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Abfeiern statt Andacht: Nach der Weihnachtsgans auf die Piste

Abfeiern statt Andacht: Nach der Weihnachtsgans auf die Piste

Weihnachten ist, wenn noch mehr Familienmitglieder nerven als sonst. Ähnlich denken viele Jugendliche und wollen lieber mit ihren Freunden feiern. Aber wie machen sie das den Eltern klar? Warum Weihnachten oft das Fest großer - und falscher - Erwartungen ist.

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Weihnachten mal anders: Jugendliche feiern lieber mit Freunden im Club.

Quelle: dpa

„Vier Wochen wird drauf hingefiebert und am Ende knallt es doch“, sagte Heinz Thiery von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE) dem dpa-Themendienst. Für viele Jugendliche sei das Anlass, dem Ganzen zu entfliehen - am liebsten zur Party mit Freunden. Sagen Jugendliche den Eltern aber erst am Feiertag selbst, dass sie die Familienfeier verlassen wollen, eskaliert die Situation schnell. „Ich sollte möglichst früh mit den Eltern über meine Pläne sprechen“, rät Thiery daher.

Sprechen die Jugendlichen schon ein paar Tage vor Weihnachten darüber, dass sie mit Freunden feiern möchten, können sich alle darauf einstellen. Im Gespräch sollten die Jugendliche den Eltern klar machen, dass die Freunde ihnen sehr wichtig sind - die Familie deshalb aber nicht weniger wichtig. Sonst können sich die Eltern zurückgewiesen fühlen: „Sie denken dann: ’Den Kindern gefällt es bei uns nicht mehr’“, sagte Thiery.

Verläuft das Gespräch aber ruhig und respektvoll, erhöhen sich die Chancen aufs Weihnachtsfest mit den Freunden - meist als Kompromisslösung: Tagsüber bei der Familie, nach der Bescherung zu den Freunden. „Es muss genau geklärt werden, bis wann die Pflichtzeit geht und ab wann der Jugendliche gehen darf“, so Thiery. Denn wenn er die Familienfeier verlässt, sollte das die Feier nicht sprengen.

Wollen die Eltern partout nicht, dass der Jugendliche an Heiligabend das Haus verlässt, gibt es auch dafür eine Kompromisslösung. „Wenn Heiligabend traditionell der Hauptfeiertag ist, kann ich vielleicht den Zeitpunkt für die Feier mit den Freunden verlegen“, rät Thiery. Im Klartext: Verbringe ich schon den kompletten 24. mit der Familie, darf ich zumindest am ersten und zweiten Weihnachtstag raus.

Vernünftige Argumente ziehen dabei laut Thiery am besten. Wer trotzig reagiert oder sich aus dem Staub macht, obwohl es die Eltern verboten haben, provoziert einen nur noch größeren Knall. „Ich sollte mich in die Eltern hineinversetzen und mir Argumente und Gegenargumente vor dem Gespräch klarmachen“, rät Thiery. Jugendliche sollten auch nach den Bedenken der Eltern fragen: Dann können sie gemeinsam überlegen, wie sich die Sorgen zerstreuen lassen.

Die kompletten drei Feiertage von den Familienfesten fliehen zu können, ist eher unwahrscheinlich. Wer statt Andacht abfeiern will, muss kompromissbereit bleiben: „Ich muss etwas geben, um etwas zu nehmen“, sagte Thiery. So manch einen Kaffee muss der Jugendliche also mit der Familie trinken, damit er einen Weihnachtsabend mit den Freunden verbringen darf.

dpa

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