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UKL aktuell 1000. Leber am Universitätsklinikum Leipzig transplantiert
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
12:14 08.06.2018
Im vergangenen Jarhr wurden am UKL 43 Leber- und 29 Nierentransplantationen durchgeführt. Quelle: Stefan Straube

972 Nieren wurden seit 1993 transplantiert, allein 26 Lebern und 21 Nieren in den zurückliegenden fünf Monaten. Anlässlich des Tages der Organspende besuchte Staatsministerin Barbara Klepsch am 6. Juni das Leipziger Transplantationszentrum, um sich im Jubiläumsjahr vor Ort über dessen wichtige Arbeit zu informieren.

1000. Lebertransplantation – diese Zahl steht für Vieles zugleich: 1000 Mal Hoffnung für Menschen, die keine andere Chance mehr hatten, 1000 Mal die Entscheidung eines Spenders, Leben zu retten, 1000 chirurgische Spitzenleistungen. Für Angela F. steht diese Zahl für ihren zweiten Geburtstag: Am 6. Mai, in der Nacht von Samstag zum Sonntag, schenkte ein ihr Unbekannter ihr ein neues Leben. In dieser Nacht transplantierte Prof. Dr. Daniel Seehofer, Leiter des Transplantationszentrums am UKL, der 58-jährigen Plauenerin eine neue Leber. Davor lagen Jahre, in denen sich der ihr Zustand aufgrund einer Autoimmunerkrankung, die die Leber angreift, immer weiter verschlechterte. So sehr, dass sie am 18. April mit höchster Dringlichkeit auf die Warteliste gesetzt wurde. Angela F. hatte Glück, für sie fand sich nach zwei Wochen ein passendes Organ. „Frau F. war sehr schwer krank, als wir sie auf die Wartelisten setzten“, erklärt Prof. Thomas Berg, Experte für Leberkrankungen und Leiter der Hepatologie am Universitätsklinikum Leipzig. „Wir sind sehr froh, dass wir ihr so schnell helfen konnten. Leider erreichen Patienten mit fortgeschrittenem Leberversagen viel zu oft nicht mehr die rettende Transplantation.“

Quelle: Stefan Straube

Sehr kleines Zeitfenster

Den Chirurgen steht in vielen Fällen nur ein sehr kleines Zeitfenster offen, in dem den Patienten mit einer Transplantation geholfen werden kann. Denn verschlechtert sich ihr Zustand zu sehr, bekommt ein anderer Patient mit einer besseren Überlebenschance das rare Organ. „Letztlich erhält nur jeder dritte Patient mit einer solchen akuten Verschlechterung der Leberfunktion diese Chance“, sagt Prof. Seehofer. Das liegt am Mangel an Spenderorganen. Denn seit Jahren sind die Spenderzahlen in Deutschland niedrig, niedriger als in anderen europäischen Ländern und zu niedrig, um allen zu helfen, die diese Hilfe brauchen.

Seit 25 Jahren arbeiten die Transplantationsmediziner am Universitätsklinikum Leipzig in diesem Spannungsfeld. „Wir können unseren Patienten nur helfen, wenn ein anderer Mensch bereit ist, dafür zum Organspender zu werden - eine sehr wichtige, sehr weitreichende und sehr persönliche Entscheidung, vor der ich höchsten Respekt habe“, so Prof. Seehofer.

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Im vergangenen Jahr haben Seehofer und sein Team dank einer solchen Entscheidung 43 Menschen mit einer Lebertransplantation helfen können, 29 erhielten eine neue Niere. „Damit sind wir, wie alle Transplantationszentren in Deutschland, weit von den hohen Zahlen früherer Jahre entfernt“, so Seehofer.

Viel zu wenig Spenderorgane

Seit Jahren sinken die Spenderzahlen in Deutschland. Zwar gab es in Mitteldeutschland im ersten Quartal 2018 wieder einen leichten Aufwärtstrend, "aber es sind insgesamt immer noch viel zu wenig Spenderorgane, die gemeldet werden", sagt der UKL-Chirurg.

Umso erfreulicher ist, dass Angela F. die Operation gut überstanden hat. Das neue Organ hat die Arbeit der zerstörten Leber übernommen, der Körper hat das fremde Gewebe akzeptiert. Rückfälle sind bei ihrer Erkrankung, an der etwa zehn Prozent aller Lebertransplantationspatienten leiden, selten. Angela F hat also viele Jahre mit einer gesunden Leber vor sich. Seehofer: „Das wünschen wir uns natürlich für alle unsere Patienten.“

Helena Reinhardt

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