Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Europawahl 2014 CDU-Vize Strobl: „Ab jetzt wird es mit der AfD bergab gehen“
Thema Specials Wahlen 2014 Europawahl 2014
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wahlen 2014
20:00 25.05.2014
Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Wer hat mit der AfD ein größeres Problem am Hals?

Strobl:

Europa wird kein Problem mit einer handvoll AfD-Abgeordneten im Europäischen Parlament haben. Sie werden dort nichts bewirken. Die AfD hat mit der Europawahl ihren Hype erlebt. Jetzt wird es abwärts gehen und es bleibt abzuwarten, ob sie das gleiche Schicksal wie die bis vor kurzem noch sehr hoch gehandelte Piratenpartei ereilt. Dass über 90 Prozent der Deutschen proeuropäisch gewählt haben, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Die AfD ist weit unter den von ihr selbst erzeugten Erwartungen geblieben. Sie wird nicht einmal die Rolle als Protestpartei dauerhaft beanspruchen können. Sie wird im Europäischen Parlament keine Rolle spielen.

Ohne das Vertrauenskapital von Angela Merkel droht der Union Desaster. Auch das ist eine Botschaft des Wahltages, dafür reicht ein Blick auf die CSU. Was bedeutet diese Wahl für die zukünftige Rolle von Angela Merkel in der Union?

Sie haben ganz Recht: Angela Merkel allein ist schon ein guter Grund, der CDU die Stimme zu geben. Das Wahlergebnis bei dieser Europawahl ist selbstverständlich auch eine Bestätigung für den europapolitischen Kurs von Angela Merkel und der CDU. Es ist darüber hinaus eine Bestätigung für die Arbeit der Koalition. Die Koalition und Angela Merkel bleiben stabil und können ihre Arbeit für Deutschland in Europa kraftvoll fortsetzen.

Wenn die SPD darauf bestehen sollte, dass Martin Schulz EU-Kommissionspräsident werden soll, platzt dann die Große Koalition?

Es entscheidet ja nicht die SPD, wer Kommissionspräsident wird. Sie hat ja schon vor der Wahl die Backen dick aufgeblasen. Entscheidend für die Wahl des Kommissionspräsidenten sind die Mehrheitsverhältnisse im Europäischen Parlament. Die Europäischen Volksparteien haben ein gutes Wahlergebnis erzielt. Wir deutsche Christdemokraten haben dafür einen herausragenden Beitrag geleistet.

Die SPD steht aber als großer Sieger da. Wird dadurch die Arbeit für die Große Koalition schwieriger, auch weil die CSU so schlecht abgeschnitten hat?

Die Koalition ist durch dieses Wahlergebnis stabilisiert. Das ist ein gutes Ergebnis für den europapolitischen Kurs der Bundesregierung insgesamt. Das gilt für Angela Merkel genauso wie für den Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Insofern gehen wir als Koalition und als Bundesregierung aus dieser Europawahl stabil und gestärkt hervor.

Interview: Dieter Wonka

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige