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Ausstellungen Von den Anfängen der Manga-Kultur
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14:56 13.03.2018
Die Bilder des US-amerikanischen Künstlers Jed Henry zeigen Nintendo-Videospielhelden im Stil der japanischen Farbholzschnitte des 19. Jahrhunderts. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Dietmar Grundmann ist Kurator für den Bereich Südostasien/Ostasien im Grassi-Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Johannisplatz 5-11. Dass sich der 60-Jährige für eine Ausstellung rund um das Phänomen Manga einsetzt, liegt da nahe. Hinzu kommt, dass die gezeigten Exponate teilweise seit vielen Jahren darauf warten, in einer Ausstellung präsentiert zu werden. Den Anlass gibt die Buchmesse und der dort integrierten Manga- und Comic-Sektion. Am 11. März, 14 Uhr, eröffnet die „Manga-Manie“ im Grassi-Museum. Bis zum 6. Mai können Besucher in die Welt der Mangas eintauchen – und zwar in deren Anfänge. Denn die Ausstellung konzentriert sich auf die frühen Werke, den Ursprung der heutigen Mangas. Der reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück.

Damals hieß das noch Holzschnittdruck, die sogenannten „ukiyo-e“, was so viel bedeutet wie „Bilder aus fließenden Welten“. Schon damals spiegelte sich in den Motiven die Gier nach ständig neuen, aufregenden Geschichten, nach Spaß, Horror und Schönheit, in einer Welt, in der nichts sicher und alles im Fluss war, wider. Dietmar Grundmann verwendet sogar den Begriff Massenmedium. „Die Farbdrucke wurden nach Vorbildern, meistens Theaterschauspielern, gefertigt“, erklärt er. Was heute die Panini-Bilder sind, waren damals eben Holzfarbschnitte.

Cosplay-Anfänge schon im 18. Jahrhundert

„Und auch die Cosplay-Anfänge konnte man schon damals erkennen“, so der Kurator weiter. Cosplay ist ein japanischer Verkleidungstrend, bei dem eine Figur aus Manga, Anime, Comic, Film oder Computerspiel durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dargestellt wird. Denn schon im 18. und 19. Jahrhundert galten die Holzfarbschnitte als Vorlage für solche Inszenierungen.

Einige solcher Werke hängen nun im Grassi-Museum und die Entwicklung wird vor allem farbtechnisch sichtbar. Sind die ersten Drucke farblich noch dezent gehalten, wird es zunehmend bunter. „An einem Bild haben drei Leute gearbeitet. Der Künstler, der das Bild entwirft. Der Druckstockschneider, der die Druckschablone auf der Grundlage des Künstlerbildes anfertigte und zum Schluss der Drucker, der mit den vorgegebenen Farben letztendlich das Bild vervielfältigend aufs Papier brachte“, erklärt Dietmar Grundmann. Je mehr Farbe, desto aufwendiger, „denn jede Farbe hat ihre eigene Druckebene.“

Katsushika Hokusai prägt Manga-Begriff

Teil der Ausstellung sind auch alte Bücher aus den Jahren 1812 bis 1849 – quasi die Urform der heutigen Mangas oder Comics. Sie stammen vom Künstler Katsushika Hokusai (1760–1849). „Der Begriff Manga, wie er heute Verwendung findet, geht auf seine Zeichenlehrbücher zurück. Seine Anleitungshefte für Mal- und Zeichenschüler waren so populär, dass sie den späteren japanischen Comics ihren Namen gaben“, weiß Dietmar Grundmann. Und auch heute noch bedienen sich zeitgenössische Künstler der frühen Kunst. Einer von ihnen ist der Amerikaner Jed Henry, der beispielsweise Nintendo-Videospielhelden im Stil der japanischen Farbholzschnitte des 19. Jahrhunderts darstellt.

Am 11. März wird die Ausstellung eröffnet. Mit dabei ist die Berliner Manga-Künstlerin Inga Steinmetz, die live vor Ort zeichnen wird. Wer im Cosplay-Kostüm besucht die Ausstellung kostenfrei. Weitere Termine sind: Signierstunde mit der Manga-Zeichnerin Melanie Schober (15. März, 19 Uhr); offene Origami-Werkstatt für Kinder und Erwachsene (22. April, 11-17 Uhr); Manga-Führung für Kinder und Familien (22. April, 15 Uhr); Kurator-Fragestunde zu „Die 47 Ronin: Eine Samurai-Manga-Story“ (2. Mai, 15 Uhr); Museumsnacht zum Thema „Manga-Kult – Eine Einführung in die Welt von Manga, Anime & Cosplay“ (5. Mai, 18.30/22.30 Uhr).

Von Stephanie Helm

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