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"Nicht nachmachen" - Physiker begeistern mit Weihnachtsvorlesung an der Uni Leipzig

"Nicht nachmachen" - Physiker begeistern mit Weihnachtsvorlesung an der Uni Leipzig

Physiker in Weihnachtsmann-Kostümen, Gurken, die Strom leiten, und Lametta, das sich in eine Glitterwolke auflöst - wie gewohnt haben sich die Physiker in ihrer traditionellen Weihnachtsvorlesung mit lehrreichen, aber vor allem unterhaltsamen Show-Experimenten präsentiert.

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Weihnachtsvorlesung der Chemiker an der Uni Leipzig 2012.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Gemurmel erfüllt den großen Hörsaal der Physik. Die knapp 500 Sitzplätze sind fast alle besetzt. Ungewöhnlich. Das findet auch ein Student, dem wohl entgangen ist, was am Freitag im Stundenplan stand. Ein Kommilitone klärt ihn auf. "Ich habe mich schon gewundert, warum heute so viel los ist." Ja, Weihnachtsstern, Adventskalender und Lichterkette lassen sich morgens um kurz nach neun Uhr schon mal übersehen.

"24 Wege zum Licht" heißt es nun also für die kommenden eineinhalb Stunden. Am Thema Beleuchtung möchte Professor Marius Grundmann physikalische Phänomene erklären. "Und das soll dann bei Ihnen zu Erleuchtung führen", scherzt der Direktor des Instituts für Experimentalphysik. Seit zehn Jahren wirft sich der 48-Jährige in das weihnachtliche Kostüm. Als helfende Wichtel stehen Axel Märker und Jens Gabke bereit.

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Leipzig. Physiker in Weihnachtsmann-Kostümen, Gurken, die Strom leiten, und Lametta, das sich in eine Glitterwolke auflöst - wie gewohnt haben sich die Physiker in ihrer traditionellen Weihnachtsvorlesung mit lehrreichen, aber vor allem unterhaltsamen Show-Experimenten präsentiert. Die knapp 500 Sitzplätze sind fast alle besetzt. Ungewöhnlich.

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Fach für Fach leert sich der Adventskalender, womit ein Experiment nach dem anderen eingeläutet wird. Sind die ersten noch eher unspektakulär, fliegen bei den folgenden förmlich die Fetzen. Lametta löst sich mit einem "Puff!" in Glitter auf, orangefarbene Lichterketten für die Innennutzung landen in einem Gefäß mit eisig kaltem, dampfenden Flüssigstickstoff, der sie grünlich werden lässt. Und mittendrin: Entertainer Marius Grundmann mit seiner tanzenden und musizierenden Weihnachtsmütze. Stets mit dem Hinweis: "Bitte nicht Zuhause nachmachen." Gerade das ist es, was diese spezielle Vorlesung so beliebt macht. Genau das, was Gebrauchsanweisungen verhindern sollen, regt Grundmann zum Ausprobieren an.

Und so werden Glas-Stäbchen zum Schmelzen, Energiesparlampen in der Mikrowelle zum Glühen und Gewürzgurken erst zum Leuchten, dann zum Schmoren gebracht. "Das sollte man aber nur mit offenem Fenster betreiben", betont der Physiker, während sich ein beißender Geruch in den ersten Reihen ausbreitet.

"Wir wollen in dieser Vorlesung tiefsinnige, aber auch lustige Experimente zeigen, die wir zugleich ein bisschen erklären. Aber nicht zu viel. Es soll noch ein wenig Magie dabei bleiben", erklärt der Leipziger. Manche Experimente hat das Team bis zu einem Jahr vorbereitet. Denn, so Grundmann: "Nach der Vorlesung ist vor der Vorlesung."

Mit seiner Physik-Show hat das Wissenschaftsteam wieder einmal den Nerv der Experimentierfreudigen getroffen. "Ich kannte vieles schon, aber es war trotzdem lustig", sagt der 20-jährige Sascha Bader, Auszubildender zum Physiklaborant, zum Schluss. Nach Applaus, Pfiffen und Jubelrufen zu urteilen, sehen die knapp 500 übrigen Gäste das ähnlich.

Patricia Liebling

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