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Teil 18 der LVZ-Serie: Jägerhof-Passage - Ein Meisterwerk des Jugendstils

Teil 18 der LVZ-Serie: Jägerhof-Passage - Ein Meisterwerk des Jugendstils

Für ihre glanzvollen Passagen sind Städte wie Paris und Mailand weltberühmt. Doch wohl nirgendwo gibt es ein so einzigartiges, weil geschlossenes System an Passagen wie in Leipzig.

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Die Leipziger Jägerhof-Passage.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Das Flair der Innenstadt wird maßgeblich durch diese Besonderheit städtischer Architektur geprägt. Bemerkenswert dabei sind die verschiedenen historischen Formen, die erhalten geblieben sind. In einer Serie sollen in unregelmäßigen Abständen die wichtigsten vorgestellt werden. Heute: Teil 18: die Jägerhof-Passage.

Das ehemalige Mustermessehaus Jägerhof entstand in mehreren Etappen zwischen 1911-14 und 1919-20. In einem ersten Bauabschnitt wurden die Grundstücke Hainstraße 17 („Lederhof“) und Hainstraße 19 („Zum goldenen Hahn“) nach Entwürfen des Leipziger Architekten Alfred Müller bebaut. Die elfenbeinfarbenen Steinplatten der Passage sind ein Meisterwerk des ausgehenden Jugendstils (1913-1914).

Im Jahr 1920 wurde das Messehaus schließlich im Auftrag des späteren Namensgebers Kommerzienrat Carl Hermann Jäger mit den westlich angrenzenden Grundstücken an der Großen Fleischergasse 11-13 vereinigt. Der schmale, aber in Ost-West-Richtung langgestreckte Gebäudekomplex umfasste dadurch drei durch Glasdächer geschützte Innenhöfe. Fünf schmale Verbindungsgänge im Erdgeschoss ermöglichten passagenartig den Durchgang von der Hainstraße über alle drei Höfe bis zur Großen Fleischergasse.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte nur eine provisorische Instandsetzung, so dass in den folgenden Jahrzehnten nur Teile des Objektes genutzt werden konnten. Nach der Friedlichen Revolution gehörte das Objekt zu den so genannten Schneider-Immobilien, bevor es nach dessen Konkurs im Auftrag der Dresdner Bank im letzten Viertel der 1990er-Jahre grundlegend saniert und restauriert wurde.

Bei der Sanierung wurde unter anderem die komplette Fassadenverkleidung wiederhergestellt. Die passgenauen Fassadenelemente bestehen dabei komplett aus Naturstein.

Der Jägerhof ist ein traditioneller Kinostandort in der Leipziger Innenstadt. Bereits 1915 wurde in dem Objekt das „UT Hainstraße“ eröffnet, in dem bis 1945 Filme aufgeführt wurden. Nach der Teilinstandsetzung wurde der Kinobetrieb wieder aufgenommen und in Folge unter verschiedensten Namen fortgeführt. Dem „Kino der Sowjetischen Armee“ folgte das „Kino der Jugend“ sowie das „Filmtheater der Freundschaft“ und schließlich seit 1990 die Passage-Kinos. Bei der Sanierung der Gebäude wurde auch das bisherige Filmtheater umgebaut und erweitert, so dass seit der Wiedereröffnung am 1. Oktober 1998 vier unterschiedlich große Säle zur Verfügung stehen.

Auch heute zählt die Jägerhof-Passage zu einer der schönsten Leipzigs und zieht somit täglich hunderte Besucher in ihren Bann. Dort kann man noch immer viele alte Dekorationen wie zum Beispiel das alte Hauszeichen, den goldenen Hahn, im östlichen Innenhof des Jägerhofs bewundern.

Diese Meinung vertritt auch Susann Kleinfeld (42). Die studierte Ägyptologin machte sich 2003 mit ihrem ägyptologischen Handels- und Wissenschaftsbüro Amina in dieser Passage selbstständig und bereut diesen Schritt bis heute nicht: „Ich fühle mich in der Passage sehr wohl und meine Kunden kommen auch gerne hierher. Hier ist es sehr ruhig und schön.“

 Dies sieht Sören Günther (25) ebenso. „Die Hainstraße ist ein exzellenter Standort. Es kommen sehr viele Leute vorbei und auch durch die Passage erhöht sich der Zufluss an Kunden nochmals“, sagt der Geschäftsführer vom Schuhwerk II. Weiter erklärt Günther: „Man sollte sich, wenn man mal etwas Zeit hat, die Passage ganz genau ansehen und nicht nur einfach durch sie durchlaufen.“

Maximilian Schmidt/Volkmar Heinz

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