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Sicherheit Leipzig Abbiegeassistenten für LKW schon seit Jahren gefordert
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13:39 09.11.2018
Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr. Quelle: PR
Leipzig

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) begrüßt laut Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Dirk Engelhardt den Vorstoß des Bundesrats zur Pflicht für Abbiegeassistenten. Das hat er auch jüngst bei einer Vortragsveranstaltung in Berlin mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer verdeutlicht.

Frage: Wie schätzen Sie das Problem der Abbiegeunfälle ein?

Prof. Dr. Dirk Engelhardt: Wenn es zu Abbiegeunfällen kommt, erleiden Radfahrer und Fußgänger viel zu oft schwere, manchmal sogar tödliche Verletzungen. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, muss man auch die Angehörigen und Hinterbliebenen sowie die Rettungskräfte und Polizisten am Unfallort zu den – wenn auch indirekten – Unfallopfern zählen. Und auch der Lkw-Fahrer gehört dazu: Er muss für den Rest seines Lebens das Wissen um den Unfall ertragen. Nach Aussagen der zuständigen Berufsgenossenschaft sind 80 Prozent der Lkw-Fahrer, die in einen tödlichen Abbiegeunfall verwickelt waren, aus psychischen Gründen nicht mehr in Lage, jemals wieder in einen Laster zu steigen.

Wie stehen Sie zu der Forderung des Bundesrats, elektronische Abbiegeassistenten in LKW zur Pflicht zu machen?

Der BGL fordert solche Abbiegeassistenten schon seit Jahren! Infolgedessen begrüßen wir diese Forderung ausdrücklich.

Gibt es aus Ihrer Sicht alternative Systeme oder Ideen zum Beispiel aus verkehrsplanerischer Sicht?

Neben Abbiegeassistenzsystemen gibt es noch so genannte Kamera-Monitor-Systeme, die oftmals fälschlicherweise als Abbiegeassistenten bezeichnet werden. Diese Systeme können allenfalls Ergänzungen, aber niemals Alternativen zu echten Abbiegeassistenzsystemen sein, denn passive Kamera-Monitorsysteme ohne automatische akustische oder optische Warnfunktion haben den Nachteil, dass sie nur in exakt dem Moment helfen, in dem der Fahrer direkt auf diesen Monitor schaut. In der konkreten Abbiegesituation muss er allerdings zusätzlich noch ein halbes Dutzend Rückspiegel, den Gegenverkehr, den Querverkehr, die Beschilderung, Ampeln und den Bereich vor seinem Fahrzeug im Blick haben, um auch dort jegliche Gefahrensituation ausschließen zu können. Außerdem werden momentan viele Systeme als angebliche Abbiegeassistenten angeboten, die bestenfalls Scheinlösungen darstellen, wie zum Beispiel Einparkhilfen oder Spurwechselassistenten für die Autobahn. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn im Falle des Falles nur solche unzureichenden Systeme verbaut sind und der Lkw-Fahrer keine Warnung erhält. Hier hilft hoffentlich bald ein Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums, dem entsprechende technische Empfehlungen zugrunde liegen, was Systeme leisten können müssen, um in den Genuss der Förderung zu kommen.

Von Stefan Michaelis

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