische Fayencen"
vom 23. November 2017 bis 6. Mai 2018
im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig

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