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Teil 14 der LVZ-Serie: Das Städtische Kaufhaus - Weltweit erstes Mustermessehaus

Teil 14 der LVZ-Serie: Das Städtische Kaufhaus - Weltweit erstes Mustermessehaus

Für ihre glanzvollen Passagen sind Städte wie Paris und Mailand weltberühmt. Doch wohl nirgendwo gibt es ein so einzigartiges, weil geschlossenes System an Passagen wie in Leipzig.

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Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Das Flair der Innenstadt wird maßgeblich durch diese Besonderheit städtischer Architektur geprägt. Bemerkenswert dabei sind die verschiedenen historischen Formen, die erhalten geblieben sind. In einer Serie sollen in unregelmäßigen Abständen die wichtigsten vorgestellt werden. Heute: das Städtische Kaufhaus.

Mit dem ersten Symphonie-Orchester Leipzigs, das sich einst die Tuchhändler leisteten, begann indirekt auch der Aufstieg des Städtischen Kaufhauses. Hier befand sich einmal der Standort des Gewandhauses, in dessen berühmten klassizistischen Musiksaal unter anderem Größen wie Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy und Carl Maria von Weber wirkten. Kurz gesagt: Der Baublock, welcher heute durch das Objekt ausgefüllt wird, ist einer der geschichtsträchtigsten Standorte in der Innenstadt.

Bereits 1497 bekam Leipzig das Messeprivileg verliehen, was für den Aufstieg der Stadt relevant und letztlich Voraussetzung für den Bau des Messehauses von 1893 bis 1901 war. Die drei Architekten Müller, Korber und Rayher planten das Kulturdenkmal, das als weltweit erstes Mustermessehaus der Welt gilt. An die Anfänge des Messewesens erinnert die von Carl Seffner geschaffene 2,30 Meter hohe Bronzestatue von Kaiser Maximilian I., der mit einem Federstrich Leipzig zur Messestadt beförderte. Das Gebäude wurde in drei Bauabschnitten im Stile des Neobarock in Anknüpfung an die Glanzzeiten des Leipziger Handels gestaltet.

Heute sind diese Glanzzeiten ein wenig vorbei, das Gebäude unterliegt einem gewissen Wettbewerbsdruck, um den partiellen Leerstand zu füllen. Die Arminius-Gesellschaft bemüht sich redlich, Veranstaltungen in den Gebäudekomplex zu integrieren. Damit er an öffentlichem Interesse gewinnt und Einzelunternehmen beziehungsweise Dienstleister anlockt. Der Warenumschlagplatz wurde vor drei Jahren in renoviertem Zustand gekauft und seitdem stetig aufgewertet. Die Mieter im Städtischen Kaufhaus sind sehr unterschiedlich, beispielsweise haben das Fraunhofer-Institut, die Universität und die Stadtbibliothek hier Räumlichkeiten. Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister runden den Mix ab.

Des Weiteren befindet sich der wohl größte Innenstadt-Club im Untergeschoss: der „Club 2UG". Die Discothek bekommt demnächst einen neuen Namen. Der City-Club soll im Oktober bei einer Neueröffnungsparty vorgestellt werden. Grund der Umbenennung: Die Betreiber wollen so dem Laden einen neuen Anstrich verpassen und von ihrem Elektro-Image loskommen.

Kleines Manko der Passage: Die Hauptachse verläuft zwischen der Kupfergasse und dem Gewandgäßchen, dadurch wird die Passage weniger als Durchgang genutzt. Das liegt unter anderem an der schlechten Beschilderung der Seiteneingänge. Passanten und Touristen nehmen sie oft nicht als solche war. Wer dann doch in den Innenhof gelangt, kann an sonnigen Tagen und mit ein bisschen Mühe das der Passage nachgesagte und in Stadtführern beschriebene Pariser Flair nachempfinden. Insgesamt wirkt der Innenhof sparsam belebt und strahlt trotz aufgestellter Pflanzen ein eher kühles Ambiente aus.

Das soll sich unter anderem beim heutigen Passagenfest ändern. Der Innenhof wird in eine „Piazza mediterrane" verwandelt, wodurch sich das Objekt mit einem italienischen Schleier umhüllt. „Mit Fenstertheater, Musik und Kabarett kommen die Besucher voll auf ihre Kosten", prophezeit Claudia Löwe von der zuständigen Agentur. Von 18 bis 24 Uhr gibt es im Hof wie im Vorjahr ein abwechslungsreiches Programm. Nach der Begrüßung durch einen Concierge geht es durch die Passage in den Hof, in dem sich bei Atmosphäre á la Venezia einiges erleben lässt. „Etwas Besonderes für alle Besucher wird sicher die 3-D-Straßenmalerei", verspricht Löwe. Es würden aber auch andere Attraktionen warten: Feuershow, die Band Jazzafinado und natürlich bewegte Schaufenster im Sinne von echtem Hoftheater.

Kilian Metzkow/Volkmar Heinz

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