Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
UKL aktuell „Mir wurde ein zweites Leben geschenkt“
Thema Specials Universitätsklinikum Leipzig UKL aktuell „Mir wurde ein zweites Leben geschenkt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
07:46 31.01.2019
Karl-Heinz Tunsch bekam 1993 als erster Patient am Leipziger Universitätsklinikum eine neue Leber. Quelle: PF

Würden Sie sich für eine Organtransplantation entscheiden, wenn diese Ihr Leben retten würde? Die Mehrheit beantwortet diese Frage mit „Ja“.

Dennoch sind nur 35 Prozent der deutschen Bevölkerung bereit, auch selbst ein Organ zu spenden.

Dieser Unterschied führt dazu, dass den Transplanteuren weniger Organe zu verfügen stehen als benötigt.

Der Grund: Viele Menschen treffen keine Entscheidung für oder gegen eine Organspende, oder halten diese nicht schriftlich fest.

Um für eine Auseinandersetzung mit diesem Thema zu sensibilisieren und mehr Menschen zu einer aktiven Entscheidung zu bewegen, informiert das Universitätsklinikum Leipzig aktuell mit der Kampagne „Deine Entscheidung!“ über die Organtransplantation und Organspende.

An dieser Stelle erzählen ehemalige Patienten, was die Entscheidung ihres Spenders für die Organspende für sie und ihr Leben bedeutet.                                                                                   

Vor einigen Wochen hatte Karl-Heinz Tunsch ein Jubiläum der besonderen Art: Vor einem Vierteljahrhundert wurde ihm ein zweites Leben geschenkt. Denn 25 Jahre ist es her, dass er eine neue Leber bekam.

„Im Dezember 1993 war ich der erste Patient, dem am Universitätsklinikum Leipzig eine Leber transplantiert wurde“, blickt der heute 66-Jährige zurück. „Jetzt lebe ich seit 25 Jahren mit meinem neuen Organ – das ist etwas sehr Besonderes und ein großes Geschenk.“

Schon bei einem Krankenhausaufenthalt Mitte der 80er Jahre wurde deutlich, dass die Leber des damals 34-Jährigen durch Hepatitis B schwer geschädigt war und nicht mehr lange mitmacht. Im Sommer-Urlaub 1993 am Plattensee in Ungarn wurde es dann richtig ernst.

„Ich bekam Durchfall, einen Wasserbauch und wurde völlig kraftlos“, erzählt der gelernte Bauschlosser. „Eine zu Rate gezogene ungarische Ärztin fand nichts und riet mir, ins Krankenhaus zu gehen. Aber ich spreche kein Ungarisch, und ob die Ärzte und Schwestern Deutsch können, da war ich mir auch nicht sicher. Deshalb wollte ich lieber nach Passau, in den nächsten größeren deutschen Ort.“

Karl-Heinz-Tunsch war nicht mehr in der Lage, selbst zu fahren. Ein Freund von ihm setzte sich ans Steuer und fuhr die Familie zurück nach Deutschland.

In Wien hielt es der Kranke nicht mehr aus. „Ich dachte, ich muss sterben“, sagt er. „Meine damalige Frau fragte einen Taxifahrer nach dem nächsten Krankenhaus. Dort angekommen, wurde ich durchgecheckt, es wurde aber nichts gefunden. Ich lag dann auf einem Gang hinter einer spanischen Wand, mir ging es schlechter und schlechter. Meine Frau überlegte laut, ob es nicht besser wäre, mich nach Deutschland transportieren zu lassen. Doch die Wiener fühlten sich in der Ehre gekränkt: Sie könnten mich genauso gut behandeln wie deutsche Ärzte. Aber meine Frau meldete so heftige Zweifel an, dass die österreichischen Mediziner uns doch ziehen ließen. Per ADAC-Hubschrauber erreichte ich mit letzter Kraft Hannover, wo es direkt in die Medizinische Hochschule ging. Dort schafften es die Ärzte, dass es mir etwas besser ging. Aber sie sagten klar: Ohne eine neue Leber wird das nichts bei Ihnen. Und sie setzten mich auf die Transplantationsliste, wahrscheinlich ziemlich oben hin.“

Nun hieß es warten. Statt bei VW am Band zu stehen, quälte sich Karl-Heinz Tunsch mit Sport. „Ich wollte fit sein für die große Operation“, erklärt er. „Dann Anfang Dezember kam ein Anruf aus Leipzig. Wieso aus Leipzig, wunderte ich mich. Professor Hauss, mit dem ich am Telefon sprach, erläuterte mir, dass er ein neues Transplantationszentrum in Leipzig aufgebaut hatte. Alles sei bereit, eine Leber sei vorhanden, ich könnte der erste Patient sein. Junge, Junge, da musste ich erst mal nachdenken.“

Er fragte herum – und hörte nur Gutes über Prof. Hauss. Er beriet sich mit der Familie – die ihm Ängste nahm. „Mein Bruder sagte: In einem neuen Zentrum muss die erste Operation gelingen. Da werden alle für den Erfolg arbeiten, du brauchst dir keine Sorgen machen. Das klappt dort.“

Zehn Stunden dauerte die Operation am 13. Dezember 1993. Danach brauchte er Tage, um wieder richtig bei sich zu sein.

„Ich wurde auf der Station behütet wie ein rohes Ei“, lacht Karl-Heinz-Tunsch. „Alles drehte sich um mich; mein Bruder hatte Recht. Viel wichtiger war aber, dass ich merkte, wie wieder die Kraft in mir wuchs. Die Lebensfreude kehrte zurück, der Horizont war wieder frei – es war ein unbeschreibliches Glücksgefühl, das mich umfing.“

Seit nunmehr 25 Jahren arbeitet die neue Leber ohne Probleme. „Ich bin seitdem nie ernsthaft krank gewesen, ich fühle mich pudelwohl. Und ich weiß, dass der Dank dafür jener Familie gebührt, die einer Organentnahme zugestimmt hat. Es wäre schön, wenn sie erfahren würde, dass ihre damalige Entscheidung so gut war. Denn mir wurde ein zweites Leben geschenkt.“

Uwe Niemann

Die Zuckerkrankheit gehört zu den weltweit häufigsten Krankheiten. Allein in Deutschland gibt es rund sechs Millionen Betroffene – die oft per Zufall von ihrer Erkrankung erfahren haben. Denn viele erkennen die Krankheit zunächst nicht. 

31.01.2019

Überdurchschnittliche Qualität und das beste Ergebnis im Umkreis von 250 Kilometern bei der Versorgung von Frühgeborenen: Das bescheinigt dem Universitätsklinikum Leipzig die aktuelle Auswertung der Qualitätsdaten aller Perinatalzentren.

10.01.2019

Mit dem Alter wird vieles schlechter – auch das Hören. „Mit 50 oder 60 Jahren führt der Alterungsprozess dazu, dass auch das Hörvermögen nachlässt“, so Prof. Dr. Michael Fuchs, Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig.

10.01.2019