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Leipziger Passagen Teil 13 der LVZ-Serie: Die Theaterpassage - Teilabriss noch in diesem Jahr
Thema Specials Leipziger Passagen Teil 13 der LVZ-Serie: Die Theaterpassage - Teilabriss noch in diesem Jahr
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20:39 15.08.2011
Theaterpassage Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Das Flair der Innenstadt wird maßgeblich durch diese Besonderheit städtischer Architektur geprägt. Bemerkenswert dabei sind die verschiedenen historischen Formen, die erhalten geblieben sind. In einer Serie sollen in unregelmäßigen Abständen die wichtigsten vorgestellt werden. Heute: die Theaterpassage.

Sie gehört derzeit sicher nicht zu den Aushängeschildern des Leipziger Passagensystems: Die Theaterpassage, die - zwischen Ritter- und Goethestraße liegend - auf einen 1872 errichteten schmalen Durchgang zurückgeht, der sich in Besitz der Universität Leipzig befand. Das einst gegenüber liegende Neue Theater auf dem Augustusplatz verhalf dem Durchgang zu seinem Namen. Erst mit dem Neubau des Kroch-Hochhauses im Jahre 1927/28 nach Entwürfen des Münchener Architekten German Bestelmyer entstand der östliche Teil der heutigen Passage.

Das ehemalige Bankhaus war der erste Hochhausbau Leipzigs und prägte als städtebauliche Dominante mit seinen elf Geschossen neben der Paulinerkirche maßgeblich das Bild des Augustusplatzes. Dementsprechend groß waren die Proteste und Streitigkeiten zur Firsthöhe im Vorlauf der Bebauung. Diese wurden in origineller Art und Weise gelöst, indem man dem bereits bis zum siebten Stockwerk fertiggestellten Bau kurzerhand eine Attrappe aufsetzte und somit die endgültige Gebäudehöhe simulierte - mit bekanntem Ausgang. Einen besonderen Blickfang des Gebäudes bilden die beiden von Josef Wackerle geschaffenen Glockenmänner, die dem berühmten Vorbild des Torre dell’Orologio in Venedig entlehnt sind. Seit 1970 wird die Passage im östlichen Bereich durch einen mit Wohlwollen als puristisch zu bezeichnenden DDR-Neubau abgeschlossen.

Dieses an der Ecke zur Grimmaischen Straße gelegene Gebäude soll allerdings noch in diesem Jahr abgerissen werden. „Ja, das ist angedacht", bestätigte Sybille Moritz vom derzeitigen Eigentümer TLG, der etwa 25 Prozent des gesamten Areals der Passage besitzt. Geplant sei, die Lücke durch einen Neubau zu ersetzen. In diesem Zusammenhang soll auch dieser Teil der Theaterpassage grundlegend saniert und umgestaltet werden. Wie der Komplex einmal aussehen und wie er genutzt werden soll, ist derzeit noch unklar. „Es gibt da Gedanken, spruchreif ist allerdings noch nichts", erklärte Bärbel Köhler, für Liegenschafts- und Grundstücksangelegenheiten an der Universität Leipzig zuständig. Die Alma mater ist der zweite große Eigentümer des Theaterpassagen-Komplexes. Man denke da durchaus auch universitär, warte aber erst einmal ab, was beim TLG-Part herauskomme. „Dann wollen wir auch eine grundlegende Konzeption für unseren Teil erstellen, der ja bislang nur rein äußerlich saniert ist", so Köhler.

Martin Pelzl/Volkmar Heinz

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