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UKL aktuell Lymphknoten-Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
15:56 25.04.2018
Am UKL werden Patienten mit Lymphödemen von einem interdisziplinären Team behandelt, zu dem neben plastischen Chirurgen um Prof. Stefan Langer auch Physiotherapeuten wie Angelica Nicolaus gehören. Ein neues OP-Verfahren bietet nun erstmals eine Heilungschance für Betroffene. Quelle: Stefan Straube

Lymphödeme, bei denen sich die Lymphe im Gewebe staut statt abzufließen, sind oft Behandlungsfolgen von Krebserkrankungen. Die Operation oder Bestrahlung haben dann zwar den Tumor beseitigt, gleichzeitig aber auch das empfindliche Lymphsystem gestört.

„Diese Störungen sind für die Betroffenen sehr schwerwiegend und mit hohem Leidensdruck verbunden", beschreibt Prof. Stefan Langer, Leiter des Bereichs Plastische und Wiederherstellende Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. Das schwere und geschwollene Gewebe ist nicht nur optisch unschön, es entsteht auch ein sehr unangenehmes, schmerzhaftes Druckgefühl. Zudem passen die Patientinnen und Patienten nicht in ihre Kleidung. Bis vor wenigen Jahren standen hier zur Behandlung nur Maßnahmen wie Lymphdrainage oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen zur Verfügung. „Für die Patienten sind diese ständigen Entstauungstherapien langfristig sehr belastend, allerdings eben auch die bisher einzige Maßnahme", so Langer. „Eine echte Heilungschance gab es nicht."

Ein neuer Ansatz schafft hier jetzt Abhilfe: Gesunde Lymphknoten werden mikrochirurgisch transplantiert, zerstörtes Gewebe rekonstruiert und die Funktion wieder hergestellt. „Wir können endlich etwas anbieten, was tatsächlich wirksam das Problem lösen kann", ist Prof. Langer begeistert. Seit mehr als einem Jahr setzt er dazu gesunde Lymphknoten anstelle der beschädigten ein. Bei dieser Lymphknoten-Transplantation werden gesunde Lymphnoten an einer Stelle entnommen, wo deren Fehlen keine Funktionen beeinträchtigt. „Wir entnehmen dazu mit Unterstützung unserer Viszeralchirurgen winziges Fettgewebe aus dem Bauchraum", erklärt Langer. In einer mehrstündigen Operation werden diese dann unter einem speziellen OP-Mikroskop mit den verbliebenen, weniger als 1 Millimeter dicken Lymphgefäßen verbunden und übernehmen dann die Aufgabe des fehlenden Lymphknotens.

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Etwa zwei solcher Eingriffe im Monat führen die Leipziger in einem interdisziplinären Team durch, meist bei Krebspatienten, die jahrelange erfolglose Therapien hinter sich haben. Viele erleben durch den Eingriff eine spürbare Besserung, die Lymphödeme klingen ab, der Druck lässt nach. „Aber wir lernen auch noch viel über dieses neue Verfahren" sagt Langer, der sich dazu bereits vor Jahren in Taiwan, das führend ist auf diesem Gebiet ist, weitergebildet hat. „Es gibt noch wenig Daten zu den Langzeitwirkungen oder dazu, warum wir bei einem Patienten erfolgreich sind und bei anderen nicht", ergänzt der Chirurg. Insgesamt kommt die Therapie vor allem dann in Frage, wenn konservative Behandlungen über einen längeren Zeitraum erfolglos waren. „Unsere Patienten kommen aus ganz Deutschland zu uns und haben oft schon viel versucht", so Langer. „Wir sind sehr froh, ihnen jetzt diese Hilfe anbieten zu können."

Helena Reinhardt

Vor 20 Jahren übernahm Prof. Dr. Dr. Michael Höckel die Leitung der Universitäts-Frauenklinik in Leipzig. Heute verbringt er seinen Ruhestand in Bayern, einmal im Monat kehrt er jedoch zurück in die Messestadt.

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