Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Sachen im Advent
Google+ Instagram YouTube
Christstollen vs. Räuchermännl - Sachsen streiten um Weihnachtshoheit

Christstollen vs. Räuchermännl - Sachsen streiten um Weihnachtshoheit

Heimat der Räuchermännl, Schwibbögen und Bergparaden - nennt sich Weihnachtsland; Dresden mit seinem Striezelmarkt und dem Stollenfest die Weihnachtshauptstadt.

Voriger Artikel
Froschkönig trifft Buuh: Märchenseiten für Kinder
Nächster Artikel
"Melkam Genna": Äthiopien feiert Weihnachten erst im Januar

In der Firma Holzkunstgewerbe Michael Müller GmbH im sächsischen Kamenz fertigt Beate Synnatzschke Schwibbögen. (Archovfoto)

Quelle: dpa

Das Erzgebirge. Alles könnte so einfach sein im Freistaat Sachsen. Ist es aber nicht.

Es herrscht Zwietracht zum Fest der Besinnung. Denn Dresden liegt nicht im Erzgebirge, kann also gar nicht die Hauptstadt des Weihnachtslandes sein. Und sowieso: „Wenn überhaupt, dann ist Betlehem die Weihnachtshauptstadt, denn da ist Jesus Christus geboren“, meint Matthias Förster. Er ist Sprecher von Annaberg-Buchholz, der Erzgebirgs-Kreisstadt. Dort ist man sauer auf die Dresdner und ihren selbst gewählten Titel.

„Die Angebote, die Dresden in der Weihnachtszeit den Gästen und Bewohnern macht, sind so umfassend, attraktiv und die Atmosphäre so einmalig, dass wir uns selbstbewusst als Weihnachtshauptstadt Dresden positionieren“, erklärt Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH. „Wir haben mit dem 579. Dresdner Striezelmarkt den ältesten Weihnachtsmarkt in Deutschland - mit weltgrößtem Schwibbogen, berühmtem Stollenfest und einzigartiger Kindererlebniswelt.“

Förster will das alles nicht geltenlassen: „Das Fest hat es nicht verdient, in dieser Art und Weise verwurstet zu werden. Da ist man in Dresden übers Ziel hinausgeschossen“, sagt er. „Die lange Weihnachtstradition im Erzgebirge geht auf die Suche des Bergmanns nach innerem und äußerem Licht zurück. Das äußere Licht als Symbol für die Rückkehr aus dem Stollen; das innere Licht für die Nähe zu Gott, die der Bergmann wegen der Gefahren, denen er ausgesetzt war, suchte“, erklärt Förster. „Das ist eine Tradition, die aus dem Herzen kommt.“

„Weihnachtsmärkte sind mehr als nur Glühweinbuden, Wurstbuden und Stollen“, meint auch die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge, Veronika Hiebl. „Die Wiege der deutschen Weihnachtstradition liegt ganz klar im Erzgebirge, deshalb sind wir das Weihnachtsland!“ Auf dem Striezelmarkt in der Dresdner Altstadt sind auch viele Händler aus dem Erzgebirge vertreten. Es riecht nach sächsischem Winzerglühwein, Bratwurst, Pfefferkuchen aus Pulsnitz. Buden bieten Plauener Spitze an, auch die Dresdner Bäcker sind mit ihrem Christstollen prominent vertreten. „Eigentlich nehmen die uns etwas weg“, sagt Gisela Wolf aus Neuhausen an der Grenze zu Tschechien, die die typischen Räuchermännl und andere aus Holz gedrechselte Figuren verkauft. „Für mich ist das Erzgebirge das Weihnachtsland.“

Ein paar Stände weiter will man von all dem Streit nichts wissen. „Ob Weihnachtshauptstadt oder Weihnachtsland, das ist mir egal“, sagt ein Händler, der ebenfalls die erzgebirgische Volkskunst feilbietet, seinen Namen aber nicht verraten will. Allerdings geht ihm die Weihnachtsvermarktung in Dresden zu weit: „Die pflastern hier doch alles zu mit Weihnachtsmärkten“, sagt er und sorgt sich um den Umsatz. „Mehr als Kaufkraft gibt es nun mal nicht.“

Alles nur ein Sturm im Glühweinbecher? Nein, es geht um mehr: „Ein Reisegast entscheidet sich nur für ein Ziel: Er fährt ins Erzgebirge oder nach Dresden. Da geht es dann tatsächlich um Gäste. Und die Advents- und Weihnachtszeit ist für das Erzgebirge die wichtigste Zeit des Jahres“, erklärt Tourismusverbandschefin Hiebl. Dennoch solle jetzt erst einmal Weihnachtsfrieden gelten. „Im nächsten Jahr werden wir jedoch mit einigen Marketingmaßnahmen unseren Gästen deutlich machen, dass das Erzgebirge das echte Weihnachtsland ist.“

Aber Halt! War da nicht noch etwas? „Wir führen den Titel „Weihnachtsstadt Nürnberg“ in allen unseren Publikationen schon seit mehr als zehn Jahren“, sagt Yvonne Coulin, Geschäftsführerin der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg und vormals bei der Dresden Marketing GmbH in gleicher Position. Mit den Ansprüchen der selbst ernannten Weihnachtshauptstadt an der Elbe hat die Werbeexpertin in der Frankenmetropole keine Probleme. „Dazu ist der Christkindlesmarkt als Marke einfach zu bekannt“, sagt sie - ebenfalls ganz selbstbewusst.

Martin Fischer, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bräuche & Riten
Advents-Gewinnspiele
Plätzchenrezepte der LVZ-Leser
Plätzchenbacken in der Vorweihnachtszeit. Foto: privat

Ob Butterplätzchen oder Zimtsterne, Kokosmakronen oder Lebkuchen: In der Weihnachtszeit gehört backen einfach dazu. Wir haben die LVZ-Leser nach ihren liebsten Plätzchenrezepten gefragt - und viele haben geantwortet. Sehen Sie hier eine Übersicht der schönsten Rezepte. Nachbacken eindeutig erwünscht!

Braune Pfeffernüsse

Butterplätzchen

Einhorn-Plätzchen

Engelsaugen

Haferflockenplätzchen

Igelplätzchen

Lebkuchen-Plätzchen

Mandelplätzchen

Mandel-Vanille-Plätzchen

Marmeladenaugen

Marzipan-Schokoladen-Gebäck

Mürbeteigplätzchen mit Erdbeermarmelade

Rosinenröllchen

Rotweinkipferl

Schoko-Cookies

Schoko-Nüssli

Schweizer Laibchen

Türmchen