Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Leipziger Passagen Teil 8 der LVZ-Serie: Bahnhofsplaner ersetzt Generalsresidenz - die Handwerkerpassage
Thema Specials Leipziger Passagen Teil 8 der LVZ-Serie: Bahnhofsplaner ersetzt Generalsresidenz - die Handwerkerpassage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:07 06.02.2011
Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Das Flair der Innenstadt wird maßgeblich durch diese Besonderheit städtischer Architektur geprägt. Bemerkenswert dabei sind die verschiedenen historischen Formen, die erhalten geblieben sind. In einer Serie sollen in unregelmäßigen Abständen die wichtigsten vorgestellt werden. Heute: die Handwerkerpassage.

Durchaus historisch präsentiert sich die namentlich eher modern daherkommende, weil erst Ende der 1990er-Jahre umbenannte Handwerkerpassage. Eine Gedenktafel am Markt erinnert an den Leipziger Ehrenbürger Viktor Anton Franz von Prendel, jenen im heutigen Südtirol geborenen späteren österreichisch-russischen General, der 1813/1814 als Stadtkommandant von Leipzig im Vorgängerbau residierte. Das aktuelle Haus wurde 1845/1846 nach Entwürfen des Leipziger Architekten Christian August Eduard Pötzsch erstellt, der sich vor allem auch durch seine Baupläne für den Bayerischen Bahnhof weit über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf erwarb.

 Der Handelshof am Markt 10 - im Volksmund wegen seiner einst 41 Ladengeschäfte auch Kaufhalle genannt - erstreckt sich mit seinem Durchgang parallel in West-Ost-Richtung zwischen Klostergasse und Marktplatz, ist in derselben Lage angeordnet wie einst die benachbarten Äckerleins Hof und Stieglitzens Hof. Das Gebäude ist eines der wenigen erhaltenen Spätklassizismus-Beispiele und das letzte dieser Architekturform, die kurz darauf von den Messepalästen der Mustermesse abgelöst wurden.

Eine weitere Tafel verweist am Westende der Passage darauf, dass der daraufhin Handwerkerpassage genannte Durchgang „durch die Handwerker der Stadt Leipzig“ 1987 bis 1989 erbaut und wieder zugänglich gemacht wurde. Wobei umfassende Sanierung die Arbeiten wohl besser beschreibt. Nach Plänen des Leipziger Künstlers Christian Rost und der beiden Architekten Ilg und Friebe wurde das Ensemble zeitgleich um den so genannten Fensterputzerbrunnen ergänzt. Erst knapp zehn Jahre später erfolgte die Sanierung des Vordergebäudes. Dabei konnten die drei um 1511 erbauten Zinshäuser einbezogen werden. Angelegt wurden in den Jahren 1997 und 1998 auch die Zugänge zur späteren Marktgalerie und zum Barfußgäßchen.

„Es gehen hier durchaus viele Touristen durch“, schätzt eine Ladenmitarbeiterin ein. Viele Gruppen würden sich auch vor der zentral liegenden Passage treffen. Von einer „sehr gut funktionierenden Passage“ spricht ein Hausmeister - besonders in den Sommermonaten, wenn durch die Freisitze der Gastronomie viel Leben einzieht. Allerdings sei es aus diesem Grund im Gegenzug nicht ganz leicht, die gegenüberliegenden freien Läden zu vermieten. Er hoffe aber, dass auch diesbezüglich in naher Zukunft einiges passieren wird. Eine Besonderheit der Passage sind die Anwesenheit eines Marktforschungs- und des Polnischen Institutes.

Martin Pelzl/Volkmar Heinz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!