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Sicherheit Leipzig Präventionsprojekt in Kitas und Schulen: Kinder im Umgang mit Fremden sensibilisieren
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13:00 15.11.2018
Steffen Gründel hat ein Präventionsprogramm für Kinder in Kindergärten und Schulen entwickelt. Quelle: Mario Jahn

Der Altenburger Steffen Gründel war bis zu seiner Pensionierung Polizist mit Leib und Seele. „Klar erlebt man da auch die schlimmen Sachen“, sagt der heute 63-Jährige.

Besonders gingen und gehen auch Gründel Verbrechen nahe, in denen Kinder Opfer sind.

„Ich war als Kind selber Opfer eines sexuellen Übergriffs. Und dann habe ich im Jahr 2006 jene Überwachungsbilder gesehen, die in einer Leipziger Straßenbahn aufgenommen wurden und auf denen ein Junge mit seinem späteren Mörder zu sehen war“, so Gründel.

Der Polizist sann nach, wie man in der Präventionsarbeit wirksam bei Kindern ansetzen kann, um sie zu sensibilisieren, nicht einfach mit Fremden mitzugehen, ihren Versprechungen blindlings zu erliegen oder von ihnen vermeintliche Geschenke anzunehmen.

Steffen Gründel entwickelte speziell ein Lernprogramm für Kindergärten und Grundschulen.

„Man muss den Kleinen diese sehr ernsten und wichtigen Themen in spielerischer Form vermitteln. Dann sind sie auch einprägsam und werden befolgt“, so der Ex-Polizist.

Erst entstand die Bildergeschichte „Nina und der Fremde“, darauf baute seit 2008 das ganze Projekt mit Policat auf.

„Das ist eine circa 1,50 Meter große Plüschkatze in Polizeiuniform, die eigens für dieses Präventionsprogramm angefertigt wurde und die sozusagen als Maskottchen durch das gesamte Programm führt“, erklärt der Ex-Polizist.

Seitdem sind Gründel und seine Ehefrau Walburga im gesamten Landkreis Altenburger Land in Kindergärten sowie Grundschulen unterwegs, um den Kleinen via Policat zu lehren, wie man sich richtig verhält, wenn man von Fremden angesprochen und gelockt wird.

Auch die ersten Leipziger Kindergärten sind mittlerweile auf Policat & Co. aufmerksam geworden und haben Gründel und sein Programm zu sich eingeladen.

„Das wird auch ganz praktisch geübt. Dazu gibt es inzwischen zahlreiches Begleitmaterial, wie Magnettafeln, DVD und anderes, um diese Thematik spielerisch ausleuchten zu können“, so der 63-Jährige.

Keineswegs wollen Gründel und seine Frau allein das Präventionsprojekt in die Breite tragen. Im Gegenteil: Erzieherinnen und Lehrer sind jederzeit dazu angehalten, sich selber mit dem mehrere Stunden umfassenden Projekt vertraut zu machen, um es selber an die Kinder weitergeben zu können. Dafür gibt es Policat-Sets zur Ausleihe im Landratsamt oder sie können auch käuflich erworben werden.

Ein gefragter Mann bleibt Steffen Gründel aber nach wie vor. Allein in diesem Jahr absolvierte er 145 ehrenamtliche Stunden in Kitas und Schulen, um Policat & Co. näher zu bringen. Seit er 2006 damit angefangen hat, summieren sich die Stunden sogar auf 2918.

Von Jörg Wolf

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