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UKL aktuell Prof. Dr. Matthias Blüher: Auf Blutzuckerwerte und Körpergewicht achten
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07:23 31.01.2019
Prof. Dr. Matthias Blüher, Leiter der Adipositas-Ambulanz für Erwachsene am Universitätsklinikum Leipzig Quelle: PF

Diabetes mellitus entsteht in der Regel schleichend und verursacht erst einmal keine akuten Beschwerden.

„Vermehrter Durst, häufiger Harndrang, Leistungsminderung, Konzentrationsschwäche und Sehstörungen können die ersten Symptome sein“, so Prof. Dr. Matthias Blüher, Leiter der Adipositas-Ambulanz für Erwachsene am Universitätsklinikum Leipzig. „Auf diese Anzeichen sollten übrigens auch Eltern achten. Denn sie können darauf hindeuten, dass das Kind einen Diabetes hat.“

Die häufigste Form der Zuckerkrankheit ist aber der Typ-2-Diabetes, auch Altersdiabetes genannt.

Hier reagieren die Körperzellen zunehmend unempfindlich auf das Hormon Insulin. Dieses hilft vor allem bei der Energieversorgung der Zellen, indem es die Aufnahme von Glukose (Zucker) aus dem Blut fördert.

Wenn dieser „Transporthelfer“ aber immer weniger funktioniert, wird weniger Zucker von den Zellen aufgenommen. Ergebnis: Die Leistungsfähigkeit der Zellen sinkt, der Blutzuckerspiegel steigt.

„Das alles entwickelt sich nach und nach, so dass der Betroffene nicht sofort darauf aufmerksam wird“, erläutert Prof. Blüher. „Manch einer mag auch seine zunehmende Leistungsminderung auf das Alter schieben. So wird Diabetes oft nur durch Zufall entdeckt, wenn bei einem Bluttest der Blutzuckerwert ins Auge sticht.“

Der Leipziger Diabetologe rät, bei Besuchen des Hausarztes regelmäßig eine Kontrolle des Blutzuckerwertes vornehmen zu lassen. Das kann geschehen durch eine Nüchtern-Blutzuckerbestimmung.

Wichtig ist dabei, dass tatsächlich acht Stunden vor der immer morgens stattfindenden Blutentnahme keine Nahrung und allenfalls ungesüßte und kalorienfreie Getränke wie Tee oder Wasser konsumiert werden.

Beim oralen Glukosetoleranztest kann die Leistungsfähigkeit des Zuckerstoffwechsels beurteilt werden. Der Test wird vorgenommen, wenn aufgrund erhöhter Nüchtern-Blutzuckerwerte der Verdacht entsteht, dass eine Vorstufe von Diabetes vorliegt.

Zudem empfiehlt er, den Risikofragebogen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung zu beantworten. Dabei werden Fragen zum Alter, zu Diabetes-Erkrankungen in der Familie, zu Körpergewicht und Ernährung sowie zu bestimmten Laborwerten gestellt.

Einen Arztbesuch kann er zwar nicht ersetzen, aber er erlaubt frühzeitig wichtige Rückschlüsse darauf, wie sich das Risiko für eine Diabeteserkrankung verringern lässt.

In der Apotheke gibt es zudem preiswerte Diabetes-Tests, die zwar keine sichere Diagnose stellen, bei einem positiven Befund aber einen Arztbesuch nahelegen.

Dabei wird ein Teststreifen beim Wasserlassen kurz in den Urinstrahl gehalten. Verfärbt sich das Testfeld, ist Zucker im Urin vorhanden. Dann empfiehlt es sich, weitergehende Diabetes-Diagnostik vornehmen zu lassen.

„Die Risikofaktoren für Diabetes reichen vom Übergewicht über Bewegungsmangel bis zu genetischen Vorbelastungen. Dabei ist in Deutschland der Haupt-Risikofaktor klar: Es ist das erhöhte Körpergewicht“, so Prof. Blüher. „Deswegen rate ich zu überlegen: An seinen Genen kann man nicht viel verändern, am Körpergewicht hingegen schon …“

Uwe Niemann

Den Risikofragebogen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung finden Sie im Internet unter www.dife.de/diabetes-risiko-test

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