Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Dekorieren Warum gibt es Baum und Adventskranz?
Thema Specials Sachsen im Advent Dekorieren Warum gibt es Baum und Adventskranz?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Sachen im Advent
10:33 06.12.2018
Lichter erhellen uns die Weihnachtszeit. Mit ihrem Schein schenken sie uns einen Hauch Geborgenheit in dieser emotionalen Zeit. Quelle: Alexander Heinl / dpa

Warum gibt es den Weihnachtsbaum?

Für Menschen, die nicht lesen oder schreiben konnten, entwickelten sich seit dem 13. Jahrhundert am Heiligen Abend zwei Spiele: das Paradies- und das Krippenspiel, erklärt der katholische Theologe Manfred Becker-Huberti. Das Krippenspiel vergegenwärtigte die Geburt Jesu. Das Paradiesspiel erklärt, wie die Erbsünde in die Welt kam: Eva und Adam aßen eine verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis und wurden sterblich. „Nördlich der Alpen wird die Frucht durch einen roten Apfel dargestellt, der an einem grünen Baum hängt.“

Warum hängen heute Lichter und Kugeln im Baum?

Unter Martin Luther wurde Weihnachten zum Familienfest. Beim evangelischen Adel tauchte der Christbaum auf dem Gabentisch auf - und durch Kerzen wurde er zum Lichterbaum, der Jesus als das Licht der Welt symbolisiert. „Ende des 16. Jahrhunderts entstand im Elsass der Brauch, im Wohnzimmer zum Weihnachtsfest einen Baum aufzustellen“, erläutert Thies Gundlach, Theologischer Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland. Um 1900 übernahmen laut Becker-Huberti die Katholiken die Familienfeier zu Weihnachten und das dazugehörigen Brauchtum.

Geburtsort der farbigen Kugeln aus Glas soll Lauscha in Südthüringen gewesen sein, sagt Gundlach. Weil sich ein armer Glasbläser 1847 keine Nüsse und Äpfel leisten konnte, fertigte er die Früchte selbst und hängte farbenfrohe Äpfel, Birnen und Nüsse aus Glas an den Baum.

Warum stellen Menschen eine Krippe auf?

Die Idee von der Futterkrippe als Geburtsort Jesu lässt sich schon im Frühchristentum nachweisen. Eine solche Futterkrippe stand an Weihnachten neben dem Kirchenaltar. Im Mittelalter legte man eine Jesuspuppe hinein, die bei weihnachtlichen Wiegeliedern zum Schaukeln gebracht wurde. Populär wurde die Inszenierung der Geburt durch Franz von Assisi, der 1223 eine Krippe mit Ochs, Esel und lebensgroßen Wachsfiguren aufbauen ließ. „Die älteste Krippe der Jesuiten soll 1560 im portugiesischen Coimbra aufgestellt worden sein“, sagt Martin J. Martlreiter, Präsident des Verbandes Bayerischer Krippenfreunde.

Wofür steht der Adventskranz?

Der Adventskranz geht auf eine Erfindung des Pfarrers Johann Hinrich Wichern 1839 zurück. Da die Waisen, um die er sich kümmerte, fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er aus einem alten Wagen einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen als Kalender, erklärt Gundlach. An jedem Tag in der Adventszeit wurde eine weitere Kerze angezündet, an den Sonntagen eine der großen Kerzen, so dass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten.

Warum ist das Räuchermännchen eine Weihnachtsdekoration?

Zunächst waren Räuchermännchen schlicht Abdeckungen für Räucherkerzen und -kegel und dienten dem komfortablen Abbrennen des Weihrauchs, berichtet Gundlach. Sie wurden 1830 erstmals erwähnt. „Ursprünglich hat man beliebte Figuren des Lebens dargestellt, zum Beispiel verschiedene Berufe des Volkes“, sagt Dieter Uhlmann vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller. Dann entwickelten die Handwerker auch Figuren für Weihnachten.

Evelyn Steinbach, dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es bekommt einen Ehrenplatz zwischen Adventskranz und Weihnachtsdekoration: Bunt verziert, ein bisschen windschief, aber selbstgemacht. Ein Knusperhäuschen zu bauen, begeistert Kinder und bringt Erwachsene in Weihnachtsstimmung.

06.12.2018

Am Ende der langen Adventszeit ist er es, der die Feier einleitet: Gehen die Lichter am Weihnachtsbaum an, erhellen sie die Kugeln und den Schmuck. Kaum jemand kann sich diesem Glanz entziehen. Fünf Tipps, wie man aus seinem Baum das Beste holt.

04.12.2018

In der Weihnachtszeit mal anders dekorieren? Dazu muss man nicht immer Neues kaufen. Festliche Kerzenständer lassen sich zum Beispiel hervorragend aus vorhandenen Weihnachtskugeln gestalten - oder auch aus Äpfeln. So geht's.

04.12.2018