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News Schwedischer Weltklasse-Springreiter Henrik von Eckermann: "Ich bin ein Glückskind"
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19:25 16.01.2015
Henrik von Eckermann bei der Partner Pferd auf Cantinero. Quelle: KarlHeinz Frieler
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Leipzig

So fällt beim Tippspiel, wer die großen Springen bei der Partner Pferd gewinnt – etwa das Championat von Leipzig heute oder das Weltcupspringen morgen – immer wieder der Name von Eckermann, 33, Schwede. Der ist im Sattel ein Stilist par excellence, von Hallensprechern wird er schon mal als Traum-Schwiegersohn angekündigt. Leipzig kennt er, im Vorjahr war er Zweiter beim Championat, zwei Zehntel fehlten zum Sieg. Dass er in diesem Jahr abräumt, ist nicht unmöglich. Denn Henrik von Eckermann sagt von sich selbst: „Ich bin ein Glückskind." Und Glück kann auch im Reitsport nie schaden.

Wie wird man ein Glückskind? „Wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist", sagt der knapp 1,90 Meter große Reiter. Er war es offenbar. Henrik wuchs mit zwei älteren Brüdern auf einem Bauernhof bei Nyköping auf. „Mit Tieren aller Art, natürlich auch Pferden." Doch Reiten interessierte ihn zunächst nicht, er wollte Eishockey-Profi werden, „wie jeder Junge in Schweden". Er galt als Verteidiger-Talent. „Anderthalb Stunden tägliche Fahrt zum Training, das wurde meiner Mutter zu viel." Ihm wohl auch.

Nun kommen die Pferde ins Spiel, zu den Pflichtterminen im Hause von Eckermanns gehörte der jährliche Besuch der „Göteborg Horse Show", dem größten Hallen-Reitturnier Skandinaviens. „Wir waren immer da", erzählt Henrik von Eckermann, „und ich war von Anfang an ein Riesenfan von Ludger Beerbaum".

Henrik von Eckermann bei der Partner Pferd. Quelle: André Kempner

Dass er wenige Jahre später bei seinem großen Vorbild arbeiten würde, konnte der junge Henrik damals nicht ahnen. Erst mit 14 begann er auf Pferden zu trainieren, seine Karriere als Nachwuchsreiter bezeichnet er selbst als „nicht sehr erfolgreich". Da verschweigt er elegant die Mannschafts-Silbermedaille für Schweden bei der EM als junger Reiter. Er spricht lieber vom Glück, das diesmal in Gestalt von Malin Lindskog auftauchte. Die Schwedin ist eine gute Bekannte der von Eckermanns und arbeitete als Pflegerin beim großen Vorbild Ludger Beerbaum. Sie stellte den Kontakt her, kurz darauf reiste der damals 22-jährige für ein Praktikum beim deutschen Star-Reiter nach Riesenbeck. „Los ging‘s mit Hilfsarbeiten, dann durfte ich die jungen Pferde reiten. Am Anfang die 4-, 5-Jährigen, dann die 6-, 7-Jährigen, es ist immer langsam gestiegen, bis heute", sagt der Springreiter und macht dafür, was natürlich, „Glück" verantwortlich.

Weil jeder selbst seines Glückes Schmied ist, müssen die Qualitäten des Reiters gerühmt werden. „Henrik ist unheimlich fleißig, korrekt und reitet mit ganz viel Gefühl", urteilt Beerbaum über seinen Angestellten. Der deutsche Superstar vertraute ihm mehr und mehr, bald durfte Henrik von Eckermann auch Beerbaums Top-Pferde reiten. Erst Coupe de Coeur, 2012 überließ ihm der Chef dann sein Top-Pferd Gotha, mit dem Beerbaum 2011 noch Mannschafts-Europameister wurde.

Wieder ein Glücksgriff für Henrik von Eckermann. Mit Gotha gewann er 2013 EM-Bronze mit dem schwedischen Team. Dann der Höhepunkt im Februar 2014 beim Großen Preis von Hongkong, eines der höchstdotierten Springen der Welt. Der Schwede siegte auf Gotha, kassierte dafür 168 000 Euro. Sein Chef Ludger Beerbaum landete mit Hengst Chaman auf Platz drei.

In Leipzig treffen Chef und Angestellter wieder aufeinander. Vorteil Beerbaum, der ist als aktuell Zweiter der Weltrangliste für das Weltcupspringen am Sonntag bereits qualifiziert, konnte sich gestern Abend mit Chaman locker einspringen. Henrik von Eckermann musste das auf Cantinero, ein 13 Jahre alter Wallach, noch schaffen. Er vertraute auf sein Glück. Und was das Schwiegersohn-Image betrifft – Henrik von Eckermann ist noch solo.

Uwe Köster

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