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Ratgeber Darmspiegelung und FIT-Test sind Methoden zur frühzeitigen Krebserkennung
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
13:35 14.03.2018
Prof. Joachim Mössner leitet am Universitätsklinikum Leipzig die Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie. Quelle: Stefan Straube

Während die Fallzahlen der Tumorerkrankungen insgesamt leider steigen, sinken sie erfreulicherweise bei Darmkrebs: In Deutschland hat sich die Neuerkrankungsrate für Krebserkrankungen des Dickdarms und des Enddarms zwischen 2003 und 2013 insgesamt um rund 16 Prozent verringert. Zudem geht die Zahl derer zurück, die an Darmkrebs sterben.

Anspruch auf Vorsorge-Darmspiegelung

Dieser erfreuliche Trend hat vor allem einen Grund: Seit 2002 hat jeder gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren Anspruch auf eine Vorsorge-Darmspiegelung. Gastroenterologen wie Prof. Dr. Joachim Mössner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Leipzig, spüren bei einer solchen Koloskopie auch gutartige Polypen auf und entfernen sie, bevor diese zu bösartigen Tumoren werden.

FIT-Test gehört auch zur Früherkennung

„Die Darmspiegelung ist für mich die wichtigste diagnostische Methode zur Darmkrebserkennung“, sagt Prof. Mössner. „Denn nur dabei können gleich Polypen, die Krebsvorstufen, entfernt werden. Inzwischen gibt es mit dem FIT-Test – die Abkürzung steht für fäkaler immunchemischer Test – aber ein interessantes Verfahren, nicht sichtbares Blut im Stuhl zu finden.

Auch dieser Test gehört zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm und hat im Gegensatz zu seinen Vorgängern den Vorteil, dass der Patient vor der Stuhluntersuchung keine Diät halten muss. Denn der FIT-Test kann menschliches von tierischem Blut unterscheiden, so dass er weniger störanfällig ist, wenn beispielsweise vorher ein Hack-Brötchen gegessen wurde.“

Akzeptanz der Vorsorge steigt

Mit dem Test wird genauso oft Darmkrebs erkannt wie bei einer Darmspiegelung. Allerdings besteht laut Prof. Mössner für die Medizin immer noch die Gretchenfrage, ob es besser ist, die Patienten zur Darmspiegelung zu bewegen oder zum FIT-Test. In der Koloskopie werden häufiger Polypen erkannt, die dann endoskopisch abgetragen werden können. Dem Patienten wird eine Operation dann oft erspart.

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„Am Ende wird der Prozentsatz der Teilnahme ausschlaggebend sein. Wenn 40 Prozent zum FIT-Test greifen ist das günstiger als wenn nur 20 Prozent zur Darmspiegelung gehen. Wobei ich keinen Verdrängungskampf zwischen der invasiven Koloskopie und dem nicht-invasiven Screening sehe. Denn der FIT-Test erhöht erst einmal die Akzeptanz und Beteiligung an der Darmkrebsfrüherkennung.“

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Wer möchte, kann den FIT-Test im Alter von 50 bis 54 jährlich durchführen lassen. Die gesetzlichen wie die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten. Ab 55 Jahren bezahlen die Krankenkassen den Test alle zwei Jahre. Anspruch auf eine kostenlose Darmspiegelung haben alle ab 55 Jahren. Finden die Ärzte bei der meist ambulanten Untersuchung keine auffälligen Veränderungen, dann muss die Darmspiegelung erst nach zehn Jahren wiederholt werden. Andererseits muss natürlich jeder mit einem positiven FIT-Test dann auch koloskopiert werden.

Uwe Niemann

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