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Sachen im Advent
15:09 27.12.2017
Das Geschenk gefällt nicht? Ein Recht auf Umtausch haben Kunden in solchen Fällen nicht. In den meisten Fällen zeigen sich Händler aber kulant.   Quelle: dpa
Hannover

 Fast jeder zweite Deutsche befürwortet den Umtausch ungeliebter Geschenke. Wie eine Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov ergab, sehen 46 Prozent der Befragten, kein Problem darin, die Präsente wieder umzutauschen. 19 Prozent hingegen sehen dies als Fauxpas. Nach dem vorweihnachtlichen Einkaufsstress suchen dennoch zahlreiche Menschen erneut die Geschäfte auf, um Geschenke umzutauschen. Dabei sind einige Regeln zu beachten.

Vorab informieren

Grundsätzlich gilt: Gekauft ist gekauft. Im stationären Handel gibt es kein generelles Recht auf Umtausch oder Rücknahme. Die meisten Geschäfte zeigen sich jedoch kulant und nehmen sogar ausgepackte Waren zurück. Händler dürfen die Regeln für den Umtausch ihrer Ware frei gestalten. Daher ist es hilfreich, sich bereits beim Kauf über die Optionen zu informieren. Oft sind die Bedingungen auf der Rückseite des Bons zu finden. So kann es etwa sein, dass der Kunde statt des bezahlten Geldes nur einen Gutschein erhält.

Andere Regeln gelten für den europäischen Online-Handel: Hier greift ein allgemeines Widerrufsrecht. Wenn der Kunde die Ware innerhalb von 14 Tagen zurückschickt, muss der Händler ihm den gezahlten Preis im Zeitraum von 30 Tagen erstatten.

Welche Artikel kann ich zurückgeben?

Verderbliche Produkte, Waren, deren Kartons beim Öffnen stark beschädigt wurden, benutzte Parfüms oder geöffnete DVDs, Softwares und Computerspiele, deren Siegel beschädigt wurden, werden in der Regel nicht zurückgenommen. Bei Kleidung sollten die Etiketten nach Möglichkeit noch vorhanden sein. Wenn der Artikel jedoch einen einwandfreien Zustand aufweist, nehmen viele Geschäfte die Stücke zurück. Artikel wie Dessous, Piercing- und Ohrschmuck können nach dem Anprobieren aus hygienischen nicht umgetauscht werden. Auch individuell gefertigte Geschenke wie Posterdrucke, Fototassen oder Ähnliches werden nur bei fehlerhafter Produktion zurückgenommen.

Kassenbon mitbringen

Über die Quittung kann der Kunde belegen, dass er die Ware innerhalb der Umtausch-Frist in dem entsprechendem Geschäft erworben hat. Wie Stiftung Warentest berichtet, reicht bei Verlust des Bons auch eine Kartenabrechnung oder eine Person, die den Kauf bezeugen kann. Ganz ohne Beleg können die Händler die Rücknahme verweigern.

Online-Rücksendungen

In Europa gilt für Internetbestellungen ein allgemeines Rückgaberecht von 14 Tagen. Die Widerrufspflicht beginnt am Tag des Eintreffens. Der Kunde muss den Widerruf in der Rücksendung deutlich erklären. Entweder auf den dafür vorgesehenen Formularen, die der Sendung beiliegen, oder auf einem eigenen Schreiben, auf dem die Bestellnummer und das Datum angegeben sind. Ein Grund für die Rücksendung ist nicht erforderlich.

Bewahren Sie Ihren Aufgabebeleg von Post oder Paketdienst auf, um gegebenenfalls beweisen zu können, dass Sie die Ware innerhalb der Frist zurückgesendet haben. Seit Juni 2014 können Online-Händler die Kosten für die Retoure-Sendung an den Kunden weitergeben. Allerdings müssen diese vorab darüber informiert werden. Bei großen Versandhändlern sind die Rücksendung jedoch nach wie vor kostenlos.

Andere Regeln gelten bei dem Privatverkauf im Netz. Hier schließen die Verkäufer eine Rücknahme der Ware meist aus. Das Widerrufsrecht gilt nur für gewerbliche Händler.

Mängel nach Ablauf der Umtausch-Frist

Auch nach Ablauf der Umtausch-Frist haben Sie die Möglichkeit, defekte Geschenke zurückzubringen. Wenn der neue Fernseher streikt, die wasserabweisende Uhr nicht wasserabweisend ist oder die edle Tasche nach zwei Wochen ohne großes Zutun reißt, liegen Mängel vor. Der Käufer kann in diesem Falle eine sogenannte Nacherfüllung einfordern. Der Händler muss das Produkt innerhalb einer Frist umtauschen oder reparieren. Sollte der Verkäufer dies nicht erfüllen, kann der Kunde sein Geld zurückverlangen.

Wie lange kann ich defekte Ware zurückbringen?

Die Nacherfüllung gilt für einen Zeitraum für zwei Jahre. Im ersten halben Jahr liegt die Beweislast bei den Händlern und sie müssen belegen, dass die Ware beim Kauf einwandfrei war. Anschließend muss der Kunde beweisen, dass der Fehler bereits beim Kauf vorlag.

Alternativen zum Umtausch

Lässt sich ein Geschenk nicht mehr umtauschen, gibt es andere Wege, Geld oder ein anderes Produkt zurückzuerhalten. Auf Portalen wie Shpock, ebay Kleinanzeigen oder Facebook Marketplace können die Waren zum Tausch oder Verkauf in der Nähe angeboten werden. So spart man sich den Aufpreis für Versandkosten. Auch können Geschenke wie Kleidungsstücke oder Elektrogeräte an gemeinnützige Einrichtungen gespendet werden.

Von RND/dpa/epd/mkr

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