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Ratgeber Durch Prostata-Vorsorge werden mehr Krebserkrankungen im Frühstadium gefunden
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
08:01 05.04.2018
Radfahren kann ebenso wie ein Besuch in der Sauna den PSA-Wert nach oben treiben. Genauen Aufschluss kann nur eine Untersuchung beim Urologen liefern. Quelle: André Kempner

„Eines aber steht fest: Wenn in der Familie schon einmal eine derartige Erkrankung vorkam, dann steigt das Risiko rapide. Bei einem Familienmitglied mit Prostatakrebs verdoppelt sich das Risiko für die anderen Männer der Familie. Bei zwei Verwandten auf das Fünf- bis Elffache.“

Mann hat also nur eine Chance, vorsorgend aktiv zu werden – indem er zur Vorsorgeuntersuchung geht. Sie wird für Männer ab dem 45. Lebensjahr empfohlen, bei familiär Vorbelasteten schon ab dem 40. Lebensjahr. „Bei der Vorsorgeuntersuchung geht es darum, eine mögliche Krebserkrankung so früh wie möglich zu erkennen“, erklärt Dr. Franz. „Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Tastuntersuchung, die vom Enddarm aus erfolgt. Diese ist aber extrem abhängig vom Untersuchenden. Zudem ist nur die Rückseite der Prostata zu ertasten, die Oberseite des Organs ist unter bestimmten körperlichen Voraussetzungen schlecht zu erreichen.“

Selbst zu zahlen ist vom Patienten die Bestimmung des PSA-Werts im Blut und der sogenannte Transrektale Ultraschall (TRUS) – ein besonders genauer Ultraschall der Prostata über den Enddarm. Der PSA-Wert wiederum sagt aber nicht direkt etwas aus, ob eine Krebserkrankung vorliegt. „Auch bei einer Entzündung oder einer gutartigen Vergrößerung der Prostata steigt der Wert“, so der Leipziger Urologe. „Und nicht nur das: Geschlechtsverkehr, Radfahren, sogar eine harte Bank in der Sauna kann den PSA-Wert nach oben treiben. Das bedeutet, dass ein erhöhter PSA-Wert nicht sofort für bare Münze genommen werden kann. Er muss nachkontrolliert werden. Erst wenn dann feststeht, dass der Wert tatsächlich erhöht ist, folgen weitere Untersuchungen.“

Zudem kann der TRUS helfen, Klarheit zu gewinnen, ob Krebsareale in der Prostata vorliegen. Eine weitere moderne Untersuchungsmethode ist das sogenannte multiparametrische MRT. Nur eine Biopsie, also das Entnehmen einer Gewebeprobe, kann letztlich klären, ob Krebs vorliegt oder nicht.

„Mit der Kombination aus Tastuntersuchung, PSA-Wert und Biopsie gelingt es uns immerhin, mehr Krebserkrankungen im Frühstadium zu finden“, betont Dr. Franz.

Wird ein Karzinom festgestellt, heißt das noch lange nicht, dass sofort losoperiert wird. Denn die Skala der Krebserkrankungen ist breit gefächert – und damit auch die Behandlungsoptionen. Je nach Aggressivität des Tumors reicht bei dem einen Betroffenen eine aktive Überwachung, andere können nur durch Bestrahlung oder Operation geheilt werden. „Wir haben Patienten mit einem leicht erhöhten PSA-Wert, die aber keine Biopsie und lieber eine MRT-Untersuchung wollen“, erzählt Dr. Franz. „Denen müssen wir sagen, dass die MRT-Aufnahme keinen endgültigen Aufschluss gibt, ob eine Krebserkrankung vorliegt oder nicht. Sie gibt nur einen Hinweis auf die Wahrscheinlichkeit. Im Endeffekt kommt der betreffende Patient nicht um die Biopsie herum, weil nur die Gewebeuntersuchung den Krebs erkennen kann. Aber die Biopsie ist nicht weiter schlimm: Sie wird ambulant in lokaler Betäubung vorgenommen, ähnlich wie die Tastuntersuchung durch den Darm.“

Uwe Niemann

Der Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Am Universitätsklinikum Leipzig wird neben der Behandlung dieser Erkrankung vor allem auch die Früherkennung großgeschrieben. Zur Verfügung stehen folgende Methoden: die Darmspiegelung und der FIT-Test als nicht-invasives Screening.

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