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US-Wahl 2016 Mehrheitswahlrecht: Das „Winner-takes-all“-Prinzip
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14:07 08.11.2016
Clinton geht mit einem kleinen Vorsprung in den Wahl-Tag. Ob sie am Ende immer noch das Lachen hat, wird sich zeigen. Quelle: EPA
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Washington

Das bedeutet, wer eine einfache Mehrheit in einem Staat gewinnt, vereint alle Wahlmänner des betreffenden Staates auf sich - egal, ob der Vorsprung nun riesig oder nur hauchdünn ist.

Es ist vergleichbar mit der Erststimme bei der Bundestagswahl, mit der die Wahlkreiskandidaten gewählt werden. Eine Zweitstimme wie in Deutschland gibt es in den USA nicht.

Insgesamt werden in allen 50 Staaten und der Hauptstadt Washington 538 Wahlmänner und -frauen bestimmt. Diese wählen dann offiziell den Präsidenten und seinen Vize. Wer ins Weiße Haus einziehen möchte, braucht die Unterstützung von mindestens 270 Wahlmännern.

Dabei kann eine Konstellation entstehen, bei der einer der Kandidaten die meisten Stimmen auf sich vereint, der andere aber mehr Wahlmänner - und somit zum Präsidenten gewählt wird. So geschehen im Jahr 2000, als sich George W. Bush gegen Al Gore knapp durchsetzte, obwohl Gore landesweit mehr Stimmen gesammelt hatte.

Wahlsystem führt zur geringer Wahlbeteiligung

Das „Winner-takes-all“-Prinzip ist umstritten. Kritiker bemängeln, Stimmen gingen verloren, weil in jenen Staaten, die immer nur für Demokraten oder Republikaner stimmen, Wähler gar nicht erst zur Abstimmung gehen. In Staaten wie Kalifornien oder New York, die traditionell mit großer Mehrheit demokratisch wählen, findet deshalb kaum Wahlkampf statt, genauso wenig wie in traditionell republikanischen Staaten wie Oklahoma oder Kansas.

In den Staaten Maine und Nebraska, die vier beziehungsweise fünf Wahlmänner stellen, gilt das „Winner-takes-all“-Prinzip in abgeänderter Form. Dort werden nur zwei Wahlmänner oder -frauen nach diesem Prinzip verteilt. Die anderen Stimmen werden proportional zum Wahlergebnis vergeben.

Von dpa/RND

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