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Schulmuseum Leipzig zeigt gesellschaftliche Umbrüche

Bildung im Brennglas Schulmuseum Leipzig zeigt gesellschaftliche Umbrüche

Das Schulmuseum Leipzig bietet exklusive Einblicke in die Bildungsgeschichte der letzten Jahrhunderte. Dabei wird deutlich, dass die Schule hier kein harmloser Ort der Nostalgie ist, sondern tiefe Einblicke in die Gesellschaftsgeschichte Leipzigs und den Alltag von Kindern und Jugendlichen erlaubt.

Rollenspiel "Volksschule um 1900": Im historischen Klassenzimmer erleben Kinder und Erwachsene den Unterricht der Kaiserzeit mit Matrosenkragen und Schürze, Griffel und Schiefertafel.

Quelle: Harald Egert

Das Schulmuseum gehört zu den angesehensten Museen seiner Art in Deutschland. Im Herzen Leipzigs, am Goerdelerring 20, bietet es Einblicke in die Bildungsgeschichte der letzten Jahrhunderte. Dabei wird deutlich, dass die Schule hier kein harmloser Ort der Nostalgie ist, sondern tiefe Einblicke in die Gesellschaftsgeschichte Leipzigs und den Alltag von Kindern und Jugendlichen erlaubt.

Das Schulmuseum wurde 1999 von der Stadt Leipzig in Kooperation mit der Universität und HTWK Leipzig gegründet und trägt seither zusätzlich den Namen "Werkstatt für Schulgeschichte". Dieser Zusatz steht für das Ziel, allen Besucherinnen und Besuchern, besonders aber Kindern und Jugendlichen die konkrete forschende und entdeckende Auseinandersetzung mit Bildungsgeschichte zu ermöglichen. Die Geschichte der Schule in Leipzig soll nicht bloß ausgestellt, sondern einerseits erleb- und erfahrbar und andererseits zum Thema einer kritischen Beschäftigung gemacht werden.

Dass dieses Ziel in ersten Ansätzen auch schon bei Grundschulkindern erreicht werden kann, zeigt die sehr stark nachgefragte historische Unterrichtsstunde "Volksschule um 1900". Dieses Rollenspiel, mit dessen Hilfe ein original rekonstruiertes Klassenzimmer der Zeit und viele Originalobjekte, fremde Rituale, Sprache und Schrift zum Leben erweckt werden, zeigt, dass das Interesse für Geschichte auch Spaß machen kann. Nicht umsonst kann man dieses Angebot auch für Kindergeburtstage und Klassentreffen buchen. Für Familien und in Ferienzeiten gibt es spezielle Angebote, darunter auch die beliebten Wanderungen über den Leipziger Sternenhimmel im Planetarium des Schulmuseums.

Blick in die Ausstellung zur Schule im Nationalsozialismus. Das Nebeneinander von Hörstationen, Filmen, Originalobjekten und übersichtlichen Texten ermöglicht einen vielfältigen Museumsbesuch.

Die Leipziger Schulgeschichte wird im Schulmuseum Leipzig auf einzigartige Weise dokumentiert. Unterrichtsstunden aus der Kaiserzeit und der DDR-Schule veranschaulichen das Bildungssystem zurückliegender Epochen, Ausstellungen, Workshops und Projektangebote zeigen neue Erkenntnisse auf.

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Seit dem Einzug des Schulmuseums am Standort Goerdelerring 20 sind mehr als 1,5 Millionen Euro allein in den Aufbau der Dauerausstellung auf etwa 700 Quadratmetern investiert worden. Dort wird eine beachtliche Themenvielfalt präsentiert, von den alten Gelehrtenschulen zu St. Thomas und St. Nikolai, über den Wissenskosmos der Volksschule des Kaiserreichs, das jüdische Schulwesen bis hin zu Ausstellungen zur Rolle von Schule, Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus und in der DDR. Neben der Dauerausstellung "Schule unterm Hakenkreuz" sind vier weitere Ausstellungen zu sehen: "Kinder in Uniform",  "Leipziger Meuten – Jugendopposition 1933-1945", "Gegen den Strom – Schule im Widerstand 1933-1989", "Fremde und Gleiche in der DDR-Schule".

Die Unterbringung an einem Ort der Diktatur, einem früheren Bürogebäude des Ministeriums für Staatssicherheit, ist von programmatischer Bedeutung für die Arbeit des Schulmuseums, denn die Bildungsgeschichte der beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts bildet einen zentralen Schwerpunkt seiner Arbeit. Sowohl zum Nationalsozialismus als auch zur DDR-Schule können vielfältige Workshops gebucht werden, darunter das deutschlandweit einmalige Rollenspiel „Heimatkunde 1985 – Zivilcourage heute“ im originalgetreu eingerichteten Klassenzimmer der 1980er Jahre. Die Ausstellungen zur DDR-Schule werden in den kommenden Monaten in Teilen umgestaltet und erweitert. Ein neues Schaudepot wird völlig neue Einblicke in die vielfältigen und spannenden Sammlungen des Museums zur DDR-Zeit bieten. Zur NS-Zeit wird eine neue Ausstellung über oppositionelle Jugendgruppen in Sachsen das bestehende Angebot ergänzen.

Gefragt nach seiner Vision für das Schulmuseum antwortet Museumsleiter Dr. Thomas Töpfer: "Schule hat nicht erst heute zentral mit der Selbstvergewisserung und Zukunftserwartung der Gesellschaft zu tun. Das Schulmuseum soll ein Ort sein, an dem erfahren werden kann, wie Schule und Erziehung sein können ­– unter den Bedingungen des Obrigkeitsstaats, der Diktatur und der demokratischen Öffnung sei es nach 1918, nach 1989 oder heute. In jedem unserer Ausstellungsbereiche warten andere Antworten. Auf dieser Basis wollen wir uns auch Gegenwartsproblemen und Zukunftsfragen des Bildungswesens und der Demokratie stellen und sie im Spiegel der ungeheuer vielfältigen Bildungsgeschichte unserer Stadt thematisieren."

Dass diese Ausrichtung den Nerv der Zeit trifft, unterstreicht das seit Jahren kontinuierlich anhaltende große Besucherinteresse mit zuletzt mehr als 10.000 Gruppenbesuchern jährlich. Der Museumseintritt ist für jedermann frei.

Dauerausstellung
im Schulmuseum Leipzig

PM

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