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Impfen im Erwachsenenalter: Tetanus, Masern, Pneumokokken und Röteln

Regelmäßig auffrischen Impfen im Erwachsenenalter: Tetanus, Masern, Pneumokokken und Röteln

Dr. Hennig Trawinski vom Fachbereich Infektions- und Tropenmedizin am UKL erklärt im zweiten Teil des Impf-Ratgebers, welche weiteren Infektionskrankheiten auf Erwachsene lauern und wie oft eine Schutzimpfung nötig ist:

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Schutzimpfungen auch im Erwachsenenalter nötig

Auch Erwachsene sollten regelmäßig ihren Impfstatus überprüfen.

Quelle: UKL

Masern

Masern werden durch Viren verursacht, die durch Tröpfchen, beispielweise beim Husten, Niesen oder Sprechen, von Mensch zu Mensch übertragen werden. Da eine Ansteckung auch auf mehrere Meter Entfernung möglich ist, gehören die Masern zu den ansteckendsten Krankheiten.

Dr. Trawinski rät: Alle Personen, die nach 1970 geboren wurden, bisher keine oder nur eine Masernimpfung hatten bzw. bei denen kein Nachweis über die Grundimmunisierung vorliegt, sollten sich vorsichtshalber impfen lassen. Diese Impfung muss dann nicht wieder aufgefrischt werden.

Pneumokokken

Pneumokokken-Erkrankungen werden durch Bakterien hervorgerufen. Sie sind weltweit verbreitet und werden von Mensch zu Mensch übertragen. Je nach Region der Welt und abhängig vom Alter sind verschiedene Pneumokokken-Stämme für unterschiedliche Krankheiten mit zum Teil lebensbedrohlichen Verläufen verantwortlich.

Dr. Trawinski rät: Ab einem Alter von 60 Jahren sollte geimpft werden. Dabei rate ich Personen ohne chronische Erkrankungen oder ohne Immundefekt zur einmaligen Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff (PPSV23). Dagegen empfehle ich Personen über 60 Jahren mit chronischen Erkrankungen wie Herzschwäche, COPD oder Immundefekten (z.B. durch eine Krebsbehandlung) ein dreistufiges Vorgehen: Zuerst eine Impfung mit dem 13-valenten-Konjugatimpfstoff (PCV13). Nach sechs bis zwölf Monaten dann eine zweite Impfung mit PPSV23. Alle sechs Jahre sollte dann eine Auffrischimpfung mit PPSV23 erfolgen.

Röteln

Röteln wird durch Viren verursacht, die weltweit verbreitet sind und durch eine Tröpfcheninfektion weitergegeben werden. Mit der Schutzimpfung soll vor allem vermieden werden, dass sich Schwangere mit Röteln anstecken. Blindheit, Taubheit, Herzfehler, geistige Behinderungen, Leberentzündung oder sogar eine Totgeburt können die Folge sein.

Dr. Trawinski rät: Frauen im gebärfähigen Alter sollten in der Kindheit zweimal geimpft worden sein, damit die Schutzwirkung erreicht wird. Ist der Impfstatus unklar oder ist bisher nicht gegen Röteln geimpft worden, empfehle ich die Schutzimpfung. Denn während der Schwangerschaft ist eine Impfung gegen Röteln nicht mehr möglich.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Wundstarrkrampf wird durch Bakterien verursacht, die hauptsächlich im Erdreich und im Kot von Tieren vorkommen. Charakteristisch für die Erkrankung sind starke Krämpfe. Ist davon die Atem- und Schluckmuskulatur mit betroffen, droht Ersticken.

Dr. Trawinski rät: Eine Auffrischung ist alle zehn Jahre nötig.

Windpocken/Gürtelrose (Herpes Zoster)

Windpocken werden durch Viren ausgelöst und sind hoch ansteckend. Im Kinderalter bewirken die Viren meist nur Fieber und einen juckenden Hautausschlag. Komplikationen in Form von Hirnentzündungen, Lungenentzündungen und Hautinfektionen sind möglich. Dazu kommt: Etwa 20 Prozent der Kinder, die an einer Windpockeninfektion erkrankten, leiden in ihrem weiteren Leben mindestens einmal an einer Gürtelrose. Ursache sind im Körper verbliebene Viren, die bei einem geschwächten Immunsystem oder auch durch Stress reaktiviert werden.

Dr. Trawinski rät: Ab 50 Jahren sollte man sich einmalig gegen Gürtelrose (Herpes zoster) impfen lassen.

Notiert von Uwe Niemann

Teil 1 des Impf-Ratgebers für Erwachsene: Diphterie, FSME, Grippe, Keuchhusten und Kinderlähmung

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