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Ausstellungen Zwischen Chip und Lenin-Statue – neue Dauerschau lädt ein zum Diskutieren
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12:14 14.11.2018
Profil einer Lenin-Büste mit blauem Trabant im Hintergrund bei der Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig (Sachsen). Quelle: Christian Modla
Leipzig

Das schwerste ist eine Lenin-Statue, das größte eine sowjetische Panzerabwehrkanone, die beim Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR zum Einsatz kam, das kleinste ein Chip, der unter die Haut gepflanzt werden kann: Mit mehr als 2000 Objekten, Dokumenten, Fotos und Filmen erzählt das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig die Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg in einer überarbeiteten Form. Am Montagabend wurde die Dauerschau „Unsere Geschichte. Diktatur und Demokratie nach 1945“ vor geladenen Gästen wiedereröffnet.

Mehr Raum für die Zeit nach 1989

„Der Rundgang lohnt sich, die Ausstellung ist sehr geglückt“, lobte Monika Grütters (CDU), die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Der Bund hat vier Millionen Euro bereitgestellt, damit die Schau komplett überarbeitet und neu präsentiert werden kann. „Wir haben mehr Objekte, Fotos und Filme, einen erheblich weiteren Forschungsstand. Die Rezeptionsgewohnheiten unserer Besucher haben sich verändert – darauf reagieren wir“, so Hans Walter Hütter, der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, zu dem das Zeitgeschichtliche Forum gehört. Das Forum Leipzig wurde am 9. Oktober 1999 vom damaligen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet. Seitdem besuchten das Museum mehr als 3,7 Millionen Gäste. Anders als in der alten Ausstellung nimmt die Zeit nach 1989 bis hin zur Gegenwart mit Themen wie Globalisierung und Terrorismus deutlich mehr Raum ein – etwa die Hälfte der gesamten Schau.

Erste Einblicke in die neue Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig in der Grimmaischen Straße 6.

Objekte erzählen Geschichte(n)

Geboten werden nun zwei Rundgänge, die ineinander verwoben sind. Der eine führt an Schlüsselobjekten entlang, die die Zeit charakterisieren und allesamt Geschichte(n) erzählen können. Der Tisch des Politbüros der SED gehört ebenso dazu wie ein vier Meter großes Gemälde mit Schülern und Lehrern aus Chemnitz, ein „Mini-Panzer“ für die vormilitärische Ausbildung von Jugendlichen, Teile des Zauns der Botschaft der Bundesrepublik in Prag, ein Kiosk mit DDR-Zeitschriften von Atze bis Sybille und vieles mehr. Der andere Rundgang führt den Besucher chronologisch mit thematischen Schwerpunkten von 1945 – mit einem Rückblick in die NS-Zeit – bis in die Gegenwart hinein.

Auch Digitalisierung und Flüchtlingskrise sind Thema

Nach wie vor beschäftigt sich die Ausstellung mit der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung. „Wir haben sehr viel Wert darauf gelegt, die einzelnen Erfahrungen der Menschen in Ostdeutschland, die sehr unterschiedlich sind, stärker zu Wort kommen zu lassen“, betonte Direktor Jürgen Reiche. Wie leben, arbeiten, feiern und streiten die Menschen unter den Bedingungen der DDR und woran ist der sozialistische Staat gescheitert? Aber es geht eben auch um die Zeit danach. Nach 28 Jahren im vereinten Deutschland werden aus vielfältigen Blickwinkeln die gravierenden Veränderungen sowie die Erfolge und Schwierigkeiten des Zusammenwachsens beleuchtet. Die fortschreitende Digitalisierung und Globalisierung, die aktuelle Flüchtlingskrise wie auch der internationale Terrorismus sind nur einige aktuelle Herausforderungen. Eine Videoinstallation der Künstlerin Bettina Flitner setzt die Hoffnungen und Sorgen der Menschen aus Leipzig heute ins Bild. Neu ist der Ansatz, die Ausstellung am Ende zu einer großen Bühne zu öffnen. Das soll Raum für vielfältige Gespräche und Diskussionsrunden bieten. Für den nächsten Sonnabend, 14 bis 21 Uhr, ist ein großes Museumsfest geplant.

Zum Thema: Mehr Ausstellungen und News aus den Leipziger Museen!

Geöffnet ist dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr; am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Der Eintritt ist frei.

Von Mathias Orbeck

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