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Sicherheit Leipzig Cloud-Computing – eine Frage der Sicherheit
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11:06 08.11.2018
Moderne Technologien eröffnen auch kleineren Unternehmen ohne ausgedehnte IT-Infrastruktur die Vorteile der Cloud. Quelle: obs/Epson Deutschland
Leipzig

Otto Normalverbraucher kennt Dienste wie Dropbox, iCloud (Apple/iOS) und die Google Cloud (Android), aber viele fremdeln mit diesen modernen Möglichkeiten. Denn wer weiß schon, wo die eigenen Daten gespeichert werden, wie sie gesichert sind und wer sie alles nutzen kann?

Für Ingolf Römer von der Universität Leipzig eine verständliche Fragestellung: „Die Entscheidung für oder gegen die Cloud, aber auch die Entscheidung für einen konkreten Dienst ist immer eine Abwägung zwischen Komfort einerseits und Sicherheit beziehungsweise ‚compliance‘, wie es in Unternehmen heißt, andererseits“, erklärt der Experte für Cloud Computing und Datensicherheit am Institut für Angewandte Informatik.

Unter dem Begriff Cloud werden jedoch eine Vielzahl an Varianten zusammengefasst, die es zu unterscheiden gilt.

Cloud-Computing ist alltagstauglich. Quelle: dpa

Private Cloud

Hier speichern Privatpersonen oder Unternehmen ihre Daten auf einem Datenträger zu Hause im lokalen Netzwerk. Die Kontrolle liegt in der eigenen Hand, die Sicherheit jedoch auch. Wer also von unterwegs auf die eigene Cloud zugreifen möchte, braucht eine mobile Zugangsmöglichkeit und muss diese beschränken, also sichern. Hierfür benötigt man gewisse Fachkenntnisse und muss sich zum Beispiel mit Verschlüsselung oder sicheren Passwörtern beschäftigen.

Trotzdem ist die private Cloud meistens nicht vor einem heute weit verbreiteten „Brute-Force“-Angriff, also einem millionenfachen Ausprobieren von Passwörtern geschützt.

Auch die Upload-Geschwindigkeiten erweisen sich manchmal als Flaschenhals, moderne Internetverbindungen lösen dieses Manko meist.

Wer auf Nummer sicher gehen will, untersagt den Zugriff von außerhalb der eigenen vier Wände. Dann nimmt aber der Komfort deutlich ab.

Datenrettung vom Fachmann

Was passiert, wenn die Festplatte auf einmal nicht mehr funktioniert? Lesen Sie hier, wie Leipziger Spezialisten bei der Datenrettung helfen können.

Public Cloud

Wie der Begriff Public schon beinhaltet, handelt es sich dabei um eine „öffentliche Wolke“. Die eigenen Daten liegen auf Rechnern oder Servern meist neben denen anderer Nutzer. Wer wie wo liegt, bleibt unklar.

Bei kostenlosen Anbietern wie Google oder Apple kann man eventuell davon ausgehen, dass die Server gesichert sind und vor einem Zugriff von Dritten geschützt. Doch allein auf dem Weg in die Cloud sind Daten für Kriminelle oftmals leicht abzufangen.

Auch bleibt ein Gefühl des Unwohlseins, größeren Unternehmen die eigenen Fotos oder private Dokumente zu überlassen. Die Währung heißt hier normalerweise: die eigenen Daten.

Bei bezahlten Diensten wiederum gilt wie immer das Prinzip: Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.

Beim Cloud Computing unterscheidet man drei Ebenen:

SaaS, PaaS und IaaS

Bei „SaaS“ (Software as a Service) wird Software, also ein Programm per Cloud zur Verfügung gestellt wie etwa im Fall von Microsoft Office 365.

Beim Dienst „PaaS“ (Platform as a Service) wird eine so genannte Laufzeit-, eventuell auch Entwicklungsumgebung vom Kunden genutzt, also eine Plattform, auf der Programme geschrieben oder Projekte betrieben werden können.

„IaaS“ (Infrastructure as a Service) bezeichnet wiederum ein Geschäftsmodell, bei dem Rechnerinfrastruktur gekauft wird, teilweise auch nach Bedarf.

Je nachdem, welchen Dienst ein Unternehmen oder Kunde nutzt, liegt die Sicherheit der Daten bei einem selber oder dem Anbieter. Wer zum Beispiel seinen eigenen Server im Haus hat, braucht vielleicht auch einen eigenen Feuerlöscher und ein Schloss vor der Tür. Wer Rechnerinfrastruktur mietet, muss sich eventuell um die Datensicherheit selbst kümmern, bei Dropbox gibt man diesen Aspekt (bis auf die Wahl des Passworts) aus den Händen.

Mehr Infos

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„Am Anfang der Entscheidung sollten beim Unternehmen wie auch bei der Privatperson immer die eigenen Bedürfnisse geklärt und definiert werden“, sagt Römer. Wie viele Faktoren und wie viele Daten gebe ich in die Hände des Anbieters? An welchem Standort sollen die Daten gespeichert werden (Stichwort deutsche Cloud)? Ist der Dienst DSGVO-konform? Wie komfortabel ist der Zugriff auf „meine Cloud“? Müssen meine Daten auch physisch von denen anderer Kunden abgetrennt gelagert werden?

„Cloud-Umgebungen stellen kein erhöhtes Risiko für Geschäftsdaten dar“, meint Römer. Zumindest nicht, wenn Standards eingehalten werden. Ganz im Gegenteil: Für viele vor allem mittelständische Unternehmen, die in Sachen moderner IT und Software nicht auf dem neuesten Stand sind, dürfte ein Auslagern von Daten und Diensten sogar mit einem Mehr an Sicherheit einhergehen.

Von Thomas Bothe

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