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Miet-Weihnachtsmann Roland Schmidt - Schnee bitte erst am 25.!

Miet-Weihnachtsmann Roland Schmidt - Schnee bitte erst am 25.!

Wenn es nach ihm geht, soll die Weiße Weihnacht bitte erst am 25. Dezember kommen. Schnee am 24. könnte seine Pläne durcheinanderwirbeln. Im roten Mantel säße er im Auto, den Rauschebart im Schoß und würde über die Straßen im Jerichower Land schlittern.

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Den Weihnachtsmann gibt es gar nicht? Aber klar doch! Er muss sogar ganz schön hart arbeiten, wenn er alle Kinder beglücken will. Hilfreich sind auch Fußballkenntnisse. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Halle/Magdeburg. Die Kinder müssten noch länger auf ihre Geschenke warten. 14 bis 16 Termine stehen für den Heiligen Abend auf dem Terminplan von Weihnachtsmann Roland Schmidt. Der 52-Jährige aus der Nähe von Magdeburg ist einer jener Rauschebärte, die die Arbeitsagenturen vermitteln. Direkt für den 24. Dezember, aber auch für Weihnachtsfeiern von Betrieben, Kindergärten oder Weihnachtsmärkte.

Allerdings: Die Nachfrage nach Weihnachtsmännern in Sachsen-Anhalt geht seit vergangenem Jahr leicht zurück, heißt es in der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt in Halle. In Dessau wurde die Vermittlung in diesem Jahr sogar eingestellt. In Magdeburg gab es im vergangenen Jahr 23 Weihnachtsmänner für 256 Einsätze. In Halle wurden in der Agentur für Arbeit 24 Weihnachtsmänner gemeldet, sie absolvierten insgesamt 126 Einsätze in und um Halle. Auch in Halberstadt, Stendal und Sangerhausen gibt es Vermittlungen. Oft sind es Arbeitslose, Rentner und Studenten, die ihr Einkommen ein wenig aufbessern wollen.

Wenn Roland Schmidt an Heiligabend als Weihnachtsmann zu seinen ersten Kunden fährt, ist es zwischen 12 und 13 Uhr. „Dann sage ich zu den Kinder, ich bringe schon mal ein Geschenk vorbei.“ Den großen Sack stellt dann später jemand anderes vor die Tür. Aufgeregt und gespannt säßen die meisten Familien auf der Couch, wenn er hereinkomme. Sein lautes „Hohoho!“ lässt er meist schon von draußen hereinschallen. Viele Kinder bekommen sonst Angst, sagt Schmidt. Seine kräftige Stimme setzt der 1,72 Meter große Mann sonst das Jahr über zum Schlagersingen ein. Der gelernte Isolierer und spätere Möbelverkäufer gibt Konzerte auf Festen und in Seniorenheimen.

„Ich bin ein guter Weihnachtsmann.“ Die Rute gibt es bei Schmidt nicht, wenn sich auch viele Eltern wünschen, dass der Weihnachtsmann ihren Kleinen ins Gewissen redet. Weihnachtsmann Schmidt will lieber positiv bestärken, die Kinder animieren, sich anzustrengen. Zugleich ist er erstaunt, was die 3- bis 13-Jährigen ihm im Gegenzug zu den Geschenken darbieten. Da wird Geige gespielt und Klavier, gesungen und Gedichte werden aufgesagt. „Da bekomme ich schon mal Gänsehaut“, sagt Schmidt, der selbst zwei erwachsene Kinder hat. Wegen einer frühen Scheidung erlebte er sie als Kinder aber wenig.

Spontan auf die Situation zu reagieren ist wichtig, sagt Schmidt. Wenn ihm ein Zwölfjähriger sage, er sei doch gar nicht der Weihnachtsmann, versuche er eben, als Kumpel aufzutreten. Er fragt nach den Interessen. Dann wird schon mal über Fußball gefachsimpelt. Tage vorher haben die Eltern den Weihnachtsmann schon von einer kaputten Glasscheibe berichtet, die dem Hobby des Kindes zum Opfer gefallen ist. Alles Anknüpfungspunkte: „Ich bin gut vorbereitet“, sagt Schmidt von sich selbst.

Und was macht Weihnachtsmann Roland Schmidt privat an Weihnachten? „Ich sitze im Schneidersitz auf meiner Couch und gucke Komödien.“ Einen Weihnachtsbaum gibt es nicht, genauso wenig wie Weihnachtslieder oder Schlager.

Dörthe Hein, dpa

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