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Ratgeber Risiken und Gefahren beim Sonnenbaden: Ärztin der Leipziger Universitäts-Hautklinik klärt auf
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
14:44 27.06.2018
Sonnenschutz ist wichtig! Quelle: dpa

259 Melanome (Schwarzer Hautkrebs), 917 epitheliale Tumoren (wie Plattenepithelkarzinom) und 50 seltene bösartige Hauttumoren wurden im vergangenen Jahr an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Leipzig behandelt. Diese hohe Zahl von Neuerkrankungen zeigt: Die Sonne bringt uns zwar Licht, Wärme und Vitamin D.

„Aber ein Zuviel an Sonnenstrahlen kann gefährlich werden“, sagt Dr. Iris Pönitzsch, Oberärztin an der Leipziger Universitäts-Hautklinik. "Alles, was einen Sonnenbrand hervorruft, kann der Gesundheit schaden", sagt die Oberärztin im 1. Teil des Ratgebers zum Thema Hautkrebs.

Lesen Sie hier Teil 2 des Ratgebers zum Thema Hautkrebs!

Positive Wirkung der Sonne wird überschätzt

Das Sonnenlicht besteht zu 50 Prozent aus sichtbarem Licht (also dem Tageslicht), zu 44 Prozent aus Infrarotstrahlung (Wärme) und zu 6 Prozent aus ultraviolettem Licht (UV-Strahlung). „Die positive Wirkung der UV-Strahlen wird meist überschätzt“, so Dr. Pönitzsch. „Schwerer wirken negativen Wirkungen, also die dauerhaften Strahlenschäden, die zu Augenentzündungen, Grauem Star, Schwächung des Immunsystems, Reparaturdefekten der Haut bis zum Hautkrebs führen können.“

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Weitere News und Infos aus dem Universitätsklinikum Leipzig lesen Sie hier!

Die Reaktion der Haut auf UV-Strahlen kann relativ rasch beobachtet werden: Sie verfärbt sich – im günstigen Falle wird sie braun. Dabei wird in der Oberhaut von den Pigmentzellen über einen komplizierten Prozess brauner Farbstoff gebildet, der die darüber liegende Stachelzellschicht einfärbt. „Braune Haut ist nichts weiter als ein Schutzmechanismus des Körpers gegen UV-Strahlen“, sagt Dr. Pönitzsch. „Oder deutlicher gesagt: Die Bräune ist ein Hilferuf der Haut.“

Verschiedene Faktoren entscheiden über Stärke der UV-Strahlung

Wie die Leipziger Hautärztin betont, hängt die Intensität der UV-Strahlung von verschiedenen Faktoren ab. Und zwar von:

  • der Tageszeit (die Stunden zwischen 11 bis 16 Uhr sind besonders heftig und gefährlich)
  • der Jahreszeit
  • der geographischen Lage
  • der Höhenlage
  • der Bewölkung
  • und der Umgebung.

"Gerade letzteres wird oft nicht beachtet. Denn gerade am schönen weißen Sandstrand ist man selbst im Schatten oder bei bewölktem Himmel nicht sicher", so Dr. Pönitzsch. „Hier werden von Wasser und Sand die UV-Strahlen reflektiert, so dass der Körper immerhin 75 Prozent des UV-Lichtes abbekommt, selbst wenn nicht einmal die Zehe unter dem Sonnenschirm hervorschaut.“

Während Menschen mit blasser Haut und Sommersprossen, hellem oder rotem Haar und blauen Augen (das wäre der Hauttyp I) rasch einen Sonnenbrand bekommen und nicht braun werden, bekommen Menschen mit dunklem Teint (das wäre in Mitteleuropa der Hauttyp IV) seltener einen Sonnenbrand und werden schneller braun. Besonders gefährdet sind also Menschen mit einem hellen Hauttyp, noch dazu, wenn sie ohnehin viele Muttermale haben und in der Jugend schon einige Sonnenbrände hatten. „Denn die Haut merkt sich alles“, betont die Hautärztin und gibt den Rat: „Man sollte der Haut Zeit geben, sich an die Sonne zu gewöhnen. Also in den ersten Tagen im Schatten bleiben. Da bekommt man schon eine Menge UV-Strahlung ab.“

Uwe Niemann

In Teil 2 des Ratgebers zum Thema Hautkrebs, der in der nächsten Ausgabe des UKL-Gesundheitsmagazins erscheint, erklärt Dr. Pönitzsch, wie Schwarzer Hautkrebs erkannt werden kann und was beim Hautkrebs-Screening untersucht wird.

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